3-Sterne-Legende Harald Wohlfahrt gibt Zepter ab

3-Sterne-Legende Harald Wohlfahrt gibt Zepter ab

Schwarzwaldstube: Harald Wohlfahrt gibt das Zepter ab


Eine Ära geht zu Ende: Nach 40 Jahren übergibt der deutsche Spitzenkoch Harald Wohlfahrt (61) im Juni das Drei-Sterne-Restaurant „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn an seinen langjährigen Souschef Torsten Michel. Der 39-jährige wurde seit langem auf diesen Moment vorbereitet.

Die Schwarzwaldstube ist das meistdekorierte Restaurant Deutschlands. Seit 25 Jahren verteidigt Harald Wohlfahrt drei Sterne, die höchste Auszeichnung des Guide Michelin. Kein anderer Koch in Deutschland kann da mithalten. Fünf der zehn Dreisterneköche in Deutschland standen bei Wohlfahrt am Herd. Insgesamt 80 Sterne haben ihren Ursprung in seiner Küche.

So viel erreicht wie Harald Wohlfahrt hat in Deutschland kein Zweiter: unter anderem „Koch des Jahres“ im „Gault Millau“, Eckart-Witzigmann-Preis, Auszeichnung in der Kategorie Lebenswerk der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) – und so ganz nebenbei erhielt er noch das Bundesverdienstkreuz am Bande. So viel Kontinuität an der Spitze der Gourmetszene ist sogar in Europa selten.

Seit 2004 kocht der Dresdner Torsten Michel in der Schwarzwaldstube, bereits Ende 2005 hat Wohlfahrt ihn zu seinem Nachfolger auserkoren und akribisch auf diesen Schritt vorbereitet. Wohlfahrt fällt der Abschied von der Schwarzwaldstube schwer. Im Interview mit dem deutschen Wirtschaftsmagazin Capital sagte der 61-Jährige: „In der Schwarzwaldstube steckt mein ganzes Leben. So einfach ist es nicht, sich zu trennen.“ Michel will die Küche im Sinne Wohlfahrts weiterführen. Sein Anspruch: Die drei Sterne verteidigen. „Im Tagesgeschäft hat sich der Wechsel längst vollzogen“, sagt Michel. Die Juni-Ausgabe des Capital war es auch, die die Nachricht vom Wechsel in der Schwarzwaldstube in Umlauf brachte.

Auch wenn Wohlfahrt die Schwarzwaldstube verlässt, dem Hotel Traube Tonbach, zu dem das Restaurant gehört, bleibt der Spitzenkoch erhalten. Zur Ruhe setzen will er sich nicht. Es gebe viele Ideen für die Zukunft, sagt Wohlfahrt. Heiner Finkbeiner, Patron der Traube Tonbach, sagt: „Er ist und bleibt unser Mitarbeiter – sein Name wird immer hoch gehalten.“ Harald Wohlfahrt wird sich im Sommer also mitnichten in den ¬Ruhestand zurückziehen. Er wird weiterhin Projekte, Events und Caterings für die Familie Finkbeiner managen. Auch seine Tätigkeit für das Gourmettheater Palazzo in Stuttgart wird er fortführen.

www.traube-tonbach.de
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