Der italienische Weingigant Zonin 1821 hat angesichts von Schulden in Höhe von 80 Millionen Euro ein außergerichtliches Verfahren zur Unternehmenssanierung beantragt. Erst Vor wenigen Wochen berichtete Vinaria über ein ähnliches Verfahren des spanischen Weinriesen Familia Torres.

Damit wird ein Ausgleich mit starker Schuldenreduktion angestrebt, um die Zahlungsfähigkeit wiederherzustellen. Das operative Geschäft soll auch während des Insolvenzverfahrens uneingeschränkt fortgeführt werden.

Weiterführung und Neuausrichtung geplant

Die Strategie ist Teil eines umfassenden Sanierungsplans unter Leitung des neuen Chefs, CEO Maurizio Rossetti. Er wird gemeinsam mit der Familie Zonin und weiteren Gesellschaftern an einer Neuausrichtung arbeiten. Geplant sind unter anderem eine Überarbeitung der dreijährigen Vertriebsstrategie mit Fokus auf Umsatz und Margen sowie die Rationalisierung von Teilen der Produktionsstrukturen. 

In diesem Zuge könnten – in Abstimmung mit der Familie Zonin und den Minderheitsgesellschaftern – auch Verkäufe einzelner Weingüter geprüft werden. Zum Portfolio zählen sieben große Kellereien in Italien, darunter im Friaul, Piemont, Lombardei, Toskana, Apulien und Sizilien. Im März 2026 hat sich das Unternehmen bereits von seinem Weingut Barboursville Vineyards in den USA (Virginia) getrennt, das Gianni Zonin in der 1970er Jahren gekauft hatte.

50 Millionen Flaschen pro Jahr, 7 Großkellereien, 1500 Hektar eigene Rebfläche

Zonin zählt zu den bedeutenden Weinunternehmen Italiens, produziert über 50 Millionen Flaschen jährlich und ist in 140 Ländern aktiv. Die landwirtschaftlichen Flächen des Konzerns umfassen rund 1.500 Hektar. Rund 84 Prozent des Umsatzes erzielt Zonin im Ausland und ist damit in Italiens Weinbranche ein Exportkaiser.

Mit Zonin gerät nun ein italienischer Weinriese ins Wanken. Nur wenige Wochen, nachdem auch die spanische Großkellerei Familia Torres mit 70 Millionen Schulden ein Restrukturierungsverfahren einleitete.