Die österreichische Fassbinderei Schön hat die weltweit ersten Weinfässer aus Holz und Stein vorgestellt. Dafür werden die Dauben aus österreichischem, französischem, deutschem oder kroatischem Eichenholz mit Fassböden aus Steinplatten kombiniert. 

Fassbinderfamilie Schön: Jennifer, Manuel und Gernot Schön (v.r.) © Matthias Koestler

Die Steinplatten können je nach regionalem geologischen Vorkommen aus Schiefer oder Granit gefertigt werden. In Zukunft will der Erfinder, Manuel Schön (29), auch Böden aus Marmor oder Gärbehälter mit Betonplatten anbieten. Gefertigt werden die Unikate in der Fassbinderei Schön in Sitzenberg-Reidling, Bezirk St. Pölten (Niederösterreich); gegründet im Jahr 1933.

Mehr Frische im Wein als beim klassischen Barrique

Die Fässer verbinden die Vorteile des klassischen Ausbaus im Holz – Mikrooxidation und stilistischer Einfluss durch das Toasting – mit reduktiven Elementen, da die Steinplatten nur wenig Sauerstoff durchlassen. Die darin gereiften Weine bieten nach Angaben der Küferei die Aromatik der Holzreifung, sind aber frischer und klarer im Ausdruck. Damit sollen sie auch jüngere Konsumenten ansprechen, die mehr Frische und Frucht suchen.

Wie Manuel Schön erklärt, seien „die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt, es können unterschiedlichste Materialien eingesetzt werden“. Er hat mehrere Jahre an der Entwicklung der Hybridfässer gearbeitet und sie mit verschiedenen Weinen getestet. Die Kombination aus Holz und Stein wird je nach Kundenwunsch hergestellt. Dafür stehen verschiedene Holzarten, Toastings und Steinarten zur Verfügung. Die Fassdauben können auch erneuert werden. Ein Hybridfass mit 225 Litern Inhalt kostet je nach Material rund 1.200 Euro. Es ist durch die Steinböden mit 88 Kilogramm rund ein Drittel schwerer als herkömmliche Barriques.

Das Hybrid-Fass: Duett aus Holz und Stein 
Nach ausführlicher Entwicklungs- und Testphase unter anderem mit Projektweinen junger Winzer (2024), ist das „Hybridfass“ der Familie Schön nun reif für den Markt. Klassische Eichenholz-Dauben werden mit Steinplatten-Böden kombiniert. So entsteht ein neuartiger Reifeprozess, die ein uniques Aromaprofil garantiert. Das Fass verbindet zwei Materialien, die seit Jahrhunderten im Weinbau existieren, aber selten miteinander in Verbindung gebracht werden.