Wien: Bar Campari in den Startlöchern

Wien: Bar Campari in den Startlöchern

Wien: Bar Campari in den Startlöchern

Innerhalb der nächsten Wochen wird in der Wiener Innenstadt in den Räumlichkeiten des früheren, selbsternannten Edel-Asiaten „AI“ in der Seitzergasse die Bar Campari aufsperren. Die Location über zwei Etagen ist ein Filetstück im Goldenen Quartier zwischen Am Hof, Tuchlauben und Graben. In Wien mittlerweile Zentrum der Flagshipstores der nobelsten Modemarken Europas.

Die Bar Campari wird eine Tagesbar nach italienischem Vorbild. Kein Restaurant, aber es wird – so Mitbesitzer Peter Friese vom „Schwarzen Kameel“ - etwas zu essen geben. Steinbutt, Wolfsbarsch, Bistecca Fiorentina, aber auch kleine Happen. Wie im Kameel kann man aber auch einfach auf einen Café oder ein Glas Wein vorbeischauen. Es soll ein genauso demokratisches Lokal wie das Kameel sein, wo der Industriekapitän neben der Verkäuferin sitzt, so die Vision von Peter Friese.

Bar Campari ist eine Kooperation zwischen Friese und Campari Austria, der Topgastronom geht mit der Idee schon länger schwanger. Nur einen Steinwurf entfernt, in der Bognergasse (Verbindung Am Hof zum Graben), betreibt die Familie Friese ihr 400 Jahre altes „Schwarzes Kameel“. Nach dem Umbau vor drei Jahren das wohl größte und frequentierteste Restaurant der Wiener Innenstadt. Riesiger Schanigarten inklusive.

Gelingt es Friese umzusetzen, was er „demokratisches Lokal“ nennt, also für alle Gesellschaftsschichten, dann wird der Erfolg nicht ausbleiben. Vorgänger „AI“ ist nach nur wenigen Monaten spektakulär in eine Millionenpleite geschlittert. Wohl auch, weil das unterkühlte Konzept des Lokals eher in ein runter klimatisiertes Hotel im Nahen Osten gepasst hätte. Das Wiener Publikum meidet so etwas wie der Teufel das sprichwörtliche Weihwasser.

Dass solche Fehler dem Chef des „Schwarzen Kameel“ oder dem erfahrenen Importeur Campari passieren, darf ausgeschlossen werden. Jetzt sind die Protagonisten der Bar Campari aber mal mit Personalsuche eingedeckt. Anzeigen, die dazu auf Jobportalen oder in den einschlägigen Rubriken der Tageszeitungen geschalten werden, spiegeln die gesamte Personalnot der heimischen Gastronomie wider.

So werden etwa für einen „Chef de Partie“ (Küche) ausgelobt: 2.500 bis 3.000 Euro Monatsgehalt brutto, 40 Stunden- und 5 Tage-Woche, Sonn- und Feiertage frei, Überstunden werden ausbezahlt. Weiters: sehr hohe Trinkgeld-Beteiligung (!!), Gratis-Mitgliedschaft in einem namhaften Fitnesscenter, Wiener Linien-Jahreskarte gratis, tolle Aufstiegschancen, schicke Dienstkleidung. Vor allem die „sehr hohe Trinkgeld-Beteiligung“ kommt bei Lokal-Hotspots dieser Art de facto einer Verdoppelung des Nettogehalts gleich.

Wenn ein kommender Topbetrieb wie die Bar Campari Wien aus der Gruppe der Familie Friese mit solchen Vorweg-Attributen fast schon um Mitarbeiter bettelt: da kann man sich ausmalen, wie schwer sich ein durchschnittlicher Wirt mit dieser Thematik tun muss.

www.barcampari.at
www.kameel.at 

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