Deutsche Weine: US-Zoll Chance für Österreich?

Deutsche Weine: US-Zoll  Chance für Österreich?

Deutsche Weine: US-Strafzoll Chance für Österreich?

US-Strafzölle auf Wein alarmieren deutsche Winzer: US-Präsident „The Donald“ Trump verfügte – davor wie immer angekündigt via Twitter – Strafzölle in Höhe von 25 % auch auf deutsche Weine. Diese gelten seit vergangenem Freitag, 18. Oktober 2019. Vielleicht eine Chance für Österreichs Winzer.

Neben anderen Produkten ist Wein aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien vom willkürlichen Strafzoll betroffen. Nicht aber Wein aus Italien, Griechenland oder Portugal und weiteren kleineren Weinbauländern. Auch Österreich ist davon nicht betroffen und könnte von dieser skurrilen Strafmaßnahme durchaus profitieren. Zumal viele deutsche und österreichische Winzer dieselben Importeure in den USA beschäftigen. 25% Unterschied im Einkauf kann da schon ein Wettbewerbsvorteil sein, zumal sich die Winzer beider Länder in identen oder sehr ähnlichen Sortimentsbereichen bewegen.

Solche Preisunterschiede multiplizieren sich in den USA, auch das ist ein Kuriosum: Bis eine Flasche Wein im Ziel-Bundesstaat ankommt, kommen durch das komplizierte amerikanische „Three-Tier-System“ in etwa die gleichen Aufschläge hinzu, so dass am Ende fast 50% Aufschlag auf eine Flasche Wein im amerikanischen Markt gezahlt werden müssen. Das „Three-Tier-System“ ist das dreistufige Alkohol-Vertriebssystem in den USA, das strikt an Lizenzen gebunden ist: Importeur, Großhandler, Händler, dazu zahlreiche teils kuriose Besonderheiten in einzelnen Bundesstaaten.

Steffen Christmann, Präsident der VDP.Prädikatsweingüter, dem die rund 200 besten deutschen Weinbaubetriebe angehören: "Es ist leider oft so, dass auf dem Rücken der Landwirtschaft die Lasten fehlgesteuerter Industriepolitik ausgetragen werden. Die VDP.Weingüter haben einen großen Exportanteil, vor allem im höherpreisigen Segment. Etwa ein Viertel der VDP.Weine gehen ins Ausland, Tendenz steigend.“

„Wir gehen davon aus, dass die neuen Zölle einen spürbaren Schaden für die Weinexporteure verursachen werden», sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim bei Mainz: „Die USA sind Weinexportland Nummer eins für Deutschland, der Riesling steht dabei ganz oben.“ Im vergangenen Jahr wurden rund 171 000 Hektoliter Wein im Wert von 71 Millionen Euro in die USA ausgeführt.

Apropos: Präsident Donald Trump selbst ist strikter Antialkoholiker, ist aber aufgrund seiner selbst „großartigen und unvergleichlichen Weisheit“ (Zitat) der Überzeugung, dass „die phantastischen Weine der USA die besten der Welt sind“ (Zital).

https://www.deutscheweine.de
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