Die besten Rotweine Österreichs

Die besten Rotweine Österreichs

Der Jahrgang 2012 ist der dritte hervorragende Jahrgang innerhalb von vier Jahren, wobei die absoluten Spitzenränge überwiegend jenen großartigen 2011-Reserven vorbehalten blieben, die erst jüngst auf den Markt kamen.


Wie im Vorjahr kann man auch heuer mit dem hohen Durchschnittsniveau sehr zufrieden sein, wenn auch die Punkteunterschiede zwischen den besten 2012ern und den Nachzüglern signifikant höher ausgefallen sind, als dies bei den 2011ern der Fall war. Was sind die übrigen Unterschiede zum hochgelobten Vorgängerjahr? Da wären zum einen der etwas niedrigere Alkoholgehalt und die etwas festere und kantigere Struktur zu nennen, zum anderen auch eine etwas höhere, fordernde Säure und ein insgesamt „kühlerer“ und zugleich eleganterer Geschmackseindruck. Einige Winzer meinten sogar, dass der 2012er aufgrund dieser und anderer Attribute sogar lagerfähiger sein könnte als der 2011er, während andere Rotweinspezialisten den Jahrgang 2011 für unschlagbar halten, und zwar auch im Vergleich mit 2006, 2009 und 2012 – in fünf oder mehr Jahren werden wir das besser einschätzen können.

Alles in allem haben sich die 2012er-Roten als einnehmende, fruchtintensive Weine entpuppt, deren dunkelbeerige Frucht zumeist die erste Geige spielt, wenn auch ab und zu die „roten“ gegenüber den „blauen“ Aromen stärker in den Vordergrund treten als im Vorjahr. Die allerbesten Gewächse beeindruckten durch ihre Festigkeit, die klare Struktur und den fordernden Tannin- wie Säurehintergrund, die hoffentlich auch für ein langes Reifevermögen sorgen werden. Aus 2010 wurde lediglich ein Pinot eingereicht. 2011 war hingegen erwartungsgemäß stark repräsentiert, und zwar mit jenen Premiumgewächsen, die die jeweiligen Produzenten erst nach einiger Flaschenreife auf den Markt gebracht haben. Dementsprechend kam von Reihburg über Goldberg, Cardinal, Badnerberg und M1 eine ganze Phalanx von absoluten Spitzenrotweinen erst jetzt zum Einsatz.

Das Durchschnittsniveau war nicht ganz so ausgeglichen wie im Vorjahr, wenngleich nur wenige Weine das Limit von 14 Punkten nicht erreichen konnten. Hinsichtlich der Lagerfähigkeit meinen auch wir, dass die ausgezeichneten und sehr guten 2012er-Gewächse in Rot den exzellenten Rotweinjahren 2011 und 2009 kaum nachstehen werden. Spektakuläre Spitzen Haben wir im Vorjahr noch getitelt, dass der Jahrgang 2011 zwar das vorhergesagte hohe Durchschnittsniveau mühelos erreicht, aber die absolute Spitze vielleicht nicht so breit wie erhofft ausgefallen ist, so wurden unsere einstigen Hoffnungen durch die nunmehr „nachgereichten“ Spitzengewächse mehr als erfüllt.

Bilderbuch-Blaufränkische und gediegene Burgunder

Wie bereits in den letzten Jahren haben sowohl bei den reinsortigen Gewächsen als auch im Vergleich mit den Cuvées die Blaufränkischen die Nase vorne gehabt, und dies mit durchaus unterschiedlichen Weincharakteren. Da wäre der in grandioser Verfassung befindliche 2012er-Mariental von Altmeister Ernst Triebaumer anzuführen, der punkto Eleganz und Feingliedrigkeit nahezu eine Klasse für sich darstellte. Als Kontrast zur Seite steht ihm diesmal aus dem benachbarten Oberen Wald die Blaufränkisch-Rakete des Neffen Günter Triebaumer, die trotz satter 15 Volumprozent Alkohol punkto Finesse und Harmonie keinerlei Wünsche offenlässt. Quasi in der Mitte zwischen diesen beiden Ruster Gegenpolen liegt der souveräne Goldberg von Familie Prieler aus einer ganz nahe gelegenen Herkunft, dessen Kraft und Finesse, gepaart mit undurchdringlicher Fruchtfülle, ihn von Anfang an als Rotwein von Weltklasseniveau auswiesen, der wohl an einem anderen Kosttag genauso gut den ersten Rang hätte belegen können; Ähnliches gilt für den Oberen Wald oder den nuancierten und finessereichen Reihburg-Blaufränkisch von Uwe Schiefer. Gleiches lässt sich übrigens von Krutzlers kühl-fruchtigem, ungemein elegantem und stilsicherem Perwolff 2012 sagen.

Auch die roten Burgundersorten konnten heuer reüssieren, wobei wieder einmal der St. Laurent seinen internationalen Cousin Pinot Noir übertrumpfen konnte. Die Sortenspezialisten kommen aus diversen Weinbaugebieten des Burgenlands und Niederösterreichs, auch wenn die Thermenregion sowie Carnuntum und die Parndorfer Platte jeweils eine höhere Dichte an Spezialisten für diese Sorten aufweisen. Heuer konnte die Thermenregion reüssieren: Mit Johann Gisperg (Pinot Noir) und dem Gruppenprimus Johanneshof Reinisch (St. Laurent) belegten gleich zwei Betriebe aus dieser traditionsreichen Herkunft die ersten beiden Plätze.

 

Bestechende Blends

Im Vergleich zum Vorjahr haben die allerbesten Cuvées überraschenderweise sogar höhere Punktezahlen erreicht; dies gilt insbesondere für den exzellenten M1 von Gerhard Markowitsch, der zunächst vor Saft und Kraft kaum aus dem Glas zu laufen vermag, dann aber mit rotbeeriger Fülle und feinster Kräuterwürze ebenso zu punkten vermag wie mit schierer Dichte und Ausdauer, die ihn wohl auch für die ganz lange Lagerung prädestinieren. Ähnliches gilt für den ebenso wuchtigen Powerwein namens Badnerberg von Leo Aumann, dem die ungewöhnliche Cuvée aus Merlot und St. Laurent zugrunde liegt.


Toplist reinsortig

18,4       Ernst Triebaumer | 2012 BF Mariental
18,3       Prieler | 2011 BF Goldberg
18,2       Johanneshof Reinisch | 2011 SL Holzspur
18,2       Schiefer | 2011 BF „r“ Reihburg Reserve
18,2       G. & R. Triebaumer | 2011 BF Oberer Wald
18,0       Gisperg | 2012 PN Reserve
18,0       Krutzler | 2012 BF Perwolff
17,9       Schiefer | 2011 BF „r“ Reihburg
17,7       Gager | 2011 BF Gager
17,7       Glatzer | 2012 Sankt Laurent Altenberg
17,7       Krutzler | 2012 Merlot
17,7       Johanneshof Reinisch | 2011 PN Holzspur
17,6       Gerhard Markowitsch | 2012 SL Rothenberg
17,5       Aumann | 2011 SL Reserve
17,5       Bayer | 2012 BF In Signo Sagittarii Hochberg
17,5       Kollwentz | 2011 BF Setz
17,5       G. & R. Triebaumer | 2011 BF Plachen
17,4       Hillinger | 2012 SL
17,4       Schiefer | 2011 BF Szapary „s“
17,4       Umathum | 2011 BF Joiser Kirschgarten
17,4       Weninger | 2011 BF Dürrau
17,3       Gerhard Markowitsch | 2012 PN Reserve
17,2       Paul Achs | 2012 BF Ungerberg
17,2       Dopler | 2011 SL Reserve
17,2       Iby-Lehrner | 2011 BF Dürrau
17,2       Franz Lentsch | 2012 SL Reserve
17,2       Claus Preisinger | 2011 PN

 

Toplist Cuvée

18,3       Gerhard Markowitsch | 2011 M1 (ME/ZW)
18,0       Aumann | 2011 Badnerberg (SL/ME)
17,6       Giefing | 2011 Cardinal (BF/ZW/CS)
17,5       Achs | 2011 Werner Achs (ZW/ME/CS)
17,5       Christ | 2012 XXI (CS/ME)
17,5       Ernst Triebaumer | 2012 CS-ME
17,3       Franz Schindler | 2011 Grande Cuvée d’Or
17,2       Wieninger | 2011 Danubis (CS/ME/ZW)

 

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