Die kleine Gemeinde Atxondo liegt im Schatten des Monte Anboto, tief im baskischen Hinterland, etwa 30 Minuten vom Zentrum Bilbaos entfernt. Sie ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber, sondern auch ein Geheimtipp für Feinschmecker. Der Grund: das Restaurant Asador Extebarri, Nummer 2 der Welt.

Mohamed Benabdallah ist der aktuell „Weltbeste Sommelier 2025“ nach The World’s 50 Best Restaurants. Er gilt als die Seele des gehypten Restaurants Asador Extebarri. © The World’s 50 Best

Hinter den Türen eines restaurierten Bauernhauses aus dem 18. Jahrhundert, das aktuell auf Platz 2 der Liste „The World’s 50 Best Restaurants 2025“ steht, erwartet Sie Bittor Arginzoniz in seinem mittlerweile berühmten Restaurant Asador Extebarri. 

Ein Koch, der auf einem traditionellen Asador mit einem einzigartigen System aus Seilzügen und maßgefertigten Utensilien kocht, um die Glut und den aufsteigenden Rauch zu kontrollieren. Nicht umsonst wird er als „König des Grills“ bezeichnet – Gemüse aus dem eigenen Biogarten, Baby-Aale aus Galicien, Kokosnuss-Garnelen, der im Baskenland legendäre Steinbutt und vieles mehr alles auf dem preisgekrönten Degustationsmenü wird durch Feuer verfeinert. 

Der König des Grills zaubert schlicht Großartiges auf die Teller

Die Präsentation der Gerichte am Teller kann puristischer nicht sein. Beilagen und Brot während des Essens sind verpönt, es wird nur einmal kurz gereicht und sofort wieder abserviert. Das Degustationsmenü (300 Euro) umfasst je nach Saison 12 bis 13 Gänge. Alle Gerichte sind auch á la carté bestellbar, mit Einzelpreisen zwischen 35 und stolzen 80 Euro. Das Beef Chop (Hochrippe) am Knochen wird nur mit dem happigen Kilopreis von 130 Euro ausgepreist und nach Gewicht verrechnet.

Die Gäste werden im Erdgeschoss des architektonisch spannend revitalisierten Hauses mitten im Ortsverbund des verschlafenen Atxondo empfangen. Dort wird ein hervorragender Cava serviert, dazu als Signature-Produkt des Baskenlandes die unvergleichlichen Anchovies in einer bei Erstbesuchern noch nie erlebten Qualität. Fast das ganze Jahr über gibt’s danach eine umwerfende Pilze-Bouillon, die bei all ihrer Klarheit endlose Kraft auf den Gaumen bringt. Weiter geht es dann im ersten Stock, wo sich das Lokal in mehrere kleine, stimmige Räume gliedert, in denen Holz dominiert.

Puristisch, das Feuer kurz geküsst, ohne Beilage und Chichi

Hier geht es dann zur Sache. Sekundenkurz angebratener Thunfischbauch, ein stundenlang geköcheltes Ei, purer Kaviar auf weißem Schaum, rote Wildfanggarnelen (Carabinieros), Herzmuscheln im Sud, das Nationalgericht Hechtgoder (Kokotxas), Babycalmar an eigener Tinte, ein unvergesslicher Steinbutt in federleichter Butter-Zitrussauce, dann der legendäre Beef Chop am (verkohlten) Knochen – außen mit tiefen Grillspuren, innen butterzart zwischen medium-rare und rare, absolute Weltklasse; dazu die feinwürzigen Raucharomen. Zum Abschluss Goxúa (sprich: Goschua), die Crema Basque; baskisches Pendant zur Crema Catalana.

So ziemlich alles ist im Asador Extebarri einzigartig: auch die Tatsache, dass nur mittags serviert wird und zwar frühestens ab 13.30. Vegetarisch & vegan? Fehlanzeige. Reservierungen (ab 2 und maximal 6 Personen) sind heiß begehrt und nur über Warteliste möglich. Und ja, die Weinkarte ist ein Hammer. Nicht riesengroß, aber bestsortiert, mit allen Spitzen, die Spanien zu bieten hat – und das sind allerhand.

„Mohamed“ ist die Seele von Asador Extebarri

Fast so legendär wie der Asador Extebarri und sein Patron ist Sommelier und Restaurantleiter Mohamed Benabdallah, der aktuell „Weltbeste Sommelier 2025“ nach The World’s 50 Best Restaurants. Er ist eine treibende Kraft, die dafür sorgt, dass Bittor Arguinzoniz' bemerkenswertes Restaurant Asador Etxebarri seinen Platz in der Spitze der Liste „The World's 50 Best Restaurants“ über so viele Jahre hinweg behauptet. Benabdallah – manchmal Moha, oft einfach nur Mo gerufen – ist mehr als nur ein umsichtiger und versierter Sommelier; er ist das Herzstück dieses Restaurants.

Bemerkenswert, dass das Ranking „World’s 50 Best“ das Extebarri seit Jahren zu den allerbesten Restaurants der Welt zählt, während es dem Guide Michelin beharrlich „nur“ einen Stern wert ist.

© Vinaria
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