Bordeaux erwartet ganz großen Jahrgang 2016

Bordeaux erwartet ganz  großen Jahrgang 2016

Bordeaux erwartet großen Jahrgang 2016


Drei Wochen vor Beginn des jährlichen Primeur Tastings, das am 3. April 2017 startet, sind sich die Bordelaiser Winemaker und Chateau-Besitzer einig: 2016 wird ein ganz großer Jahrgang in Bordeaux, besser noch als 2010 – und dieser wurde einst als bester Jahrgang des Jahrzehnts gefeiert. Danach kam eine jahrelange Durststrecke in Form von qualitativ sehr durchschnittlichen Jahrgängen.

Die ersten Spekulationen über die hohe Qualität des 2016er-Jahrgangs machten in Bordeaux bereits kurz nach der Lese die Runde. Was damals spekulativ war, bestätigt sich nun fast ein halbes Jahr später, wo die Weine nach der Gärung bereits in den Fässern reifen. Zuletzt ließ Chateau Lascombes aufhorchen mit einer frühen Primeur-Probe für Fachjournalisten in Londons feinem 110 Taillevent Restaurant. Dominique Febve, technischer Direktor von Chateau Lascombes und sein langjähriger Berater Michel Rolland waren sich dabei einig: „Unser 2016er ist noch besser als der hervorragende 2010er!“

Lascombes – das zweitgrößte Chateau in Margaux - hat in seinem Wein diesmal einen besonders hohen Anteil an Merlot, 50 % nämlich. Der Rest besteht zu 47 % aus Cabernet Sauvignon und zu 3 % aus Petit Verdot. Die Merlots und Cabernets sind in diesem Jahr im Bordelais generell hervorragend gereift. Noch einen Schritt weiter geht Jean-Valmy Nicolas von Château Conseillante. Er meint, der 2016er-Wein seines Chateaus seit überhaupt der beste Wein, den Château Conseillante jemals gefüllt hat.
Ebenfalls ein Loblied auf den Jahrgang sangen bereits Vertreter der Chateaus Yquem, Lèoville Poyferrè und Cheval Blanc. Der Alkoholgehalt der Bordeaux-Weine ist 2016 moderat ausgefallen, die meinsten Gewächse liegen bei 13 % Alkohol, nur einige erreichen 14 %, wie in den Jahren 2009 und 2010. Mit ein Grund für die hohe Qualität war der ideale Witterungsverlauf: im ersten Quartal des Vorjahres war es im Bordelais feucht und warm, in Frankreich wurde damals der wärmste Winter seit dem Jahr 1900 gemessen. Das zweite Quartal war kühl und feucht, im Sommer war es dann heiß und trocken, ehe der warme und trockene Herbst noch eins drauf setzte.
Bei deratigen Ausblicken trübt die Freude der Weinfans meist die Aussicht auf happige Preissteigerungen bei den Primeur-Kampagnen. Dazu kann noch nicht viel gesagt werden, weil Großbritannien die große Unbekannte in dieser Frage bleibt. Die Insel ist der wichtigste Absatzmarkt für Weine aus dem Bordelais. Wegen des „Brexit“, des Austritts von Großbritannien aus der EU, der 2019 erfolgen soll, ist die Verunsicherung groß. Preisniveau, Kaufkraft, steuerlichen Situationen, Importbeschränkungen und sogar Zölle auf Weine sind dann möglich. Alles Faktoren, die den Markt schon 2017 stark beeinflussen und verunsichern.
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