Die steirischen Winzer räumten groß ab bei der internationalen Sauvignon Selection by CMB 2026 im nordkroatischen Varaždin, der Gesamtsieg aber geht nach Südtirol an die Kellerei Meran. Niederösterreich holte zweimal Gold.

Vinaria Redakteur & Verkostungsleiter Wolfgang Wachter bei der Arbeit in „seiner“ Jury. © Wolfgang Wachter

Es gab Großes Gold, Gold und Silber zu gewinnen, erstmals auch den Anerkennungspreis „CMB Merit“ für sehr empfehlenswerte Weine. Der beste Sauvignon eines Landes wurde mit der Revelation Trophy ausgezeichnet. Größenteils standen trockene Stillweine am Start, daneben einige edelsüße und Schaumweine, insgesamt rund 1.000 Proben.

Gesamtsieg geht nach Meran in Südtirol

Der Gesamtsieg, der Weltmeistertitel sozusagen, nennt sich „International Revelation Sauvignon Selection“. Schon mehrfach ging diese begehrte Trophäe in die Steiermark, diesmal allerdings ins Land an Etsch und Eisack, und zwar an die Südtiroler Kellerei Meran für den „A.A. Sauvignon Riserva Mervin 2021“. 

Steiermark wieder sehr erfolgreich

Die Steiermark hat bei dieser Veranstaltung mehrfach hervorragend abgeschnitten. Diesmal wurde die International Revelation nur knapp verfehlt, nämlich vom Weingut Hofmann in Gamlitz mit dem 2023 Ried Sulz Sauvignon Blanc. Als Belohnung gab´s die Austrian Revelation Trophy und Großes Gold; der Wein war „oaked“.

Die zweite Große Goldmedaille ging an den 2025 Sauvignon Blanc Südsteiermark DAC des Weingutes Sternat. Gold wurde an 37 Weine aus der Grünen Mark vergeben, Silber an 47. Den CMB Merit erhielten 84 Sauvignons.

Niederösterreich: Steininger und Fürnkranz holen Gold

Im Unterschied zur Steiermark ist Sauvignon Blanc in Niederösterreich nicht die Leitsorte, sondern ein Nischenprodukt, dem etliche Winzer großes Augenmerk schenken. Die Belohnung dafür sind zwei Goldmedaillen, die an die Weingüter Steininger in Langenlois und Fürnkranz in Obritz (Weinviertel) gehen, darüber hinaus zwei Silberne und ein CMB Merit.

Internationale Jury mit 50 Verkostern aus aller Welt, Vinaria dabei

Die Jury setzte sich aus rund 50 Verkostern aus aller Welt zusammen, von Kanada über Brasilien und Südafrika bis Nord- und Osteuropa. Für sie gab es nur den Jahrgang als Information und gegebenenfalls den Hinweis, dass es sich um eine Tankprobe handelt. Das heißt, es wurde strikt blind verkostet. Am Ende eines Verkostungstages erhielt jeder Juror seine eigenen Wertungen schriftlich überreicht.

Vinaria war in den Jurys als einziges Fachmedium aus Österreich vertreten, in Person von Redakteur und Verkoster Wolfgang Wachter.

Diese Internationalität ist eine Medaille mit zwei Seiten. Einerseits wird die Welt des Sauvignon Blanc in der Jury umfassend repräsentiert, andererseits machen sich sensorische Prägungen, Gewohnheiten und Vorlieben mitunter nachteilig bemerkbar. 

Inharmonische Jurys machten es manchen Weinen schwer

So war gelegentlich zu beobachten, dass durchaus harmonische Weine mit Holz oder akzentuierter Säure von einzelnen Juroren niedrig bis sehr niedrig bewertet werden und dadurch die etwas skurrile Situation eintreten kann, dass innerhalb einer Jurygruppe Höchstwertungen deutlich über 90 Punkten auf „gerade noch nicht fehlerhaft“ treffen.

Speziell diesmal hatte ich den Eindruck, dass sehr moderat oder gar nicht geholzte „cool climate Sauvignons“ mit unauffälliger Säure hoch im Kurs standen.