Während Ex-Bürgermeister Manfred Kölly einen Rettungsversuch starten möchte, schweigt der Betreiberverein. So oder so: Die Tage der Gebietsvinothek Vinatrium in Deutschkreutz (Mittelburgenland) sind gezählt. Die endgültige Sperrstunde ist nur noch eine Frage von Wochen.

Drei Jahrzehnte lang war die Gebietsvinothek Vinatrium in Deutschkreutz ein willkommener Dreh- und Angelpunkt nicht nur für den vinophilen Genuss, sondern auch für Kultur- und Unterhaltungsevents. Diese Ära neigt sich dem Ende zu, die Insolvenz droht. Die Schulden der Vinothek belaufen sich auf rund 300.000 Euro, wissen Eingeweihte.

Die Winzer haben mittlerweile ihre auf Kommission gelieferten Weine abgeholt, um für sich den Schaden in Grenzen zu halten. Die Regale der Vinothek sind leer. Bis zum Schluss haben alle Beteiligten versucht zu retten, was zu retten ist. Doch der Vinatrium-Betrieb ist nicht mehr zu finanzieren, wie aus der Grenzgemeinde zu hören ist. „Ein Insolvenzantrag ist vorerst noch nicht gestellt. Die Entscheidung, den Schlussstrich zu ziehen und für immer zuzusperren, ist aber bereits gefallen“, heißt es auf Medien-Anfragen.

45 Winzer sind in die Gebietsvinothek eingebunden

Der langsame Niedergang der Gebietsvinothek hat sich schon seit Längerem abgezeichnet. 45 Winzer sind in die Initiative Gebietsvinothek eingebunden. Die ersten 15 Jahre seien für alle nach Wunsch verlaufen, danach ist es immer schwieriger geworden. In den vergangenen zwei Jahren spitzte sich die Lage zu, der Weinverkauf sei gehörig unter Druck geraten.

Nun lautet die Parole: lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ob Insolvenz angemeldet wird (die Sachlage ist klar) oder mit Verlust einfach zugesperrt wird müssen die Beteiligten entscheiden. Ohne Insolvenz bleiben diese vermutlich auf dem Schuldenberg sitzen.

Als Kultur- und Eventlocation und für private Feste bleibt das Haus erhalten, von den Problemen ist „nur“ die Vinothek betroffen.