Nach bundesweiten Durchsuchungen in Hotels und Reinigungsfirmen in Deutschland sitzen zehn Beschuldigte in Untersuchungshaft. Oberstaatsanwältin Christine Höfele zufolge sollen Beschäftigte wie einst Sklaven für den Profit der mutmaßlichen Täter in Abhängigkeit gehalten worden sein.

Nach bundesweiten Durchsuchungen in Hotels und Reinigungsfirmen sitzen zehn mutmaßliche Bandenmitglieder in Untersuchungshaft. Bei dem Einsatz stellten die Behörden unter anderem mehr als eine Million Euro Bargeld sicher. Die Ermittlungen betreffen den Verdacht auf Schwarzarbeit, Menschenhandel und Sozialbetrug. 2.200 Kräfte von Bundespolizei und Finanzkontrolle Schwarzarbeit waren bei der Großrazzia im Einsatz.

Es gibt 23 Beschuldigte im Alter von 31 bis 59 Jahren. Bundespolizei und Finanzkontrolle Schwarzarbeit ermitteln im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin wegen banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, Urkundenfälschung sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt.

Hauptbeschuldigter soll ein Geflecht mit 40 Unternehmen besitzen

Als mutmaßlichen Kopf der Bande sieht die Staatsanwaltschaft einen 50-Jährigen, der in Hamburg festgenommen wurde. Nach Medienberichten soll er seit 2022 zunächst von Berlin aus mit 22 Komplizen zusammengearbeitet und ein Firmengeflecht mit bis zu 40 Unternehmen aufgebaut haben. Der Mann soll Menschen nach Deutschland eingeschleust und bundesweit für Arbeiten im Reinigungsgewerbe eingesetzt haben. Viele Beschäftigte seien aus Osteuropa gekommen, etwa aus der Ukraine und Georgien.

25 Millionen Euro Schaden bei der Sozialversicherung

Die Gruppe soll zahlreichen Arbeitnehmern beim unerlaubten Aufenthalt geholfen und sie beherbergt haben. Dabei sollen gefälschte Urkunden und Ausweise zur Täuschung im Rechtsverkehr verwendet worden sein. Wie Hochrechnungen der Behörden ergaben, sei dem Staat innerhalb von vier Jahren allein bei der Sozialversicherung ein Schaden von etwa 25 Millionen Euro entstanden.

Die Einsatzkräfte stellten mehr als eine Million Euro Bargeld sicher, dazu Luxusgüter und illegale Waffen. Das Amtsgericht ordnete 50 Vermögensarreste (Sicherstellungen) über insgesamt 106 Millionen Euro an.