Philharmonic Taste: Adi Schmid, Mozart & Wein

Philharmonic Taste: Adi Schmid, Mozart & Wein

Philharmonic Taste: Adi Schmid über Mozart & Wein

Eine, speziell für mich, hochinteressante Verkostung: Musik - in diesem Fall Kammermusik von W.A. Mozart - mit ausgesuchten Weinen. Vier Mitglieder der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Andreas Großbauer musizierten, Gäste verkosteten dazu superbe Weine. Ein fast sakrales Erlebnis. Mozart und Wein vertragen sich bestens.

Den Auftakt machte das Streichquartett Nr 1 - 2. Satz mit einem feinen Champagne Veuve Cliquot Brut Yellow Label – sehr elegant, cremig, weich, höchst angenehm. Zwei Weine wurden zu den Streichquartetten Nr 4 - 1. Satz und Nr 6 - 3. Satz gereicht – ein fulminanter weißer Bordeaux 2007 Château Smith Haut-Lafitte - Sauvignon Blanc pur, spannend, weißer Pfirsich, voller Rasse und Leben.

Dann der Riesling Smaragd Unendlich 2006 von F.X. Pichler - mächtig, füllig, sehr viel Wein, Dörrobst, eingetrocknete Beeren, Karamell, reife Ananas, Quittengelee, endlos lang. Die 2000er-Bordeaux von Lynch Bages und Grand Puy Lacoste wurden vom Streichquartett Nr 22 - 2. Satz untermalt.

Lynch Bages brauchte einige Zeit, aber dann: mürbe Tannine, Pflaumen, Leder, Tabak, Trüffel, ungemein vielschichtig, viele schwarze Beeren, perfekte Harmonie. Grand Puy Lacoste startete gleich fulminant, viele Aromen, klassisch Pauillac, toller Grip, sehr gut, doch Lynch Bages hatte schlussendlich die Nase vorn.

Zum Streichquartett Nr 11-1. Satz wurde der legendäre Ducru Beaucaillou 1961 aus St. Julien gereicht – er war etwas fragil, Waldboden, Leder, bißchen spröde Tannine, Cassis, Zimt, dunkles Karamell. Natürlich schon am Stock gehend, trotzdem ein geschichtliches Erlebnis.

Wiederum 2 Weine gab es zum Streichquartett Nr 14 - 3. Satz: 1998 La Fleur Petrus - ein grandioser Pomerol nach Heidelbeeren mit fast balsamischer Textur, Veloursleder, feingliedrig, noch viel Zukunft. Es folgte 1998 L´Evangile - ein erdiger Pomerol, explosive Nase, Pflaumen, Trüffel, druckvoll am Gaumen, Schokotöne, ein großartiger Wein, dem nicht einmal ein dezenter Korkfehler etwas anhaben konnte.

2009 Sauternes Chateau Suduiraut und das Streichquartett Nr 17 „Jagdquartett“ – 2. Satz bildeten den Abschluss dieses Konzerts. Ein äußerst großzügiger Süßwein,nie klebrig, eine Symbiose zwischen Holz und Frucht, Birnen, Ananas, Marillen, Honig, Karamell, Vanille, Marzipan, Zitronenöl – enormer Stoff für die nächsten 30 Jahre.

Ein großer Abend für alle Sinne, Mozart kam im Traum zu mir und ich berichtete ihm von diesen herrlichen Weinen. Er meinte, das müßte man unbedingt wiederholen.

Adi Schmid
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