Einst gingen im Berwanger Hof (Tirol) Film- und Fernsehstars ein und aus. Nach einem Tag der offenen Tür werden ab Dezember die ersten Gäste erwartet. 55 Millionen Euro wurden in den weitreichenden Aus- und Umbau gesteckt.

So wird der neue Berwanger Hof bei Fertigstellung aussehen. Das Haus ist tief in der touristischen DNA von Berwang verwurzelt. © Almdorfbau

Projektentwickler Almdorfbau beziffert die Investitionen in den Standort nach aktuellem Stand auf rund 55 Millionen Euro. Das touristische Management übernimmt Alps Resorts. Die ersten Gäste in dem Haupthaus der Herberge am Fuße der Tiroler Zugspitze werden ab Dezember 2026 erwartet. Ein Gebäudeteil empfängt bereits Gäste: Das Jagdhaus mit 13 Apartments wurde im Sommer 2025 zusammen mit dem Restaurant Alps Kitchen in Betrieb genommen.

Brachliegendes Ensemble zu neuem Leben erweckt

Almdorfbau übernahm das lange brachliegende Ensemble im Jahr 2022 und entwickelte den Standort baulich neu. Das frühere Stammhaus konnte nach Angaben des Unternehmens nicht erhalten werden. An seine Stelle trat die neue Residence mit 37 Apartments und Suiten. Sie soll außerdem über einen Wellnessbereich mit Infinity Pool, einen Fitnessraum und ein kleines gastronomisches Angebot verfügen.

Je nach Kategorie bieten die Apartments, Panorama Suiten und Penthouses bis zu vier Schlafzimmer. Als Ausstattungsmerkmale nennt Alps Resorts unter anderem eigene Küchen, finnische Saunen sowie Hot Tubs auf Balkon oder Terrasse.

Alpenspitze soll weitere 30 Einheiten zum Resort hinzufügen

Ein drittes Gebäude, die Alpenspitze, soll das Ensemble spätestens ab Frühjahr 2027 um weitere 30 Einheiten erweitern. Nach Fertigstellung würde der Berwanger Hof damit im Endausbau insgesamt 80 Apartments und Suiten umfassen. Alps Resorts strebt einen ganzjährigen Betrieb an. Geschäftsführer Thomas Payr sagt: „Zusätzliche Betten allein erzeugen noch keine Wertschöpfung. Entscheidend ist eine hohe und gleichmäßige Auslastung über möglichst viele Monate hinweg.“

Erinnerungsstücke halten die Vergangenheit sichtbar

Der Grundstein des ursprünglichen Berwanger Hofs wurde 1962 gelegt. Das frühere Stamm- und Jagdhaus verfügte nach Angaben der Unternehmen zusammen über 295 Betten. In den 1970er- und 1980er-Jahren gingen dort Film- und Fernsehstars ein und aus; Berwang galt zeitweise als „kleines St. Moritz“.

Bei der Neuentwicklung seien historische Elemente gesichert, restauriert und, wo immer möglich, in das neue Ensemble integriert worden. Die Unternehmen nennen eine mehr als 200 Jahre alte Sternzeichenbar, Bleiglasfenster, Möbelstücke und Schmiedearbeiten. Ein „Raum der Stars“ soll mit Fotografien, Texten und Originalelementen an die Vergangenheit des Hauses erinnern.

Johannes Arneth, Geschäftsführer von Almdorfbau, erklärt: „Uns war deshalb wichtig, hier nicht einfach etwas Neues hinzustellen, sondern möglichst viel von der Geschichte und Identität dieses besonderen Ortes in die Zukunft mitzunehmen.“