Blaufränkisch-Exzellenz vom Eisenberg: Die exklusive Vinaria Reportage samt gedeckter Verkostung beleuchtet die Rieden Fasching, Reihburg, Saybritz und Szapary – die Kronjuwelen des kleinen, aber sehr feinen Weinbaugebiets.

Eisenberg-Riedenkarte © www.eisenberg-dac.at/ Werbeagentur geografikr

Eisenberg ist der Namensgeber für das 525 Hektar große und zugleich Österreichs kleinste Weinbaugebiet, das im Süden des Burgenlandes als ein stilles landschaftliches Idyll entlang der Grenze zu Ungarn verläuft. Seit dem Jahrgang 2009 besitzt dieses Gebiet die DAC-Herkunftsbezeichnung und umfasst Gebiets- und Ortsweine sowie qualitätsvolle Einzellagenweine. Die prägnanteste Erhebung dieser Region bildet die Bergformation des Eisenbergs, der nordwestlich an die Weinbaugemeinde Eisenberg an der Pinka anschließt und sich bis 414 Meter erhebt. Aus diesem Bereich kommen die Riedenweine Fasching, Reihburg, Saybritz und Szapary. Die Hauptrolle in dieser einzigartigen Wein- und Kulturlandschaft übernimmt der Blaufränkisch. 

Die Toplagen am Eisenberg: Fasching, Reihburg, Saybritz, Szapary

Das Kerngebiet des Eisenbergs ist mit den südlich anschließenden Weinbergen von Deutsch-Schützen prädestiniert für charaktervolle Rotweine. Historisch gesehen wurden die Weine rund um den Eisenberg früher als „Eisenberger“ bezeichnet. In den letzten Jahrzehnten wurde das Qualitätspotenzial dieses Terroirs ausgebaut, der Blaufränkisch verstärkt forciert, im weißen Bereich ein Welschriesling-Revival eingeläutet und zugleich die Terroirtauglichkeit für Merlot und Pinot Noir im internationalen Format erkannt. 

Die Leitsorte am Eisenberg bleibt aber mit bis zu siebzig Prozentanteil der Blaufränkisch, der einzigartige Charakterweine mit einer präzisen, rotbeerigen Fruchttiefe und einer mineralischen Würzepikanz hervorbringt, die ihn in ihrer Art unverwechselbar macht. Zur obersten Qualitätskategorie vom Eisenberg zählen die Lagen Hummergraben, Paigl, Fasching, Reihburg, Saybritz und Szapary. Die Gesamtfläche dieser Riedenweine beschränkt sich auf 93 Hektar. Diese sechs Toplagen – wobei Hummergraben und Paigl aufgrund der geringen Mengen meist cuvetiert werden – sind in ihrer strukturellen Kleinteiligkeit und der hohen Terroirqualität auf engstem Raum mit den historischen Top-Lagen im Burgund vergleichbar. 

Blaufränkisch erfolgreich am internationalen Rotweinparkett

Zu beobachten ist, dass die aktuellen Weine mehr Feinheit und Trinkigkeit zeigen, was auch am sich ändernden Konsumverhalten weltweit zu beobachten ist. Die Topjahrgänge 2023, das Trockenjahr 2022 und der große 2021er mit idealem Wetterverlauf und herausragendem Traubenmaterial boten hier die Rahmenbedingungen für diesen „soften“ Stilwechsel. Dass Blaufränkisch aus Österreich am internationalen Parkett verstärkt wahrgenommen wird, ist als Leistung der Winzer zu sehen, die noch mehr die Feinheiten der Terroirinterpretation herausarbeiten und dies im höchsten Qualitätsniveau. 

 

Die 4 Toprieden am Eisenberg im Kurzportrait:

Ried Fasching
Bepflanzte Fläche: 12 Hektar, Ausrichtung: Süd-Südwest, Höhe: 260 bis 310 Meter
Tiefere Lage, überwiegend mittelschwere bis schwere Lehm- und Tonböden, Untergrund: Grünschiefer. Die Lage weist hohe Eisenwerte auf. Intensive Sonneneinstrahlung. In Eisenberger Bergbüchern ist die Lage bereits seit 1593 unter der Bezeichnung „Fassangh ryeb“ nachweisbar. Um 1514 ist der Besitz durch das Augustiner-Chorherrenstift Vorau belegt. Bestockung zu 80 Prozent mit Blaufränkisch.

Für Mathias Jalits zeigt sich die Ried Fasching immer in „etwas opulenter in dunkelfruchtiger Prägung“, was auf die etwas fetteren Böden mit hervorragender Wasserspeicherung im Vergleich zur Nachbarriede Reihburg zurückzuführen ist. Weingut Walter Stubits betont auch den „fruchtbetonteren Ausdruck“ dieser Riede, die eine geringere Humusschichtauflage besitzt als der Reihburg. Beide Lagen zeichnen sich durch mittelschwere bis schwere Lehmböden aus, die auf Grünschiefer im Untergrund aufliegen. Thom Wachter bemerkt zu den fruchtbetonteren, fülligen Noten hier die Balance zur Frische. All diese Charakterisierungen waren im Tasting gut nachvollziehbar, obwohl die Höchstnote von 17 Punkten (= 4 Sterne Auszeichnung) nicht überschritten wurde. 

 

Ried Reihburg
Bepflanzte Fläche: 12 Hektar, Ausrichtung: Süd-Südwest, Höhe: 260 bis 310 Meter
Tiefere Lage, überwiegend mittelschwere bis schwere Lehm- und Tonböden, Untergrund: Grünschiefer. Die Lage weist hohe Eisenwerte auf. Intensive Sonneneinstrahlung. In Eisenberger Bergbüchern ist die Lage bereits seit 1593 unter der Bezeichnung „Fassangh ryeb“ nachweisbar. Um 1514 ist der Besitz durch das Augustiner-Chorherrenstift Vorau belegt. Bestockung zu 80 Prozent mit Blaufränkisch.

Mit dem Blaufränkisch Ried Reihburg nahm die Erfolgsstory der Entdeckung des Eisenbergs als Top-Rotweinregion international ihren Anfang. Uwe Schiefer war hier der Pionier, als er 1995 vom Sommelier im legendären Wiener „Steirereck“ in seine Heimat Welgersdorf wechselte, um Winzer zu werden. Sein Erstlingswerk kam von „350 Stöcken Blaufränkisch vom Reihburg, und aufgrund der lehmhältigen, schweren Böden“, so Uwe Schiefer, wurde „dieser Wein, sehr kräftig, dicht und dunkelfruchtig, mit kräftigem Alkohol und milder Säure sowie mit guten Tanninen. Das ist sofort sehr gut bei den Leuten angekommen.“ 

Die terroirtypischen Eigenschaften vom Reihburg werden zukünftig auch im Weingut Krutzler mehr Gewicht einnehmen, da Reinhold Krutzler sich gemeinsam mit seinem Sohn Clemens stärker den Riedenweine-Interpretationen widmen wird. Dies ist Reinhold Krutzler bereits mit dem legendären Rotweinjahrgang 2016 vorbildhaft gelungen. Dieser (nicht nur) im Burgenland aufgrund der Wetterdramatik mit Frost und Hagel nicht zu überbietende Weinjahrgang 2016 wurde fast zur Gänze im Weingarten zerstört. Was in homöopatischen Mengen an Traubenmaterial 2016 gerettet werden konnte, zählt heute zu den „Kronjuwelen“ österreichischer Winzerkunst. So auch der Perwolff, der als Lagencuvée in diesem Jahrgang nicht erscheinen konnte. Von den zirka fünfzehn Prozent geretteten Trauben aus der Ried Reihburg, die den Hauptanteil des Perwolff bildeten, wurde ausnahmsweise ein lagenreiner Blaufränkisch ausgebaut und als Referenz an Reinholds Kinder alternierend als „Clemens“ oder als „Lena“ bezeichnet. Dieser „einmalige“ Blaufränkisch 2016 vom Weingut Krutzler ist der Siegerwein dieser Verkostung.

 

Ried Saybritz
Bepflanzte Fläche: 12 Hektar, Ausrichtung: Süd-Südwest, Höhe: 260 bis 310 Meter
Tiefere Lage, überwiegend mittelschwere bis schwere Lehm- und Tonböden, Untergrund: Grünschiefer. Die Lage weist hohe Eisenwerte auf. Intensive Sonneneinstrahlung. In Eisenberger Bergbüchern ist die Lage bereits seit 1593 unter der Bezeichnung „Fassangh ryeb“ nachweisbar. Um 1514 ist der Besitz durch das Augustiner-Chorherrenstift Vorau belegt. Bestockung zu 80 Prozent mit Blaufränkisch.

Die Weine der Ried Saybritz zeichneten sich in der Vinaria Verkostung mit fruchtbetonter Rotbeerigkeit und feiner Würzeumrahmung aus. Thom Wachter zählt diese Lage zu den „präzisesten und charaktervollsten Lagen am Eisenberg, die über eine intensive Sonneneinstrahlung verfügen und der durch die umliegenden Eichen- und Kiefernwälder in den Nächten kühlere Luft zugefügt wird“. Der nach Süden und Südwesten ausgerichtete Saybritz zeichnet sich durch eine sehr disponierte Höhendiffenzierung aus, die vom unteren Bergansatz bis zum höchsten Punkt von 413 Metern reicht. Mathias Jalits erntet vom Saybritz generell in zwei Durchgängen, wobei der oberste Teil aufgrund der Feinerde eine bessere Wasserversorgung gewährleistet und so mehr „finessige Rotbeerigkeit mit mineralischer Eleganz“ in die Flasche bringt. 

 

Ried Szapary
Bepflanzte Fläche: 21 Hektar, Ausrichtung: Süd-Südost, Höhe: 293 bis 403 Meter
Blanker Grünschiefer, stellenweise mit Felsbraunerde bedeckt, hohe Mineralbestanteile, unter anderem Quarz, Glimmer, Feldspat. Bestockung: Blaufränkisch (zirka 70 Prozent) und Welschriesling (zirka 15 Prozent). 

Diese Toplage ist in ihrer Lageninterpretation mit der rotbeerigen Fruchtausprägung von Saybritz verwandt, zeigt sich aber aufgrund des bereits im Oberboden vorhandenen Schieferbodens „sehr puristisch mit viel Mineralität“, wie Thomas Kopfensteiner treffend die Stilistik des Szapary formuliert. Seine Szapary-Interpretationen legen die Vorzüge dieses Terroirs vorbildhaft offen, die sich in „Finesse und Eleganz“ artikulieren. In dieselbe Stoßrichtung geht Uwe Schiefer, jedoch mit einer viel stärkeren und kompromissloseren Betonung von Filigranität und Tiefe dieser Lage. Uwe Schiefers Meisterstück vom Jahrgang 2021 hat dies eindrucksvoll bestätigt.

 

TOP Ried Fasching

16,7Weingut Jalits2022 Blaufränkisch Ried Fasching
16,7Weingut Stubits2021 Blaufränkisch Ried Fasching
16,2Weingut Stubits2023 Blaufränkisch Ried Fasching
16,2Weine Thom Wachter2021 Blaufränkisch Ried Fasching Reserve

 

TOP Ried Reihburg

17,8Weingut Krutzler2016 Blaufränkisch Clemens
17,4Weingut Jalits2021 Blaufränkisch Ried Reihburg Reserve
17,4Weingut Stubits2022 Blaufränkisch Ried Reihburg
17,0Weingut Jalits2019 Blaufränkisch Ried Reihburg Reserve

 

TOP Ried Saybritz

17,5Schiefer Wein2022 Blaufränkisch Ried Saybritz
17,3Weingut Jalits2021 Blaufränkisch Ried Saybritz Reserve
17,3Weine Thom Wachter2021 Blaufränkisch Ried Saybritz Reserve
17,2Weine Thom Wachter2021 Blaufränkisch Ried Saybritz Reserve
17,2Weingut Groszer Wein2021 Blaufränkisch Ried Saybritz Reserve

 

TOP Ried Szapary

17,1Schiefer Wein2021 Blaufränkisch Ried Szapary
16,4Weingut Kopfensteiner2017 Blaufränkisch Ried Szapary Reserve
16,4Weingut Kopfensteiner2022 Blaufränkisch Ried Szapary Reserve
16,3Weingut Jalits2019 Blaufränkisch Ried Szapary Reserve

 

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Blaufränkisch ist mit über 60 % Hauptleitsorte am Eisenberg © Weingut Krutzler
Panorama von der Aussichtsplattform „Weinblick“ in das südliche Pinkatal: links: Abfallender Berghang Ried Saybritz, Bildmitte: Ried Reihburg, rechts davon anschließend Ried Fasching © Uwe Schögl
Ried Saybritz © Groszer Wein
Ried Szapary und im Bildhintergrund links die Ried Saybritz © Weingut Wachter
Ried Fasching © Weingut Jalits
Ried Reihburg © Weingut Jalits
Ried Saybritz © Weingut Jalits
Ried Szapary © Weingut Jalits
Drei Generationen des Familienweinguts Stubits in Eisenberg a.d.P.: v.l.n.r. Max, Barbara, Michael, Walter mit Lukas, Elisabeth, Bianca mit Matheo, Armin, Alexander © Bianca Stubits
Reinhold Krutzler vom gleichnamigen Weingut © Weingut Krutzler
Winzer Mathias Jalits © Weingut Jalits
Weinmaker Markus Bach vom Weingut Groszer Wein in Burg © Weingut Grozer
Thom Wachter vom gleichnamigen Weingut © Weingut Wachter
Uwe und Paul Schiefer © Weingut Schiefer, Andreas Durst
Thomas Kopfensteiner mit seiner Familie © Weingut Kopfensteiner