Zur kürzlich zu Ende gegangenen En-Primeur-Kampagne für den Jahrgang 2025 im Bordeaux hat Château Pontet-Canet als erstes Weingut seinen Preis bekanntgegeben. Er liegt mit rund 48 Euro ab Hof für Négociants durchschnittlich zwei Euro pro Flasche unter den Preisen von 2024. 

Das berichtete zuerst das französische Branchenmagazin Vitisphere. Die 48 Euro pro Flasche exklusive Mehrwertsteuer gelten für den Verkauf ab Hof an die Négociants (Großhändler) am Place Bordeaux, dem weltweit einflussreichen Zusammenschluss der Négociants. Diese wiederum bieten Pontet-Canet in Subskription den internationalen Händlern um 58 Euro pro Flasche an. Für Endkonsumenten im deutschsprachigen Raum wird der Preis dann um die 90 Euro liegen, inkusive Mehrwertsteuer.

Pontet-Canet um ein Drittel günstiger als Jahrgang 2022

Damit setzt sich der Abwärtstrend bei Pontet-Canet fort: Der Preisrückgang gegenüber 2023 betrug bereits fünf Euro, gegenüber 2022 hatte es einen Preiseinbruch von 25 Euro pro Flasche gegeben. Die Entscheidung des gefragten, biodynamisch wirtschaftenden Château Pontet-Canet hat sicher Signalwirkung auf die Flut an noch kommenden Preisfestsetzungen.

Ein weiterer Subkriptionspreis eines bekannten Hauses wurde ebenfalls bereits veröffentlicht: Château Les Carmes Haut-Brion 2025 um 135 Euro pro Flasche exklusive Steuern von Négociant für Wiederverkäufer.

François-Xavier Maroteaux, Präsident der Union des Grands Crus de Bordeaux, rechnet für den Jahrgang 2025 in etwa mit dem Preisgefüge des Jahres davor (2024): „2025 wird zu den großen Jahrgängen von Bordeaux gehören und es ist das erste Mal, dass ein so großer Jahrgang in so geringen Mengen angeboten wird“. Aufgrund von Hitze und Trockenheit gilt die Erntemenge 2025 in Bordeaux (und in ganz Frankreich) als historisch niedrig. 

Expertin warnt Châteaus vor „falscher Preisgestaltung“

Sophia Gilmour, Marktanalystin bei der Handelsplattform und Weinbörse Liv-ex, warnt: Preiserhöhungen hätten zwar in der Vergangenheit kurzfristige Gewinne gebracht, dies jedoch zu Lasten des langfristigen Marken-Images und des Vertrauens der Käufer. „Bei falscher Preisgestaltung werden die 2025er, unabhängig von ihrer Qualität, neben den vier vorherigen Jahrgängen in überfüllten Lagern landen“, warnt Gilmour die Châteaus.

Zur Präsentation des Jahrgangs 2025 kamen in der En-Primeur-Woche 5.000 Fachbesucher in die Weinregion Bordeaux. Das sind zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Anteil ausländischer Gäste stieg von 27 auf 31 Prozent. Die meisten von ihnen kamen aus Großbritannien, gefolgt von den USA, Belgien, der Schweiz und Deutschland. Insgesamt reisten Besucher aus 76 Ländern an; im Vorjahr waren es 69 Nationen.

Quelle: Vitisphere