Das Oktoberfest 2026 in München war die Rekord-Wiesn und auch eine der schönsten aller Zeiten. 7,4 Millionen Besucher zählte die Stadt München - so viele wie noch nie. Auch beim Bierabsatz gab es einen neuen Rekord. Und ja, der Kokainkonsum machte den Behörden ebenfalls zu schaffen wie nie.

„Mit 7,4 Millionen Besuchern ist die Wiesn 2026 die bislang meistbesuchte in ihrer langen Geschicht“, freut sich der Chef des Volksfestes, der Münchner Wirtschaftsreferent Christian Scharpf. Der bisherige Rekord mit 7,2 Millionen Besuchern im Jahr 2023 wurde geknackt. 

„Was für eine Bilderbuch-Wiesn“, sagt auch Dominik Krause über sein erstes Oktoberfest als (grüner) Münchner Oberbürgermeister. „Die Wiesn 2026 war eine der schönsten aller Zeiten.“ Der junge Bürgermeister musste einmal auch amtshandeln, und das kam so:

Watschentanz in der Rathaus-Boxe

Ein handfester Streit in der Boxe des Münchner Stadtrats hatte gegen Wiesenende ungewöhnliche Konsequenzen. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat der Fraktion der Linken für den Rest des Oktoberfests deren Tisch in der sogenannten Ratsboxe des Münchener Stadtrats entzogen. Der Anlass: eine Frau, die am Tisch der Linken-Fraktion saß, hat dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Stadtrat, Jörg Hoffmann, eine Ohrfeige erteilt. Zu dem Vorfall soll es nach einer Debatte um Israel und Palästina gekommen sein, wie Medien berichten. Dem Vernehmen nach war auch Alkohol im Spiel.

In Massen strömte wieder mal das Bier: 6,7 Millionen Maß Bier (zu je einem Liter) wurden nach Angaben der Stadt München getrunken. Das sind 2,7 Prozent mehr als 2025. Ein Revival erlebte das Grillhendl, das nach einigen Jahren der Absatzrückgänge wieder so stark gefragt war wie lange nicht.

Auf der Wiesn war das Koks billiger als eine Mass Bier

Die Polizei in München sprach von einer relativ friedlichen Wiesn. 1.851 Einsätze, davon knapp die Hälfte Straftaten, seien überschaubar. Probleme machte allerdings der ausufernde Kokainkonsum. In dem Bereich hatte die Polizei auf der diesjährigen Wiesn besonders kontrolliert. „In den Promi-Zelten winken sie mit 500-Euro-Scheinen, dann knien sie auf dem versifften Klo, um eine Line zu ziehen“, beschreibt ein Polizist die Szene. Die Fahnder beobachten, lauschen, schlagen zu –  und blicken oft in menschliche Abgründe. 15,60 kostete die Maß Bier im Durchschnitt. Und war mitunter etwas teurer als eine Linie Koks.

Tausende Alkoholvergiftungen: nicht alle konnten mehr blasen

Die Ambulanzen meldeten ebenfalls Rekorde – fast 8.500 Einsätze. 40 Prozent der Patienten waren ausschließlich wegen einer Alkoholvergiftung auf Hilfe angewiesen. Der gemessene Rekordwert dabei: 3,8 Promille. Allerdings sei das nicht unbedingt tatsächlich der höchste Wert. Schließlich müsse der Patient, um den Alkoholwert feststellen zu können, noch in der Lage sein, in das Testgerät zu blasen...