Die österreichische Kulinarikszene trauert um Renate Wagner-Wittula. Nach langer Krankheit, der sie mit unglaublichem Mut und großer Tapferkeit begegnete, schlief sie friedlich ein. Renate Wagner-Wittula war die Witwe des großen Gastrokritikers und Gourmetjournalisten Christoph Wagner.

Nach dem Tod ihres Mannes Christoph Wagner 2010, Gastrosoph und einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen österreichischen Kochbuchliteratur, arbeitete Renate Wagner-Wittula unermüdlich und äußerst kompetent im Sinne ihres Lebensmenschen weiter.

Nicht nur ihre Arbeit steht für Renate Wagner-Wittula, sie war auch besonders herzlich, liebenswert und großzügig. Man konnte mit ihr herrlich lachen und niveauvoll philosophieren. Und sie war immer Ratgeberin mit unfehlbarem Gespür für das Richtige. Sie war einfach eine Seele von Mensch. 

Einer der Meilensteine ihrer vielfältigen Karriere war die Arbeit als Fachlektorin an dem 1993 erschienenen österreichischen Jahrhundertkochbuch „Die Gute Küche“ (Ewald Plachutta und Christoph Wagner). Sie trug wesentlich zum Gelingen des Kochbuchbestsellers bei, das seit Jahrzehnten als Standardwerk der österreichischen Küche gilt. 

Zahlreiche weitere Kochbücher mit namhaften österreichischen Köchen und Christoph Wagner als Co-Autor kommen erst nach sorgfältiger Betreuung durch Renate Wagner-Wittula als Fachlektorin auf den Markt. Darunter Bestseller wie „Das neue Sacher Kochbuch“ gemeinsam mit Alexandra Gürtler.

Der Schritt zur Autorin

Renate Wagner-Wittula profilierte sich aber auch selbst als Kochbuchautorin. Für den Pichler-Verlag (später Styria) schrieb sie die Bücher „Österreichisches Küchenkastl“ (gemeinsam mit Christoph Wagner), „Das Kind-geht-aus-dem-Haus-Kochbuch“, „Schnelle Küche für Berufstätige“ oder „Die Wiener Küche“. 

Als Christoph Wagner starb, stellte sie seine unvollendet gebliebenen Bücher „Knödelküche“ (gemeinsam mit Ingrid Pernkopf) sowie Christoph Wagners „Bratenküche“ mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Töchter pünktlich fertig. Es folgen regelmäßige Kolumnen und Beiträge für verschiedene Magazine. 

Gemeinsam mit Ingrid Pernkopf entstehen Klassiker wie die „Strudelküche“, „Das große Mehlspeiskochbuch“, „Die oberösterreichische Küche“, „Heute lieber kein Fleisch“ u. v. m. Auch mit Größen wie Toni Mörwald, Jörg Wörther, Ulli Amon-Jell, Elisabeth Lust-Sauberer und schließlich Adi Bittermann entstehen neue Kochbücher. Mit Bittermann arbeitete Renate Wagner-Wittula zuletzt am Buch „So grillt Österreich“.

Auch bei dem von Christoph Wagner (gemeinsam mit Klaus Egle) seit 1999 im Verlag Pichler herausgegebenen Restaurantführer „Wo isst Österreich“ übernahm Renate Wagner-Wittula nach dem Tod ihres Mannes seinen Part und gab seither gemeinsam mit Egle das Buch heraus, das seit 2014 im Eigenverlag GOURmedia unter dem Titel „Wirtshausführer“ erscheint.

Ein reiches Werk, das Renate Wagner-Wittula hinterlässt. Sie wird uns wirklich fehlen!

 

Christoph Wagners Lebenswerk im Deutschen Archiv der Kulinarik
Die Familie des 2010 verstorbenen Publizisten überließ im Jahr 2025 Christoph Wagners kulinarische Sammlung dem Deutschen Archiv der Kulinarik in Dresden (geführt von der Sächsischen Landesbibliothek und der Technischen Universität Dresden) als Schenkung. Diese umfasst rund 3.000 Bücher, dazu kulinarische Notizen, Menü- und Speisekarten.