Die griechische Enklave in Bordeaux

Die griechische Enklave in Bordeaux

Die griechische Enklave in Bordeaux

Wenn Sie zum Adel der Weinschreiber und Weinhändler gehören und die nächsten Tage in Bordeaux weilen, müssen Sie sich um ihre Verpflegung keine großen Sorgen machen. Irgendein Chateau findet sich immer, das mit mehrgängigen großen Essen und der Bitte um Black Tie als Dresscode aufwartet (Für den Bundespräsidenten: Das bedeutet Smoking, was - wie man aus heimischen Veranstaltungen dieser Art weiß - weder die heimischen Winzer noch Teile der Entourage wissen.)

Wenn Sie aber zum Fußvolk gehören, brauchen Sie keinen Smoking im Gepäck, dafür müssen Sie sich selbst ums Essen (und ums Trinken sowieso) kümmern. Doch seien Sie beruhigt: Bordeaux gilt nicht zu Unrecht als eine der spannendsten Städte Frankreichs, wenn es um spannende, unkomplizierte wie auch etwas anspruchsvolle Gastronomie geht. Die Studentenstadt Bordeaux bietet einen nahezu unvergleichlichen Mix und die Nähe zum Meer wie auch zum lukullischen Südwesten Frankreichs macht das Angebot noch reichhaltiger. Und weil Studentenstadt – kaum isst man so preiswert wie in den kleinen, honorigen Bistros in der Altstadt von Bordeaux. Doch wir wenden uns einem besonderen Ort zu.

Das Tupina, ein paar hundert Meter von der Innenstadt entfernt, in einem lauschigen alten Quartier gelegen, gehört einem griechischen Einwanderer und das Lokal steht schon länger als so mancher Weingarten im Bordelais. Griechisch ist hier allerdings wenig, es sei denn man sagte, dass Griechenland doch für seine Gastfreundschaft berühmt wäre.

Das Tupina, zu dem auch eine Weinbar ums Eck sowie ein feines, kleines Hotel zählen, erwartet den Gast mit stilvoller, aber keinesfalls überkandidelter Atmosphäre. Dafür sorgt schon alleine der Holzkohlengrill, welcher das Bild des Hauptsaals prägt. Hier findet der Gast eine Auswahl an Kalbskoteletts, Riesensteaks und Geflügel. Auf Spießen drehen sich die Hühner. Es hat ein wenig von den Asadores, die es im spanischen Baskenland zu Hauf gibt.

Vielleicht startet man die Mahlzeit im Tupina mit einem Teller vom Rohschinken aus Bayonne, der seinen Verwandten in Spanien und Italien locker Paroli bietet, aber nur Insidern bekannt ist. Er kommt mit einer Melone von perfekter Reife und beides ist sehr vergnüglich um diese Jahreszeit, die für Bordeaux naturgemäß einiges an Hitze bereit hält.

Grill must be. Also ein Kalbskotelett von ansehnlicher Größe, perfekt zubereitet, dazu nichts als Pommes mit viel vom groben Meersalz. Hatte ich auch Gemüse und Salat dazu? Habe ich vergessen.

Die Nachspeise – Profiterols vom Feinsten. Der Wein dazu: Chateau Le Pez, ein oft unterschätzter, weil auch preiswerter Bordeaux aus Saint Estèphe.

LA TUPINA
33800 Bordeaux, 6, rue Porte de la monnaie
Tel. 05 56 91 56 37
www.latupina.com
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