„Poldi Fitzka“ is calling: Gastro-News aus Krems

„Poldi Fitzka“ is calling: Gastro-News aus Krems

„Poldi Fitzka“ is calling: Gastro-News aus Krems

Vieles ist neu in der Gastroszene der Wachau-Stadt Krems, rund um die Eröffnung der neuen, spektakulären Landesgalerie gegenüber der Schiffstation Krems-Stein und nur einen Steinwurf vom Uni-Campus entfernt. Der gewaltige Museumskomplex verlangt nach entsprechender gastronomischer Versorgung. Multiwirt Harry Schindlegger (Harry’s Gastrotainment, 2Stein, Schmid’s, Bühl Center) konnte dafür gewonnen werden. Mit dem „Poldi Fitzka“ eröffnete das Restaurant in der Landesgalerie, mit ausuferndem Schanigarten am Platz davor und Blick zur gegenüber liegenden Kunsthalle. Seit dem Grand Opening Ende Mai belebter und beliebter Treffpunkt von Museumsbesuchern, Touristen, aber auch der Kremser.

„Poldi Fitzka war der Name des uralten Wirtshauses, das dem Museumsneubau weichen musste“, erzählt Schindlegger: „Dieses Flair wollen wir in Küchenlinie und Angebot widerspiegeln.“ Das auf das Tagesgeschäft vom Frühstück bis um 18 Uhr ausgelegte Lokal bietet zahlreiche Wirtshausklassiker, einen Mittagsteller und vieles mehr. Küchenchef hier ist David Dachser, zuvor in selbiger Funktion im Hotel Steigenberger zugange, davor im 2-Hauben-Heurigenhof Bründlmayer in Langenlois.

Nur einen Steinwurf entfernt floriert Schindleggers Paradelokal, das auf Steaks & Burger spezialisierte „2Stein“ beim arte Hotel, das von seiner Magnetwirkung auch durch die junge Schwester Poldi nichts eingebüßt hat. Im Hotel Steigenberger wiederum, wo eben kräftig erweitert wird, soll dem Restaurantbereich künftig mehr Bedeutung beigemessen werden. Hoteldirektor Daniel Hunger-Milkowitsch nahm daher mit seinem Haus in diesem Jahr erstmals am wachau GOURMETfestival teil. Durchaus vielbeachtet.

Hotspot Stein - Im Stadtteil Stein hat sich überhaupt eine sehr lebendige Gastroszene etabliert. Das „Firenze“ gilt weit über die Stadt hinaus als Edel-Italiener mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis, es wurde unlängst erst zur besten Pizzeria Niederösterreichs gekürt. Das „Weinstein“ von Hannes Teuschl ist ein Hotspot der Studentenszene zwischen Fachhochschule (3.000 Studenten) und Zahnärzte-Uni DPU (800 Studenten). Dazwischen der alte „Haudegen“, das Bierlokal Piano.

Bei der Schiffstation boomt das „Wellenspiel“ von Otto Raimitz, ebenfalls mit ausuferndem Outdoorbereich direkt am Treppelweg und damit „am Wasser“. Ein Muss für Frühstück- und Freiluftfreaks. Wermutstropfen für die Szene hier ist die Schließung des „Blauenstein“ im Haus der Regionen. Dort, wo dereinst Charly Teuschl sein erstes LATE etablierte. Martin Blauensteiner verabschiedete sich nach der Winterpause und ist seit März Wirt in Schloss Walpersdorf (gehört zur Lederleitner-Gruppe) bei Herzogenburg. Ein Nachfolger als Pächter wird gesucht. Wäre in der Tat auch schade um das sympathische Lokal mit dem herrlichen großen Donaubalkon.

Apropos schade: das ist es auch um das „LATE“ im Kloster Und, fünf Jahre lang mit 2 Hauben das Aushängeschild der Kremser Gastronomie. Dort herrscht seit Weihnachten kulinarische Funkstille. Nichtsdestotrotz ist das Kloster Und eine herrliche und gefragte Veranstaltungs-Location.

Gozzo pimpt die Altstadt - LATE-Patron Charly Teuschl übersiedelte vor einem halben Jahr in die Altstadt an den Hohen Markt und eröffnete in der rund 1000 Jahre alten Gozzo-Burg sein Bistro Gozzo. Den Küchenstil hat er aus dem LATE mitgenommen: viel Bodenständiges & Asiatisches, immer eine Prise Ethno, garniert mit Fischgerichten und auch veganen Angeboten. Das spricht Stammgäste ebenso an wie die studentische Klientel der Stadt. Herrlicher Balkon, Blick über die Dächer der Altstadt.

Gleich vis-à-vis dem Gozzo thront wie eh und je das wohl urigste Gasthaus der Stadt, in dem mittlerweile der Sohn von Urgestein Ulli Amon-Jell den Löffel schwingt. An der Stilistik hat sich nichts geändert, urig-deftige Hausmannskost mit vielen Schmankerlgerichten, schöne Weine aus den Regionen rundherum und mit Astrid Wölfl eine Serviceleiterin, die wie geboren scheint für dieses Haus. Romantischer Schanigarten. Ein Gourmettipp seit über 20 Jahren ist der „Kaiser von Österreich“ am Körnermarkt, wo seit jeher Hermann Haidinger in der Küche steht. Schöne Weinkarte und netter Schani-garten, leider sehr eingeschränkte Öffnungszeiten.

Buchteln zum Bier! - Nur einen Steinwurf entfernt, in der Schmidgasse, hat Harry Schindlegger sein – nomen est omen – „Schmid’s“ etabliert. Und wie! Selbst der Gehsteig davor biegt sich unter den gerammelt vollen Tischen. Burger & Bier, auch jenes von Craft, sind hier Programm. Küchenchef Niki Lackner trägt mit seiner stets roten Jacke nicht nur seine politische Gesinnung am eigenen Leib, sondern sorgt für Hochgenüsse bei einem durch die Bank jungen Publikum. Heißer Tipp: immer frische Buchteln, wie in Belgien auch zum Bier. Gastgeberin Daniela Winter brilliert als Bier-Sommelière.

Am Steinertor, dem Hotspot am Südtirolerplatz, hat Immobilien-Investor und „Hofbräu“-Wirt Othmar Seidl die derzeit angesagteste Weinbar der Stadt etabliert, das „Leopold“. Dieses macht unter Leitung von Sommelier Norbert Unger nicht nur dem Landespatron alle Ehre, sondern auch den sich hier treffenden Weinbauregionen: Wachau, Kremstal, Kamptal, Traisental und Wagram. Das „Leopold“ gehört zum Gastrokomplex „Hofbräu am Steinertor“, dem trendigen und einzigen echten Bierlokal der Stadt, mit traumhaftem Schanigarten. Gegenüber drängen sich Gäste auf der großen, alten Terrasse im Traditions-Cafè Ulrich.

Die Weinbar Veit–Drinx & Snax an der Ecke zum Pfarrplatz ist längst Klassiker. So manche feine Flasche halten der „Doktor“ und sein Kumpel stets bereit. Einer ungewissen Zukunft blickt die Weinbar „Arte“ in der FuZo Landstraße entgegen. Nur einen Steinwurf entfernt finden sich in jahrhundertealten Gemäuern die Gasthöfe „Zur Alten Post“ (FuZo Landstraße) und „Zum Goldenen Hirschen“ (Dreifaltigkeitsplatz) als unprätentiöse Ganzjahres-Tipps mit Outdoor-Genuss im Sommer. Wer über Kreuz- und Wachtberg spaziert, gelangt zur Schwarzalm oberhalb der Schießstatt, einem Refugium mit Traumblick über die Stadt. Immer wieder Themenverkostungen bietet der „Weinhimmel“, die Wein & Genuss Boutique in der Unteren Landstraße.

In der Sandgrube 13, der legendären Kremser Weinlage im Osten der Stadt, thronen die Winzer Krems, Österreichs größte Winzergenossenschaft, die Trauben von rund 1000 Hektar Weingärten von ebenso vielen Winzern verarbeitet. Hier lohnt nicht nur ein Besuch zum Verkosten, sondern auch der Multimedia-Erlebnistour „wein.sinn“ samt 3D-Kino. Tipp: Die vielfach preisgekrönten Riedenweine, die breite Palette an Sommerweinen und die neue PIWI-Sorte Donauriesling.

Hutter & Nigl - An den östlichen Kremser Weinhängen, mit Blick über die berühmte Lage Sandgrube, hat ein Kleinod wieder eröffnet: das Weingut Hutter mit Wirtshaus und Zimmern mitten in den Weingärten und doch auch in der Stadt. Topwinzer Martin Nigl hat dafür neue Pächter gefunden, die mit viel Herz in die Saison gestartet sind: Uli Neuhauser & Harald Marker. Die beiden haben nicht nur eine Weinbar eingebaut, sondern in Sebastian Schinko auch einen Meister für die Küche verpflichtet.

In Senftenberg im Kremstal schlägt das gastronomische Herz des bekannten Weinguts Nigl mit dem gleichnamigen Restaurant, malerisch am Fuße der Ruine und des Kirchenbergs gelegen, von dem Martin Nigls umwerfender „Herzstück“-Veltliner stammt. Restaurant und Küche leitet Nigl-Sohn Bertram höchst erfolgreich. Romantischer Innenhof, schöne Landhauszimmer. Und Nigls Ab-Hof-Verkauf samt Kostraum gleich nebenan.

An der Kremser Peripherie seien an dieser Stelle noch einige Wirtshaus-Tipps verraten, die sich wohltuend vom Durchschnitt abheben und gute Weine servieren. So etwa der Walzer der Familie Lintner in Gneixendorf oder Brauneis in Stratzing, Letzterer mit sehr guten Weinen vom Bürgermeister des Ortes, Topwinzer Pepi Schmid.

Seitenwechsel - Jetzt aber über die Donau in den südlichen Teil des Kremstales, hinter den Göttweiger Berg nach Klein-Wien. Hier kochte einst Lisl Bachers Schwester Gerda Schickh groß auf, heute steht Sohn Christian für die Haube gerade. Der markante alte Bar-Waggon ist Wahrzeichen, die wenige Meter neben Lokal und Schanigarten vorbeidonnernde Eisenbahn längst Teil des Gesamterlebnisses Schickh. Gute, regionale Weinkarte, vieles glasweise.

Hoch oben im Stift Göttweig mit Blick über die weitläufigen Weinberge zur Donau und nach Krems, bis weit hinein in die Wachau, staunen nicht nur Pilger über die atemberaubende Kulisse. Abt Columban Luser ist ein sehr umgänglicher, moderater Gottesmann, der wirklich weiß, dass gutes Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhält. Er ermöglicht dem Stiftsrestaurant eine neue Blüte, Küchenchef Leo Kocnar dankt es mit Hingabe.

Wer Gastronomie im südlichen Kremstal sagt, kommt am Winzerhof Dockner nicht vorbei. Legendär der Top-Heurige und „Gudrun’s Gourmetmenüs“ ebenso wie die Sonntags-Brunches mit der New Orleans Dixieland Band und die Gourmetevents in der Kellergasse am Kremser Frauengrund, dort wo Dockners einzigartige Sektmanufaktur zu Hause ist. Die neue Küchenchefin Eva Koppensteiner ist eine Meisterin der Ayurveda-Küche und „schmuggelt“ einzelne dieser Gerichte immer wieder auf die Speisekarte. Den Gästen schmeckt’s. Ein Buch hat sie übrigens auch geschrieben: „Ayurveda meets Landhausküche“, ein Tipp für alle, die gerne gut essen. Alle Infos finden Sie hier.  

Erwin Goldfuss
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