Weingut Familie Gesellmann
Mittelburgenland

Albert & Silvia Gesellmann
7301 Deutschkreutz
Langegasse 65

Der Betrieb blickt auf eine lange Tradition zurück. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1719 zurück. Nicht ganz so alt sind die Reben in den Weingärten, aber manche bringen es auf das nahezu biblische Alter von mehr als 90 Jahren. „Die regulieren den Ertrag ohne mein Zutun“, erklärt Albert Gesellmann. Bei den Rotweinen ist Holzeinsatz selbstverständlich. Es kommen überwiegend Fässer mit 500 Litern Inhalt zum Einsatz, die Eichenaromen sollen sich dem Wein unterordnen, der Wein selbst soll der Hauptdarsteller sein. Ab dem Jahrgang 2021 setzt der Winzer Fässer mit sehr dicken Dauben ein, um den Sauerstoffeintrag zu minimieren. Seit der Ernte 2019 werden die Beeren nicht mehr gequetscht, die Gärung beginnt interzellulär. Das sorge für mehr Ruhe und ausgeglichene Frucht, begründet Albert Gesellmann diesen Schritt. Da das Tannin von Traubenstielen unerwünscht ist, kommen optische Selektionstische zum Einsatz. Bei den Weißweinen hingegen sind einige Stunden Mazeration mit Stielen zur Reduktion der sensorischen Üppigkeit üblich. In der Vinifikation wird auf signifikante Schwefelreduktion gesetzt, zum Teil waren die Weine des Jahrganges 2019 im Frühjahr 2022 noch immer ohne Schwefeldosis. Auch Zeit ist ein wichtiger Faktor. Dem „G“ gönnt der Winzer vier bis fünf Jahre, bevor das Flaggschiff des Hauses in den Verkauf kommt. Diesen noblen Wein gibt es nur in sehr guten Jahrgängen. Sein Dasein verdankt er den ältesten Rebstöcken des Weingutes, er wird aus kleinbeerigen Blaufränkischtrauben und etwas St. Laurent gekeltert und rund 40 Monate in Barriques geschult. Wegen der geringen Mengen ist der „G“ nur in limitierter Flaschenanzahl verfügbar, was bei genauerer Betrachtung ein echtes Problem für die Gesellmanns darstellt – man will ja keinen Kunden beleidigen. Ein verlässlich sehr guter Wein ist auch der Blaufränkisch hochberc, dessen Trauben aus dem steilsten Filetstück der Ried Hochberg stammen, der Unterboden aus Kalksandstein ist mit einem sehr dünnen Oberboden aus sandigem bis schwerem Lehm bedeckt. Die Reben für den Hochberc weiß, ein Gemischer Satz, wurden im Jahr 1959 gepflanzt. Lagenrein wird auch der Pinot Noir ausgebaut, er stammt von der kalkreichen und nach Norden offenen Ried Siglos. Kühle Nächte und ein fast unterbrochen blasender Wind sorgen für Finesse. Mit der neu gebauten Verarbeitungsstätte inklusive Gärkeller ist Albert Gesellmann sehr zufrieden. Dort gibt es jetzt keine Beeren- und Saftpumpen mehr, das erledigt die Schwerkraft in Verbindung mit mechanischen Hebeeinrichtungen. Für den Weißwein wurde eine gekühlte Presse installiert, welche die Mazeration der Trauben über Nacht erlaubt. Auch der Verkostungsraum wurde großzügig umgebaut, Besucher können nun in den Fasskeller blicken.

Weine

2020 Blaufränkisch Creitzer Reserve
Brombeeren, Waldboden, bodenstämmige Aromen, winzige Prise getrocknete Kräuter; feingliedrig, Säurespiel, lebendig, Fruchtaromen und Kräuterwürze innig verwoben, distinguiert mit Trinkfluss, Bittermandeln klingen lange nach. Burgenland
Rotwein
Blaufränkisch
€€€
Schraubverschluss
2021 Chardonnay
Frische Anmutung mit merklichen, aber unaufdringlichen Holznoten, dahinter helles Steinobst, Heublumen; attraktive und frische Frucht, Holz nur zur Untermalung, animierendes Säurespiel, Druck, gute Länge.
Weißwein
Chardonnay
€€
Schraubverschluss
2020 Hochberc weiß
(GV/WB/CH/WR/RI/TR) Druckvoll, kompakt, sensorisch kein Holz, vielschichtige Aromatik, alte Apfelsorten, Quitten, Kräuter, Blüten; vielschichtig und gebündelt, frisch, klare Frucht gibt den Ton an, hauchzarte Würze unterlegt, lang.
Weißwein
Gemischter Satz
€€€
Schraubverschluss
2020 Chardonnay Ried Steinriegel
Feine und einladende Holznote, Kletzen, reife Birnen, getrocknete Feigen, Mandelsplitter; aromatisches Dacapo, feines Säurerückgrat, winzige Prise Gerbstoffe, lang, Aromen vom Bukett halten sich bis in den Nachhall hinein.
Weißwein
Chardonnay
€€€€
Schraubverschluss
2019 Pinot Noir Ried Siglos

Druckvoll, sortenaffin, Waldboden, Kirschen und reife Himbeeren, kaum Holz; saftig, einige Kraft, nie üppig, klare Frucht, unaufdringliches Gerbstoffnetz sorgt für Konturen.

Rotwein
Pinot Noir (Blauburgunder)
€€€€
2020 Blaufränkisch vom Lehm
Klassische Sortenanmutung, Frucht dominiert, primär Kirschen, etwas Brombeeren dahinter, zarte Kräuternote; präsentiert sich auch im Geschmack so, feine Säure gibt Leben, unaufdringliche Tannine, trinkanimierend bei mittlerer Länge.
Rotwein
Blaufränkisch
€€
Schraubverschluss
2019 Opus Eximium No 32

(60BF/30ZW/SL) Balan- ciert, fruchtbetont, Brombeeren, Schwarzkirschen, dunkle Würze, Prise Kakaopulver; ausgewogen auch im Geschmack, die Aromen vom Bukett finden sich wieder, lebendig, Substanz, präzise, Tanningrip, fruchtbetont im langen Nachhall.

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€
2019 Syrah

Minze, Herbes de Provence, hoch- reife Vogelbeeren, schwarze Oliven à la Tapenade; aromatisches Dacapo, lebhaft, in keiner Phase üppig, präzise, gutes Gerbstoffgerüst, lang, Potenzial. Erinnert an Südfrankreich.

Rotwein
Syrah (Shiraz)
€€€€
2019 Bela Rex

(55ME/CS) Merlot gibt den Ton an, Dörrzwetschken, bisschen Kirschen, getrocknete Tomaten, Zedernholz, dahinter Cassis; vielschichtig, Säurespiel, Zug, präzise Struktur, feiner Tanningrip, gute Länge, keinerlei Üppigkeit.

Blauburger
€€€€€
TOP
2019 Blaufränkisch hochberc

Tief, noble Anmu- tung, dunkle und blau getönte Frucht, ruhig strö- mend, Hauch After Eight, zarteste Gewürznoten, Prise schwarzer Pfeffer; tieffruchtig, strukturiert, Gerbstoffe und Säure geben Struktur, Tanningrip, Würze zur Untermalung, Bodentöne und Beeren- frucht im langen Nachhall.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€€
TOP
2018 G

(95BF/SL) Ruhig, elegant, Frucht und Würze innig verwoben, dunkle Tönung, tief im Glas frisches Lorbeerblatt; tieffruchtig auch am Gaumen, reife Tannine, Holz sensorisch kein Thema, Tiefgang von den uralten Rebstöcken, Kirschen und Beeren im langen Nachhall, unaufgeregt, ein Gentleman.

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€€€