Richard Walzer
3500 Krems-Gneixendorf
Gneixendorfer Hauptstraße 28
Tel. +43 676 6666340
wein@richardwalzer.at
www.richardwalzer.at
Mit Richard Walzer Weine zu degustieren, ist immer ein besonderes Vergnügen. Kaum jemand sonst vertieft das Gespräch so weit bis in kleinste Details und hinterfragt nicht nur sich selbst und seine Arbeit, sondern auch jede Aussage unsererseits, wenn es um die Beschreibung und Bewertung seiner Weine geht. Dabei ist er einer, der ohnehin jede Traube dreimal umdreht, bevor sie zur Presse gelangt – so könnte man es zumindest augenzwinkernd formulieren, wenn man weiß, mit welcher Akribie der Kremser an seine Tätigkeiten im Weingarten und im Keller herangeht. Mit dem aktuellen Jahrgang ist er sehr zufrieden. Der feuchte September hätte ein wenig Botrytis verursacht, die allerdings beim Verkosten der aktuellen Weine kaum auffällt, meint er. „Generell sind sie heuer so geworden, wie wir uns das möglichst jedes Jahr wünschen – wir haben durchgehend ein halbes Prozent weniger Alkohol und ein bisschen mehr Säure, was dem Trinkvergnügen sehr zugute kommt!“ Ein paar Neuerungen hat der Kremser auch im Gepäck. Die wohl wichtigste betrifft den Top-Veltliner des Hauses, den Kapuzinerberg. „Heuer machen wir den Schritt und bringen ihn erst im kommenden Jahr in den Verkauf!“ Eine Entscheidung, die wir nur ausdrücklich begrüßen können, umso mehr, als wir den noch pubertären, jedoch unglaublich komplexen Jungwein als Fassprobe kosten durften und von seinen großartigen Anlagen begeistert waren. Neu im Sortiment ist auch ein Schaumwein mit dem pleonastischen Namen Sparkling Bubbles, und mit dem 2023er Wolfsblut kommt eine modern vinifizierte Rotwein-Cuvée, der wir trotz mehrjähriger Holzfass-Lagerung gern noch ein paar Jahre Flaschenreife gönnen würden. Richard Walzer ist ein Einzelkämpfer. „Ich bin mehr Weinbauer als Weingut“, sagt er in bescheidener Zurückhaltung, „Handwerkliches steht im Vordergrund!“. Das hat freilich zur Folge, dass er eher selten am eigenen Hof anzutreffen ist. Dabei freut er sich über jeden einzelnen Besuch, bittet aber explizit um vorherige Terminvereinbarung.
Weine
Leicht reduktive Nase, Robinien, Bananen, kandierte Früchte; mit der erfrischenden Säure kommen grünfruchtige Motive zu Wort, wie Limetten, Zitronenäpfel; relativ leichtgewichtiger, schön trockener, appetitanregender Süffelwein, einladend und offenherzig.
Helle Aromenvielfalt, Getreide, Kornfeld, dann die unverwechselbare gelblössige Mineralität der Lage, Äpfel, Birnen, helles Tabakblatt; kräftige, extraktsüße Basis, die die Säurepikanz genial abfängt; saftig, zartherb schmelzige Textur; beeindruckt sowohl mit seiner Balance aus Kraft und Finesse als auch mit der puristischen Reinheit und Präzision eines großen Veltliners.
Rote und schwarze Beeren, Weichseln; duftig, fein gemeißelt, eleganter Säurekern; heuer etwas moderater, ruhiger und noch trinkanimierender.
Leichtfüßiger Auftritt, duftet dezent nach Sandelholz und Muskatblüten; knackfrische Säure, heuer feingliedrig, subtil angelegt; ein vinophiler Feingeist.
Muskattrauben, weiße Ribisel, deutliche Fruchtsüße; intensiv prickelnder Verlauf, unkomplizierter, leicht restsüßer Schäumer mit entsprechend hohem Charme-Faktor.