2025 Grüner Veltliner Ried Achleiten Smaragd
Weingut
Prager
Wachau

Kühler Ausdruck, Frühlingswiese, alte Apfelsorten, recht gute Duftfülle, frische Kräuter, Thymian; mittelkräftig,gewisser Grip, Grapefruits, leicht grüntabakig, geradlinige Art, mittleres Spiel und Finish.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€€€
Naturkork

Weingut
Prager
Wachau

Robert Bodenstein MSc
3610 Weißenkirchen
Wachaustraße 48

Bei diesem hervorragenden Weingut in Weißenkirchen quasi im Herzen der Wachau darf man, ja muss man geradezu, die perfekte Vermählung von Tradition und Moderne feiern. Über rund dreieinhalb Dekaden fungierte Toni Bodenstein – tatkräftig unterstützt von seiner Frau Ilse –als Vorreiter und Entdecker für Gebiet, Ort und Weingut ebenso wie als Fels in der Brandung, wenn es um die respektvolle Bewahrung des historischen Erbes ging. Sind die beiden immer noch höchst aktiv, so steht im Weingut Prager nun schon seit einigen Jahren die von Dynamik und Enthusiasmus erfüllte neue Generation in Gestalt von Robert und Sophie-Helen Bodenstein im Rampenlicht. Im Weingut Prager wird konsequent auf die klassischen Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling gesetzt, wobei Letzerem besondere Wertschätzung zuteilwird, was sich auch in einem 60-prozentigem Rebanteil ausdrückt. Die vielfach mit alten bis uralten Reben bepflanzten Weingärten befinden sich in sehr guten bis herausragenden Lagen in und um Weißenkirchen. Das Veltliner Federspiel kommt aus der gut versorgten Ried Hinter der Burg am Fuß des Seibers mit relativ tiefgründigen Böden. Die südlich bis südwestlich ausgerichtete Ried Steinriegl mit Anteilen von Kalksilikatmarmor ist Ursprung des Riesling Federspiels. Die Smaragde stammen durchwegs aus den legendären Weißenkirchner Rieden Achleiten und Klaus sowie Zwerithaler (Kammergut), die durch sehr mineralische Böden geprägt sind – je nach Riede und Zone Gföhler Gneis, Migmatit-Amphibolit und Paragneis, teils mit Kalkanteilen. Unter „Wachstum Bodenstein“ firmieren ein Riesling aus extremer Höhenlage (460 Meter) sowie ein vor knapp 30 Jahren mit über 100 verschiedenen, auf diverse Unterlagsreben gepfropften Genotypen bepflanzter Weingarten mit Grünem Veltliner. Diese alten Rebbestände stellen eine wichtige Genreserve für die Zukunft dar. Als weitere Veltliner-Spezialität gibt es auch noch die mit uralten Reben bepflanzte Stockkultur Achleiten. Der Jahrgang 2025 war ausgesprochen herausfordernd, zudem zeigten sich gerade in diesem Jahr hinsichtlich Entwicklung und Reife zwei Pole in der Wachau: Hier und in Spitz hinkte man der östlichen Wachau deutlich hinterher. So wurde erst am 3. Oktober mit der Lese der Veltliner Steinfeder begonnen. In den Veltliner –Weingärten ging in der Folge die Reife zügig voran und es konnten hohe Qualitäten in guter Menge geerntet werden. Beim Riesling hingegen war es wesentlich schwieriger. Starkes vegetatives Wachstum, abfallende Trauben und Infektionen sorgten letztendlich für hohe Verluste – insbesondere, da man ausschließlich vollkommen gesundes Traubenmaterial verarbeitet; so gab es Verluste um die 50 Prozent. Dem kühlen und folglich relativ späten Jahrgang entsprechend präsentieren sich die 2025er elegant, teils filigran, dabei von kristallklarer Aromatik und rassiger Säurestruktur. Die Grüner-Veltliner-Palette reicht von einer delikaten Steinfeder (gibt es heuer erstmals nach vielen Jahren wieder!) über das straffe Federspiel bis zum stets von floralen Noten getragenen Smaragd, dessen Vertreter sich mineralisch und spannungsgeladen zeigen. An der Spitze stehen Wachstum Bodenstein, Stockkultur und das Zwerithaler Kammergut, wobei Letzterer als Topwein und wohl einer der besten Veltliner des Jahrgangs herausragt. Die jahrgangsbedingt etwas schlanker gehaltenen, sehr pointierten Rieslinge geben sich teils noch etwas verkapselt, wenn auch von betonter Sortentreue und vom Boden geprägt. Hier tut sich der Klaus besonders hervor.ps

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