Die Familie Cerea, Eigentümerin der größten privaten italienischen Restaurantgruppe mit einem Jahresumsatz von über 120 Mio. Euro, holt einen starken Partner zur weiteren Expansion an Bord: die Moncler-Familie Ruffini erwirbt über ihre Holding Ou(r) Group 40 Prozent an der Cerea-Gruppe.

Mastermind der Familie und der Unternehmensgruppe: Enrico Cerea © Da Vittorio

Megadeal in der italienischen und europäischen gehobenen Gastrobranche: die Eigentümer der Modemarke Moncler, die Mailänder Familie Ruffini, steigt mit 40 Prozent im Gastro-Imperium der Familie Cerea ein, die auch ein exponiertes 3-Sterne-Restaurant betreibt. Damit soll die weitere Expansion vorangetrieben, die strikte Ausrichtung auf Oberklasse beibehalten werden.

Cerea besitzen seit Jahrzehnten ihr Herzstück, das prächtige Anwesen „Da Vittorio“ in Brusaporte bei Bergamo in Oberitalien (Lombardei). Hier ist auch das exzellente 3-Sterne-Restaurant Da Vittorio situiert sowie ein kleines Boutiquehotel, das dem Relaius&Chateaux-Verbund angehört. Der Grundstock der Familiengruppe wurde vor 61 Jahren in Bergamo mit einer weithin berühmten Konditorei und Konditorwarenproduktion gelegt.

120 Millionen Euro Umsatz, 1400 Mitarbeiter

Seither schafften die Cereas ein atemberaubendes Wachstum bei stets höchster gastronomischer Exzellenz. Die zweite Generation nach dem Gründer hält in den weitverzweigten Betrieben mit fast 1400 Mitarbeitern alle Fäden in der Hand und ist breit aufgestellt. Kopf der Familie ist Enrico "Chicco" Cerea, der zusammen mit seinem jüngeren Bruder Roberto „Bobo“ die Sterne-Gastronomie konsequent vorangetrieben und ein ebenso umfangreiches wie exklusives Cateringunternehmen aufgezogen hat. 

Dieses ist im Großraum Mailand und anderen italienschen Städten für zahllose namhafte Kunden tätig, unter anderem für einige der Big Names aus der Modebranche (Prada, Louis Vuitton, Gucci & Co) und richtet praktisch alle namhaften Bankette in der Megaregion Mailand aus. Die Cateringsparte leitet aktuell Francesco Cerea. Die im Unternehmen aktive Familie wird ergänzt von Schwester Rossella und Mama Bruna.

Edel-Caterer der großen Luxusmarken

Ein besonderer Betrieb ist das Konditor-Stammhaus in der Altstadt von Bergamo (Caffè Cavour 1880), ergänzt um eine große Konditormanufaktur in Albano Sant'Alessandro. Enrico Cerea kümmerte sich in den vergangenen Jahren auch um die Expansion. Zwei weitere Da Vittorio-Restaurants – mit je zwei Sternen – gibt es im noblen St. Moritz in der Schweiz und in Shanghai (China). Exklusive Orte sind weitere Standorte von Cerea-Restaurants unter anderen Namen, etwa in Portofino, Rom oder Mailand – u.a. in der Via Montenapoleone, einer der exklusivsten und teuersten Einkaufsstraßen der Welt -, wo Cerea das „DaV by Da Vittorio Louis Vuitton“ im LV Palazzo bereibt.

Da Vittorio ist 300 Millionen wert

„Geld haben wir nicht gesucht“, sagt Enrico Cerea ganz cool, „aber wir wollen international wachsen. Dafür braucht es technisches Knowhow und einen starken Partner.“ Nachsatz: „Bis zu 100 Millionen Euro Umsatz haben wir das sehr gut über die Familienstruktur bewältigt, alles darüber braucht aber einen anderen Background, das ist eine andere Dimension.“

Seit einem Jahr liegt das „Dossier Cerea“ bei verschiedenen Private Equity-Firmen am Tisch, an Angeboten fehlt es nicht. Die Familie hat für eine Partnerschaft gute Argumente: 120 Millionen Euro Jahresumsatz, hochprofitabel, eigene Akademie zur Ausbildung von Topköchen, Firmenwert gegen 300 Millionen Euro. Daraus leitet sich wohl auch der Kaufpreis für die 40-prozentige Beteiligung ab, rund 130 Millionen Euro.

Cerea & Ruffini: Big Deal als Familiensache 

Im Rennen um die 40-prozentige Beteiligung waren neben Investment- und Hedgefonds auch Luxusgüterkonzerne wie LVMH, die Wahl der Familie Cerea fiel schliesslich auf die OU(r) Group der Familie Ruffini, die über einen bestimmenden Anteil auch in der Gastro-Gruppe Langostino investiert ist. Die Mehrheit bleibt bei den Cereas, genau bei „Mama Bruna e i suoi cinque figli“ (Mama Bruna und den fünf Kindern). Familie ist in Italien alles. 

Remo Ruffini (Moncler, Langosteria) steigt bei der Da Vittorio-Gruppe als Minderheitsaktionär mit 40 Prozent ein. © Moncler
Pietro Ruffini ist CEO der Ou(r) Group und von Moncler. © Moncler
Der Stammsitz von Da Vittorio in Brusaporte bei Mailand, unter anderem mit 3-Sterne-Restaurant und Relais&Chateau Boutiquehotel. © Da Vittorio
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