Der Aufsichtsrat der Weinakademie Österreich hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Nachfolge von Langzeit-Chef Josef „Pepi“ Schuller befasst. Dazu lag ein Dreiervorschlag eines Headhunters vor. Die Generalversammlung muss nun entscheiden. Gute Karten dürfte Christian Zechmeister haben.

Die Nominierung für den Geschäftsführer der Weinakademie Österreich mit Sitz in Rust steht aus der Historie den burgenländischen Weinbaustrukturen zu, die dazu einen Dreiervorschlag erarbeitet haben. Mithilfe eines Headhunters und nach erfolgter Ausschreibung. 

Gute Karten soll dabei Christian Zechmeister haben, er ist aktuell Geschäftsführer der Wein Burgenland sowie Prokurist der Weintourismus Burgenland und einer der führenden Stakeholder. Diese Funktion bei Wein Burgenland hat er schon lange inne, unterbrochen von zweieinhalb Jahren als Prokurist der Österreich Weinmarketing an der Seite von Chris Yorke. Neben absoluter Fachkenntnis muss die neue Führung der Weinakademie auch auf der Organisationsstruktur des Weinbaus Klavier spielen können.

Ära von Pepi Schuller geht nach 35 höchst erfolgreichen Jahren zu Ende

Eine Ära neigt sich ihrem zu Ende: in der Weinakademie Österreich wird sich deren Gründer Josef „Pepi“ Schuller nach sagenhaften 35 Jahren in den (Un)Ruhestand verabschieden. Der Pepi hat Meilensteine gesetzt: mit über 1.000 Seminaren und mehr als 21.000 Teilnehmern jährlich ist die Weinakademie seit langem die größte europäische Weinschule. Diese wurde 1991 als Tochter der Österreich Weinmarketing (ÖWM) gegründet, der erste Weinakademiker-Jahrgang graduierte 1994. Die Weinakademie vermittelt Basis- und Spitzenwissen, spannt in ihrer Arbeit den Bogen bis ganz nach oben. Daraus ergeben sich höchst erfolgreiche Kooperationen etwa mit der deutschen Fachhochschule Geisenheim und dem britischen WSET (Wine & Spirit Education Trust).

Erster Master of Wine in Österreich

Josef Schuller war der erste und lange Zeit einzige Master of Wine (MW) in Österreich, erst viel später folgten Roman Horvath (Domäne Wachau) und Andreas Wickhoff (Weingut Bründlmayer). Master of Wine zählen daher auch zu den hochkarätigen Vortragenden und Lektoren. Diese internationale Vernetzung hat der Weinakademie Österreich den Ruf als eine der besten vinophilen Ausbildungsstätten der Welt eingetragen. Ihre Absolventen kommen aus gut 50 Ländern und sind perfekte Botschafter für den österreichischen Wein.

Sie stammen überwiegend aus Europa, aber auch aus Argentinien, China, Iran, Kanada, Neuseeland und den USA. Die Absolventen nehmen oft Schlüsselpositionen in der Weinwirtschaft ein, sind im Verband „Club der Weinakademiker“ organisiert und verpflichten sich zu permanenter Weiterbildung. Schuller und seinem Team gelang es, ein Konstrukt zu schaffen, das über enorme Expertise in der Ausbildung den Wein aus Österreich in der ganzen Welt platziert.

Wenn Josef Schuller, ein gebürtiger Burgenländer, der im Buschenschank der Grossmutter erstmals mit Wein in Kontakt kam, in den Ruhestand treten wird, gilt es, die Weinakademie in ihrer breiten Struktur und als peniblen Hort des Fachwissens behutsam in die Zukunft zu führen und evolutionär weiterzuentwickeln.