Dänemark steht kurz vor der Anerkennung seiner zweiten geschützten Herkunftsbezeichnung für Wein. Die Halbinsel Røsnæs im Westen der Insel Seeland hat eine wichtige Hürde im EU-Zulassungsverfahren genommen. 

Die Europäische Kommission hat den Antrag auf eine geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) veröffentlicht. Nun läuft eine dreimonatige Einspruchsfrist. Wird die Bezeichnung endgültig anerkannt, löst Røsnæs das ebenfalls dänische Dons als nördlichste geschützte Weinherkunft der EU ab. Røsnæs profitiert von einem für dänische Verhältnisse ungewöhnlich günstigen Klima. Die Halbinsel erhält jährlich rund 200 Sonnenstunden mehr als der Landesdurchschnitt. Mit 523 Millimetern fällt zudem deutlich weniger Regen. Die Nähe zum Meer mildert Temperaturschwankungen und verringert die Frostgefahr. Kalkhaltige Moränenböden bieten gute Bedingungen für den Weinbau.

Besonders pilzwidserstandsfähige Weine werden gepflanzt

Die neue Herkunftsbezeichnung umfasst Weißweine, Roséweine, Likörweine und Qualitätsschaumweine. Zugelassen sind unter anderem Solaris, Souvignier Gris, Johanniter, Muscaris, Rondo und Pinot Noir. Die Trauben müssen von Hand gelesen werden, die Erntemenge beträgt maximal 60 Hektoliter pro Hektar. Für Schaumweine ist die traditionelle Flaschengärung mit mindestens neun Monaten Hefelager vorgeschrieben.

Der professionelle Weinbau auf Røsnæs begann 2008. Heute gibt es dort fünf Weingüter, darunter Dyrehøj, das als größtes Weingut Dänemarks gilt. Dänemark ist erst seit dem Jahr 2000 offiziell als Weinbauland der EU anerkannt. Inzwischen bewirtschaften mehr als 140 kommerzielle Betriebe über 170 Hektar Rebfläche. Besonders erfolgreich sind früh reifende, pilzwiderstandsfähige Sorten wie Solaris. Steigende Temperaturen und eine längere Vegetationsperiode begünstigen die Entwicklung. Die erste geschützte Weinherkunft Dons bei Kolding wurde 2018 anerkannt und ist ausschließlich Schaumweinen vorbehalten.

Quellen: EU; wein.plus.de