Es gibt ein neues Weinkonsortium in Piemont: Nizza DOCG hat nach über 20 Jahren Vorbereitung einen eigenen Herkunftsschutz für seine Weine der Rebsorte Barbera. Damit soll das enge Piemonteser Weinkorsett etwas aufgeschnürt werden. Rund 700 Hektar umfasst die neue Nizza DOCG.

Mit der Anerkennung der DOCG ist es das erklärte Ziel der aktuell 97 Weinproduzenten, kurzfristig fünf Millionen Flaschen Wein der Herkunft Nizza DOCG zu füllen und zu verkaufen. Stefano Chiarlo euphorisch als Präsident von Nizza DOCG: "Ein Traum wird wahr!" Aus der Rebsorte Barbera werden unter der neuen geschützten Herkunft Rosso und Rosso Riserva abgefüllt werden, die allesamt zhu 100 Prozent aus Barbera aus dem Gebiet bestehen müssen.

Die Gründung des Konsortiums schließt einen langen Prozess ab, der 2002 mit der Gründung der Vereinigung der Nizza-Produzenten begann, die seit 2000 ein Teilgebiet der großen Familie des Weinkonsortiums Barbera d'Asti und Monferrato war. Die letzte Meile institutioneller Anerkennung wurde im vergangenen Herbst gestartet, mit dem Ausstieg aus der großen piemontesischen Organisation und der Ankündigung, dass die Unternehmen bis 2026 ein autonomes Konsortium bilden würden.

Chiarlo Präsident an der Spitze des Nizza DOCG Consortium

Der Hauptsitz des neuen Konsortiums wird sich in Nizza Monferrato befinden. Stefano Chiarlo (vom bekannten Piemont-Weingut Michele Chiarlo) wurde an der Spitze bestätigt, unterstützt von den Vizepräsidenten Gianni Bertolino (Tenuta Olim Bauda) und Daniele Chiappone (Erbe von Chiappone Armando).

Ziel: 5 Millionen Flaschen Nizza DOCG pro Jahr

Die umgelegten Zahlen des DOCG zeigen für das Jahr 2025 eine Million verkaufte Flaschen in einen Gesamtwert von etwa 30 Millionen Euro. Über 180 Etiketten erwirtschafteten diese Zahlen, wobei etwas mehr als die Hälfte exportiert wurde. Die treuesten Nizza-Kunden finden sich in der Schweiz, Nordeuropa, dem Vereinigten Königreich und Nordamerika.

Mit Blick auf die Zukunft könnten die etwa 720 Hektar, die noch potenziell als Nizza DOCG im Herzen von Monferrato (seit 2014 UNESCO-Weltkulturerbe) stehen, eine deutliche Produktionssteigerung ermöglichen.

 

NIZZA DOCG (Piemont)
8 Gemeinden der Region Nizza – Agliano Terme, Belveglio, Bruno, Calamandrana, Castel Boglione, Castelnuovo Belbo, Castelnuovo Calcea, Castel Rocchero, Cortiglione, Incisa Scapaccino, Moasca, Mombaruzzo, Mombercelli, Nizza Monferrato, Rocchetta Palafea, San Marzano Oliveto, Vaglio Serra und Vinchio
Mindestalkoholgehalt: 13,0 Volumenprozent beziehungsweise 13,5 Prozent, wenn eine Vigna (Name des Weinbergs) auf dem Etikett angegeben ist.
Reifung: Für Rosso mindestens 18 Monate, davon 6 Monate im Fass; für Riserva mindestens 30 Monate, davon 12 Monate im Fass.

Nizza DOCG – die Bodenkarte © Enogea, Quelle: Nizza Docg Consortium
Weinberge in der Region Nizza Monferrato in der Abendsonne. © ilnizza.net/it
Typisch piemontesische Weinhügel-Landschaft im neuen Weinbaugebiet Nizza DOCG. © ilnizza.net/it