Noch nie hat die Weinlese in der Steiermark so früh begonnen wie in diesem Jahr. Mediterrane Bedingungen beschleunigten die Reifeentwicklung, während regionale Niederschläge rechtzeitig für Abkühlung und Entspannung sorgten. Nur geringe Ernteausfälle infolge der Dürre.

Anfang September startete die Hauptlese in der Steiermark, Mitte des Monats war sie bei vielen Betrieben bereits abgeschlossen. © Wein Steiermark, Lupi Spuma

Anders als in vielen anderen österreichischen Weinbaugebieten – mit Dürreschäden bis zu 50 Prozent - blieben größere trockenheitsbedingte Ausfälle in der Steiermark weitgehend aus. Die Trauben präsentieren sich gesund und von hoher Qualität. Bereits Ende August wurden erste Trauben für die Sektproduktion geerntet, Anfang September startete die Hauptlese und Mitte des Monats war sie bei vielen Betrieben bereits weit fortgeschritten oder abgeschlossen.

„Generell hat der Regen im Süden die Lage im Weinbau leicht entspannt. Wir rechnen kaum mit Ernteausfällen durch die heurige Trockenheit, wenngleich einzelne Betriebe stark leiden – vor allem solche mit Flächen auf kargen Böden. Weinreben können mit trocken-heißen Bedingungen deutlich besser umgehen als andere Kulturen. Hauptgrund dafür ist die gute und tiefe Verwurzelung bei älteren Reben,“ erläutert Martin Palz, Geschäftsführer Wein Steiermark und steirischer Weinbauchef.

Mediterrane Bedingungen begünstigen den Jahrgang

Das illyrisch-mediterrane Klima prägte den Jahrgang 2026. Trockene Phasen im Frühsommer und hohe Temperaturen im Hochsommer förderten die Entwicklung der Reben. Die regionalen Niederschläge reichten in weiten Teilen aus, um stärkeren Trockenstress zu verhindern. Lediglich auf besonders kargen Standorten waren die Bedingungen herausfordernder.

Zur entscheidenden Reifephase stellte sich auch der für die steirische Weinstilistik wichtige Wechsel zwischen warmen Tagen und kühlen Nächten ein. Die Trauben konnten bis zur Lese sehr gesund erhalten werden – beste Voraussetzungen für einen vielversprechenden Jahrgang.

Frühe Reife – früher Lesestart – trinkfreudige Weinstile

Die hohen Temperaturen ließen die Zuckergehalte in den Beeren rasch ansteigen und machten den frühen Lesebeginn notwendig. Gleichzeitig kamen aufgrund der warmen Bedingungen während der Lese der raschen Verarbeitung und Kühlung der Trauben besondere Bedeutung zu. Der richtige Lesezeitpunkt war entscheidend, um Frische, Aromatik und ein ausgewogenes Verhältnis von Reife und Säure zu bewahren.

Damit bietet der Jahrgang 2026 beste Voraussetzungen für lebendig-frische und aromatische Weine ebenso wie für charaktervolle, kräftigere und trinkfreudige Stilistiken. Die Steiermark erwartet wieder einen sehr guten Weinjahrgang und knüpft an die Vorgänger-Jahre nahtlos an. Seit 2015 gelten die Jahrgänge in der Steiermark als gut, sehr gut oder ausgezeichnet.

Steiermark erwartet sehr guten Weinjahrgang 2026

„Der Jahrgang 2026 wird wieder als sehr guter Weinjahrgang für die Steiermark in die Statistik eingehen. Nach einem trockenen Sommer hatten wir Glück: gemäßigte Niederschläge, die oft erst am Nachmittag nach der Lese oder während der Nacht einsetzten, sorgten für Frische und Abkühlung. Die sonnigen Tage und kühlen Nächte während der Hauptlese ermöglichten eine weitgehend stressfreie Weinlese. Wir Winzer konnten uns über gesunde, aromaintensive Trauben mit sehr guten Zucker- und Säurewerten freuen“ macht Stefan Potzinger, Obmann Wein Steiermark und steirischer Weinbaupräsident, Lust auf den neuen Jahrgang.

Erntemenge im Bereich einer guten Normalernte

Auch mengenmäßig zeigt sich in der Steiermark ein erfreuliches Bild. Nach 244.717 Hektolitern im Vorjahr (laut Statistik Austria), wird 2026 erneut mit einer Normalernte gerechnet – nach ersten Schätzungen sogar mit einer Steigerung gegenüber dem Fünfjahresschnitt. Bei rund 5.000 Hektar Rebfläche liegt das Produktionspotenzial der Steiermark zwischen 230.000 und 250.000 Hektolitern.

 

TIPP: Weinherbst in der Steiermark
Mit der Lese beginnt auch der Weinherbst: Sturm, Buschenschankbesuche und zahlreiche Weinfeste prägen die kommenden Wochen. Gerade jetzt lädt das steirische Weinland dazu ein, bei einem Buschenschank einzukehren und den neuen Jahrgang dort zu erleben, wo er entsteht. Die Buschenschanksuche der Wein Steiermark bietet dabei einen Überblick über mehr als 200 Buschenschanken in der Steiermark und hilft bei der Suche nach passenden Betrieben und aktuellen Öffnungszeiten hier.

 

Ausgewählte Termine:
Gamlitzer Weinlesefest | 1. bis 4. Oktober 2026
Eibiswalder Weinlesefest | 3. bis 4. Oktober 2026
Burgenland trifft Steiermark, München | 22. Oktober 2026
Weinbergfest Klöch|Hochwarth | 26. Oktober 2026
Junkerpräsentation, Graz | 4. November 2026
Steirische Riedenweinpräsentation, Palais Ferstel Wien | 18. November 2026

Stefan Potzinger, Obmann Wein Steiermark und steirischer Weinbaupräsident © Weingut Potzinger
Martin Palz, Geschäftsführer Wein Steiermark und steirischer Weinbauchef © Wein Steiermark
Die steirischen Rieden bringen seit 12 Jahren gute bis ausgezeichnete Jahrgänge © Wein Steiermark, Lupi Spuma