Albert Gesellmann
7301 Deutschkreutz
Langegasse 65
Tel. +43 2613 80360
weingut@gesellmann.at
www.gesellmann.at
Das Weingut der Familie Gesellmann kann auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1719 findet sich die erste Erwähnung in einer Urkunde. Nicht ganz so alt sind die Reben in den Weingärten, aber manche bringen es auf das nahezu biblische Alter von mehr als 90 Jahren. „Die regulieren den Ertrag ohne mein Zutun“, erklärt Albert Gesellmann. Mit dem Jahr 2024 ist er sehr zufrieden. „Trotz der Trockenheit von Mitte Juli bis Mitte September zählt es zu den großen Jahren.“ Albert Gesellmann dreht mit viel Feingefühl an den Qualitätsschrauben. So zum Beispiel gärt der Sauvignon Blanc nur noch im gebrauchten Holz und durchläuft einen Biologischen Säureabbau. Den Chardonnay Ried Steinriegel baut er in Fässern mit dicken Dauben aus, was ihm mehr Reduktivität verleiht. Bei den Weißweinen sind einige Stunden Mazeration mit Stielen zur Reduktion der sensorischen Üppigkeit üblich. Bei den Rotweinen ist Holzeinsatz selbstverständlich. Es kommen überwiegend Fässer mit 500 Litern Inhalt zum Einsatz, die Eichenaromen sollen sich dem Wein unterordnen, der Wein selbst soll der Hauptdarsteller sein. Der Winzer setzt Fässer mit sehr dicken Dauben ein, um den Sauerstoffeintrag zu minimieren. Die Beeren werden nicht mehr gequetscht, die Gärung beginnt interzellulär. Das sorge für mehr Ruhe und ausgeglichene Frucht, begründet Albert Gesellmann diesen Schritt. Bei der Vinifikation wird Schwefel extrem sparsam eingesetzt, um den Weinen möglichst viel Freiraum zu lassen. Auch Zeit ist ein wichtiger Faktor. Dem G gönnt der Winzer vier bis fünf Jahre, bevor das Flaggschiff des Hauses in den Verkauf kommt. Sein Dasein verdankt er den ältesten Rebstöcken des Weingutes, er wird aus kleinbeerigen Blaufränkischtrauben und etwas St. Laurent gekeltert und rund 40 Monate in Barriques geschult. Ein weiteres Aushängeschild ist der Blaufränkisch hochberc, die Trauben stammen aus dem steilsten Filetstück der Ried Hochberg, der Unterboden aus Kalksandstein ist mit einem sehr dünnen Oberboden aus sandigem bis schwerem Lehm bedeckt. Die Reben für den hochberc weiß, ein Gemischer Satz, wurden im Jahr 1959 gepflanzt. Lagenrein wird auch der Pinot Noir ausgebaut, er stammt von der kalkreichen und nach Norden offenen Ried Siglos. Kühle Nächte und ein fast ununterbrochen blasender Wind sorgen für Finesse. Im Jahr 2019 wurde die neu gebaute Verarbeitungsstätte inklusive Gärkeller in Betrieb genommen. Dort gibt es keine Beeren- und Saftpumpen mehr, das erledigt die Schwerkraft in Verbindung mit mechanischen Hebeeinrichtungen. Für den Weißwein wurde eine gekühlte Presse installiert, welche die Mazeration der Trauben über Nacht erlaubt. Der Zeitpunkt der Flaschenfüllung richtet sich streng nach Mondphasen. Die aktuelle Serie vereint Ernsthaftigkeit, Tiefgang und Trinkfluss. So elegant wie die aktuelle Ausgabe des Blaufränkisch hochberc war dieser Wein noch nie. In sich ruhend und gleichsam zeitlos präsentiert sich der G.
Weine
Elegante Gewürzaromen, gelbe Birnen, ein Hauch von Kletzen, tief im Glas rote Zitrusfrüchte; saftig, Schmelz, einladende Frucht, feinfühliger Holzeinsatz, langer Nachhall, perfekte Balance.
(SB/CH) Der Sauvignon Blanc hat mit einer eleganten Würze die Nase vorne, dahinter zarteste Eichennote, Birnen und Kletzen; auf dem Gaumen setzt sich der Chardonnay mehr durch, Fruchtschmelz, sanfte Säure, Substanz, viele Facetten, im langen Nachhall wieder Würze vom Sauvignon.
Kühl, Waldhimbeeren, Kirschen, ätherische Einsprengsel, alles fein verwoben; aromatisches Dacapo, feinmaschiges Gerbstoffnetz, null Opulenz, viel Sorte, gekonntes Spiel mit dem Holz, gute Länge.
Blaufränkisch gibt den Ton an, saftige Brombeeren und Kirschen, Prise Würze, tief im Glas frische Heidelbeeren; Berge von unaufdringlicher Frucht, eingebettet in feine Tannine, balanciert, lang.
Nobler Auftritt, Minze, ein Hauch Weihrauch, zarteste Gewürzaromen, dunkle Waldbeeren; großer Aromenbogen auch auf dem Gaumen, elegante Frucht, feingewobenes Gerbstoffnetz, zartes Säurespiel, hochpräzise, in keiner Phase laut oder grob, Finesse vor Wucht, langer Nachhall. So elegant war dieser Wein noch nie.
Ruhig strömend, gelassen, rauchig-würzige Anklänge, Schwarzkirschen, dunkle Beeren, nobel; schließt mit diesen Aromen an, präzise und fokussiert, elegante Tanninstruktur, Holz nahezu völlig absorbiert, strahlt große Gelassenheit aus, langer Nachhall, erst am Anfang einer vielversprechenden Entwicklung.
(SÄ, 0,375 l) Grüne Kräuter, Minze, fokussiert, getrocknete Marillen; schließt mit diesen Aromen an, hinten auf dem Gaumen auch Kaki und Kumquats, belebendes Säurespiel hält dem Restzucker die Waage, Trinkfluss.
