Best of Schnaps 2014

Best of Schnaps 2014

Spannendes Match um den Titel. Vene Maier und Hermann Botolen verkosteten die Edelbrände aus dem aktuellen Angebot der Spitzen-Destillateure Österreichs. Vinaria prämiert die höchstbewerteten Schnapsbrennereien sowie die herausragendsten Schnäpse.


BEST OF SCHNAPS 2014

Wir haben einen Sieger, wenn auch der Abstand zum Zweitplatzierten minimal ist. Es gewinnt die Brennerei Wetter aus Missingdorf ganz knapp vor den punktegleichen Brennereien Krenn aus dem Yspertal und Rochelt aus dem Inntal. Alle drei Brennereien, die den Titel „Brennerei des Jahres 2014“ verliehen bekamen, haben sich letztlich mit je vier Sortensiegern durchgesetzt. Ausschlaggebend für die Ermittlung der Stockerlplätze waren dann die Wertungen bei den zweiten und dritten Plätzen.

Es war spannend wie schon lange nicht. Letztlich hat ein Schnaps den Ausschlag gegeben, und das wurde dann auch gleich unser „Schnaps des Jahres 2014“: der Edelbrand von der Williamsbirne aus dem Jahr 2011 von Reinhard und Helga Wetter. Ein betörend fruchtiger und eleganter Schnaps aus vollreifen und saftigen Birnen, der sich in einem hochklassigen Match mit einem halben Dutzend anderer hervorragender Williamsbrände durchgesetzt hat – etwa den ebenfalls aus dem Hause Wetter stammenden Williamsbrand aus dem Jahr 2010 oder die edlen Brände von den Brennereien Reisetbauer und Parzmair. Rudi Schwarzers Williamsbrand „W47“ erreichte trotz einer Punktezahl von 19,25 nur den 5. Platz im Sortenranking und ging so leer aus. Das zeigt, wie hochklassig gerade die hervorragend bestückte Williams-Verkostung war.

Kernobst-Spezialist Reinhard Wetter hat also gleich mit zwei Williamsbränden gewonnen, aus den Jahren 2011 und 2010 – zwei in Sachen Wetterbedingungen höchst unterschiedliche Jahrgänge, denen Reinhard Wetter jedoch zwei brillante Schnäpse ähnlich herausragender Qualität entlockt hat. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass dieser Mann einfach ein großer Könner im Umgang mit Früchten ist.

Qualitativ herausragende Arbeit leisten auch einige andere heimische Schnapsbrenner: Alexander Rainer, der seit dem Tod von Gründer Günter Rochelt dessen einzigartige Brennerei führt und seither Jahr für Jahr mit neuen Glanzlichtern versieht, ebenso wie Hans Krenn, der umtriebige Wirt und Schnapsbrenner aus Stangles im Yspertal, der mit viel Herz und Leidenschaft für die Sache des 100 Prozent echten Schnapses ausgestattet ist.

Garantien von kontinuierlich hoher bis höchster Qualität weisen auch die anderen Betriebe auf, die es in unsere Liste der Top Ten geschafft haben. Alois Gölles und Hans Reisetbauer, Anton und Christoph Vogl von der Brennerei Guglhof, die Brennereien Parzmair und Ziegler sowie die Pfau-Brennerei von Valentin Latschen sind alles Größen einer Branche, deren guter Ruf ihnen mittlerweile weit über die Grenzen vorauseilt. Gölles und Reisetbauer braucht man nicht extra hochleben zu lassen – beide haben ja schon den Titel „Brennerei des Jahres“ erhascht und beide offerieren auch noch einen „Schnaps des Jahres“. Mit jeweils drei Sortensiegern zählen beide Brennereien auch heuer wieder zu den ganz Großen. Der Guglhof aus Hallein ist ja bereits eine Institution mit dem Charakter eines traditionellen Leitbetriebs. So viele hochwertige Schnäpse aus einem alten Lagerbestand kann wohl kein zweiter Betrieb im Land der Berge aufweisen, und so viel an neuen und frischen Bränden, wie sie im Guglhof Jahr für Jahr gebrannt werden, gereichen jedem Betrieb zur höheren Ehre. Der Paradebetrieb aus Salzburg hat auch heuer mit einem ganzen Dutzend Bränden auf dem Stockerl die umfangreichste Range abgeliefert.

Die Brennerei Parzmair ist mit der Betriebsübernahme durch Franz Ratzinger quasi ein Newcomer in unseren jährlichen Verkostungen, zeigt sich aber jetzt schon kontinuierlich in hervorragender Form – dieses Jahr u.a. mit immerhin zwei Sortensiegern, einem auffälligen und fein balancierten Gin und einem saftigen und sehr schönen Kirschbrand. Produkte von enormer Kraft und Dichte liefert Jahr für Jahr die traditionsreiche und vor allem in Deutschland berühmte Brennerei Ziegler. Das gilt ganz besonders für die Prunus-Destillate (beide Sortensieger sind Zwetschgenbrände, der eine reif und fassgelagert, der andere von klarer Optik und ebensolcher Fruchtigkeit).

Natürlich sind auch die vielen kleinen Betriebe, die mit Sorgfalt und großem Können ihre Schnäpse brennen, jederzeit in der Lage, einen, zwei, drei und mehrere großartige Brände zu produzieren. Man sehe sich nur diese Feinheiten an, die dieses Jahr bei uns glänzend abgeschnitten haben.

Alle Schnapsbrenner reichen nur jene Schnäpse zur Vinaria-Verkostung ein, die neu im Programm sind. Allerdings stehen im aktuellen Angebot der Brennereien – siehe dazu etwa die Best-of-Liste der Brennerei Rochelt – noch eine Reihe von Schnäpsen, die wir bereits in einem der vergangenen Jahre beurteilt haben. In unser Jahresranking fließen freilich nur jene Proben ein, die wir im jeweiligen Jahr verkostet und bewertet haben.

 

Toplist

  1. Wetter, 4x Sortensieger, Brennerei des Jahres 2014
  2. Krenn, 4x Sortensieger, Brennerei des Jahres 2014
  3. Rochelt, 4x Sortensieger, Brennerei des Jahres 2014
  4. Guglhof, 3x Sortensieger
  5. Reisetbauer, 3x Sortensieger
  6. Gölles, 3x Sortensieger
  7. Ziegler, 2x Sortensieger
  8. Parzmair, 2x Sortensieger
  9. Latschen, 1x Sortensieger
  10. Lagler, 1x Sortensieger
  11. Schüller, 1x Sortensieger            


zur VERKOSTUNG

Für die Verkostung „Best of Schnaps 2014“ wurden 150 Proben von 15 Betrieben eingereicht. Das ist für eine professionelle Verkostung zwar nicht ausufernd, aber doch eine Aufgabe, die acht bis zehn Sitzungen erfordert. Dabei werden alle Brände intensiv verkostet, beurteilt und bewertet. Jene Erzeugnisse, die von den beiden Juroren deutlich unterschiedlich bewertet wurden – Unterschiede, die mehr als zwei Punkte auf unserer 20-Punkte-Skala aufweisen –, werden natürlich ein weiteres verkostet und die Wertungen überprüft.

 

GEWINNER KATEGORIE KERNOBST

APFEL

1. Wetter, Cox Orangen Renette 2009
2. Guglhof, Gravensteiner Apfel-Brand, 2008
3. Wetter, Gravensteiner, 2009, 43 %

ALLGEMEIN

1. Zöchmeister, Birnenbrand, 2013, 39,5 %
2. Schüller, Holzbirne, 2013, 41 %
    Pfau, Kärntner Mostbirne, 2010, 43 %

WILLIAMSBIRNEN

1. Wetter, Williams, 2010, 43 %
    Wetter, Williams, 2011, 43,5 %       
3. Parzmair, Gelbe Williamsbirne, 2013, 41 %
    Reisetbauer, Williams, 2010, 41,5 %

QUITTE

1. Reisetbauer, Quitte, 2010, 41,5 %
2. Lagler, Quittenbrand, 2013, 39 %
3. Parzmair, Quittenbrand, 2013, 42,3 %

OBSTBRAND FASSGELAGERT

1. Guglhof, Alter Birnenbrand, 2005, 40 %
2. Wetter, Apfel fassgelagert, 2003, 41 %              
3. Haus der edlen Brände, Apfel aus dem Fass, 2011, 44 %


GEWINNER KATEGORIE STEINOBST

MARILLE               

1. Schwarzer, Marille M47, 2011, 47 %
    Krenn, Marillenbrand, 2013, 41,9 %
3. Guglhof, Marillen Brand, 2011, 42 %

KIRSCHE

1. Parzmair, Kirschenbrand, 2011, 43,5 %
    Reisetbauer, Kirsche, 2010, 41,5 %
3. Lagler, Kirschbrand, 2013, 40 %
    Zöchmeister, Kirschenbrand, 2011, 42 %
    Guglhof, Kirsch Brand, 2008, 42 %

WEICHSEL

1. Wurm & Wurm, Weichsel Edelbrand, 2011, 42 %
2. Ziegler, Sauerkirsch & Wildsauerkirschbrand, k.A., 43 %
3. Schüller, Weichsel, 2009, 41 %

ZWETSCHKE

1. Ziegler, Zwetschge & Wildpflaumenbrand, k.A., 43 %
2. Pfau, Zwetschke, 2009, 43 %
    Guglhof, Zwetschken Brand, 2009, 42 %

KRIECHERL

1. Schüller, Kriecherl, 2013, 41 %
    Gölles, Kriecherl, 2011, 43 %
    Guglhof, Kriecherl Brand, 2010, 42 %

OBSTBRAND FASSGELAGERT         

1. Ziegler, Alte Zwetschge Edelbrand, 2008, 43 %
2. Pfau, Zwetschke vom Fass/Fassprobe, 2007, 43 %
3. Guglhof, Alter Zwetschkenbrand, 2005, 40 %

 

GEWINNER KATEGORIE BEERENOBST

HIMBEERE

1. Gölles, Himbeere, 2011, 43 %
    Krenn, Waldhimbeerbrand Reserve, 2010, 50,7 %
3. Reisetbauer, Himbeere, 2011, 41,5 %

HOLUNDER

1. Rochelt, Schwarzer Holunder, 2003, 52 %
    Reisetbauer, Holunder, 2010, 41,5 %
    Parzmair, Holunderbrand, 2013, 43,5 %
    Guglhof, Holler Brand, 2008, 43 %

RIBISEL

1. Rochelt, Schwarze Ribisel, 2009, 52 %
    Pfau, Ribisel, 2007, 43 %
3. Parzmair, Schwarze Johannisbeere, 2013, 43,5 %

VOGELBEERE

1. Rochelt, Wilde Vogelbeere, 2005, 52 %
    Gölles, Vogelbeere, 2012, 43 %
3. Reisetbauer, Vogelbeere, 2011, 41,5 %

 

GEWINNER KATEGORIE OBSTBRAND CUVÉE

ALLGEMEIN

1. Wetter, Wetterfrosch, 2010, 43 %
2. Wetter, Wetterhexe, 2009, 43 %
3. Schwarzer, Tiroler Pregler, 2011, 48 %
    Guglhof, Apfel-Birne Cuvée, 2010, 42 %

 

GEWINNER KATEGORIE TRESTER- & TRAUBENBRAND

TRAUBENBRAND

1. Rochelt, Gewürztraminer, 2003, 50 %
2. Wurm & Wurm, Muskateller Edelbrand, 2010, 42 %
    Guglhof, Traminer Traubenbrand fassgereift, 2007, 40 %

TRESTERBRAND

1. Reisetbauer, Trebernbrand Ott/Tausend Rosen, 2006, 44 %
2. Reisetbauer, Trebernbrand Donnhoff/Riesling Eiswein, 2012, 41,5 %
3. Reisetbauer, Trebernbrand Roulot Mersault Charmes, 2012, 41,5 %

 

GEWINNER KATEGORIE WILDFRÜCHTE

ALLGEMEIN

1. Guglhof, Dirndl Brand, 2010, 42 %
    Krenn, Schlehenbrand, 2012, 41,3 %
    Krenn, Traubenwildkirschbrand, 2012, 41,5 %

 

GEWINNER KATEGORIE SONDERSORTEN

ALLGEMEIN

1. Parzmair, Gin, 2014, k.A. %
    Guglhof, Gin Alpin, k.A., 42 %
    Lagler, Pannonia Korn Malt Strong, 2006, 50 %

 

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