Mit einem Festakt in Mühldorf bei Spitz (Wachau) feierte die Genossenschaftsgruppe an jenem Ort, an dem ihre Erfolgsgeschichte einst ihren Anfang nahm. Zur Jubiläumsfeier kamen zahlreiche hochrangige Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kirche und Gesellschaft.

Raiffeisen Generalanwalt Erwin Hameseder mit (v.l.) Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leiter, Doris Berger-Grabner (Raiffeisenbank Krems) und Verteidigungsminsterin Klaudia Tanner. © Leadersnet, C. Mikes

Vor 140 Jahren wurde in Mühldorf im Bezirk Krems die erste Raiffeisenkasse Österreichs gegründet. Nachdem Raiffeisen NÖ-Wien das Jubiläumsjahr bereits im Rahmen seiner Jahrestagung in der Messe Wien eingeläutet hatte, wurde nun am historischen Ausgangspunkt der Genossenschaftsbewegung gefeiert. 

Vom lokalen Kreditverein zum Wirtschaftsfaktor

Aus einer von Handwerkern und Landwirten gegründeten Darlehenskasse hat sich in den vergangenen 140 Jahren eine Unternehmensgruppe mit großer wirtschaftlicher Bedeutung für Österreich entwickelt. Heute betreut Raiffeisen bundesweit rund 1,3 Millionen Kunden, beschäftigt 13.000 Mitarbeiter und trägt jährlich rund drei Milliarden Euro zur heimischen Wirtschaftsleistung bei.

"140 Jahre Raiffeisen in Österreich – das sind 140 Jahre Verantwortung, die unsere Organisation übernommen hat. 140 Jahre Nähe zu den Menschen, gelebte Solidarität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, die wir in diesen Tagen besonders brauchen", betonte Erwin Hameseder, Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes. 

Nähe zu den Menschen als Erfolgsrezept

Zugleich verwies Hameseder auf jene Eigenschaften, die die Entwicklung der Organisation mitgetragen hätten: "Regionale Verankerung, Resilienz und Innovationskraft sind Stärken, die uns ausmachen und prägen." Diese hätten dazu geführt, dass Raiffeisen heute nicht nur ein bedeutender Teil der österreichischen Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft sei. Zudem betonte Hameseder im Hinblick auf die 140-jährige Geschichte, dass diese "nie eine Geschichte des Stillstands, sondern immer eine Geschichte des Wandels und der Antworten auf die Herausforderungen der jeweiligen Zeit" gewesen sei. Raiffeisen verbinde seit jeher wirtschaftliche Kompetenz mit regionaler, sozialer Verantwortung. "Wir sind modern und innovativ, ohne unsere Wurzeln zu vergessen", so der Generalanwalt.

Wer leiht uns Geld, wenn es sonst niemand tut?"

Doris Berger-Grabner, Obfrau der Raiffeisenbank Krems: "Begonnen hat vor 140 Jahren alles mit der Frage: Wer leiht uns Geld, wenn es sonst niemand tut?"  In ihrere Festrede hob Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hervor: "Wir feiern heute weit mehr als das Jubiläum einer Bank. Wir feiern eine Idee, die Generationen getragen, Niederösterreich geprägt und bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat."