Die lange Hitze- und Trockenheitsperiode stellt Winzer in ganz Europa vor große Herausforderungen. Wie berichtet, starteten die Weinernten in Italien, Frankreich und Spanien bereits im Juli, teils so früh wie nie zuvor. In Österreich und Deutschland wurde nun mit der Lese leichterer Rebsorten begonnen.

Während in Österreich, etwa im burgenländischen Seewinkel, mit der Lese der frühreifen leichten Rebsorten begonnen wurde, die zu Traubensäften und Sturm verarbeitet werden, ist es in Deutschland der Federweiße, für den die Trauben bereits geerntet werden. Als Federweißer wird in Deutschland der junge Wein im Most- und Sturmstadium bezeichnet. 

Auch Trauben für Schaumgrundweine werden in beiden Ländern bereits gelesen. Für die Hauptweinlese stehen die Winzer in den Startlöchern. Auch der am 17. August 2026 begonnene Wetterumschwung ändert daran nichts.

Weinlese voraussichtlich um ein Drittel geringer als im Vorjahr

Der Österreichische Weinbauverband rechnet für die Lese 2026 aufgrund der lange anhaltenden hohen Temperaturen und der Trockenheit mit Ernterückgängen. Für konkrete Ernteprognosen sei es noch zu früh, schließlich könne Regen noch etwas verändern. Aber die Erntemenge wird in jedem Fall deutlich unter der guten Menge des Vorjahres (2025) zu liegen kommen.

Winzer rechnen mit bis zu einem Drittel geringerem Ertrag als zuletzt. Die Trauben haben weniger Gewicht und einen geringeren Saftanteil. Das könnte in Richtung einer wirklich kleinen Ernte gehen, etwa wie zuletzt im Jahr 2024.

Der Vegetationsfortschritt liegt in Österreich nach wie vor um zwölf Tage früher als im Durchschnitt. Entsprechend fällt heuer die Hauptweinernte je nach Weinbaugebiet, Rebsorte und Verwendung bereits in die zweite August-Hälfte. Dies gilt nicht für Topqualitäten und Riedenweine, deren Lese im laufenden Jahr wohl auch früher, aber nicht vor Mitte bis Ende September beginnen sollte.

Wassermangel und Hitze sind eine schlechte Kombination

Trockenheit wäre für Weinreben an sich weniger problematisch, da sie sich das Wasser aus tieferen Bodenschichten holen. Das derzeitige Problem ist aber die Kombination aus anhaltendem Wassermangel in Verbindung mit hohen Temperaturen, so der Weinbauverband. Bei 30 bis 35 Grad schließt die Rebe ihre Spaltöffnungen, um die Wasserverluste zu reduzieren und begibt sich in einen Schutzmechanismus.

Dadurch wird die Fotosynthese der Pflanze eingeschränkt und das Wachstum verlangsamt. Zudem können bei den Trauben Hitzeschäden und Sonnenbrand (bildet unangenehme Gerbstoffe im Wein) entstehen, was sich ebenfalls auf Wachstum wie Reifung und damit auf Aroma, Säure und Zucker auswirkt. 

Quellen; Redaktion; Weinbauverband; ORF