In der diesjährigen Verkostung von Sauvignon Blanc made in Austria standen die interessanten Jahrgänge 2023 bis 2025 und Nachzügler zur Degustation. Darunter viele Weine, die mit Feinheit glänzten. Die Topliste und Flaschenparade ist fest in steirischer Hand. 

Die Erwartungen, die die Jury in die Jahrgänge gesetzt hatten, wurden voll erfüllt. Die Proben aus dem Jahr 2025 sind zum größten Teil ausgesprochen trinkanimierend. Sie stellten mehr als die Hälfte des Starterfeldes. Es liegt in der Natur der Sache, dass zum Zeitpunkt unserer Verkostung überwiegend klassisch geprägte Sauvignons am Start waren; jene mit etwas Reife werden nächstes Jahr auf dem Prüfstand stehen.

Große Bandbreite, viel Terroir und Emanzipation von Holz

Die Bandbreite reicht von den einfacheren Weinen aus dem aktuellen Jahrgang bis zu den absoluten Spitzen des Starterfeldes. Die Emanzipation vom Holz, die schon vor Jahren eingesetzt hat, geht weiter. Auch das trägt zur Finesse von Sauvignon Blanc aus Österreich bei. Wie internationale Verkostungen wie die Sauvignon Selection by CMB immer wieder zeigen, reüssieren Weine mit sensorisch unauffälligem Holz besonders gut.

Terroir ist ein beliebter Begriff in der Szene. Viele der verkosteten Weine beweisen, dass dieser überstrapazierte Terminus mehr als eine Worthülse sein kann. Häufig war schon beim ersten Hineinriechen ins Glas ein Hinweis auf den Boden zu erkennen.

Steirische Dominanz mit „fremden“ Einsprengsel

Die Steiermark hat die Verkostung dominiert. Nicht von ungefähr ist Sauvignon Blanc die Leitsorte dieses Bundeslandes. Aufgezeigt hat die Weststeiermark. Noch nie ist dieses Anbaugebiet so hoch ins Spitzenfeld vorgedrungen wie diesmal, gemessen an der Anzahl der eingereichten Proben. Abgesehen davon hat gefallen, dass Betriebe außerhalb der Grünen Mark mit dieser Rebsorte bestens umzugehen wissen, ob Niederösterreich, Burgenland oder Wien. Das Niveau im Jahrgang 2024 war hoch, die Weine präsentierten sich fest und solide.

Die Jahrgänge 2023 und älter haben wurden in einer Gruppe zusammengefasst. Der beste Wein der Verkostung stammt aus 2021, was keine große Überraschung darstellt. Bei den anderen Jahrgängen zeigt sich ein recht einheitliches Bild, alle konnten großartige Ergebnisse liefern. 

Souiveräner Sieg von Wolfgang Maitz vor SkoffOriginal und Peter Skoff

Ungewöhnlich klar ist die Entscheidung an der Spitze ausgefallen. Der 2021er Sauvignon Blanc Ried Hochstermetzberg von Wolfgang Maitz aus dem südsteirischen Ratsch holte sich unangefochten den Sieg. Alle Juroren gaben ihm Höchstwerte für seine ruhige, ausgeglichene und souveräne Art.

Den zweiten Platz holte sich Walter Skoff mit dem Royal Ried Hochsulz aus dem Jahr 2023. Wer diesen Wein schon längere Zeit kennt, wird feststellen, dass der südsteirische Altmeister noch nie so behutsam mit dem Holz umgegangen ist wie beim aktuellen Royal.  Restlos zu überzeugen wusste auch Peter Skoff mit dem 2020er Sauvignon Blanc Ried Hoch Kranachberg. Dieser Wein zeigt Riedencharakter, er vereinigt charmante Frucht und elegante Würze.

Verbindendes Element des Siegertrios ist eine unprätentiöse Feinheit. Da ist nichts Lautes und Anbiederndes, die Weine glänzen mit Noblesse, feinfühligem Holzeinsatz, Trinkfluss, Komplexität und Tiefgang.

Stefan Potzinger und Weingut Pfeifer komplettieren 5-Sterne-Riege

Neben den drei Siegerweinen gehören auch der 2022 Sauvignon Blanc Ried Schemming vom Weingut Pfeifer aus dem Vulkanland Steiermark und der vergleichsweise junge Ried Sulz JOSEPH von Stefan Potzinger aus der Südsteiermark zum elitären Zirkel der 5-Sterne-Weine dieser Degustation. Der 2024er aus einer ausgesuchten Parzelle der renommierten Ried Sulz ist kraftvoll, präzise strukturiert und durch einen gekonnten Holzeinsatz gekennzeichnet. Der kalkhaltige Boden der Ried Schemming drückte dem feingliedrigen Wein von Daniel Pfeifer seinen Stempel auf. 

Der feine Club der 17-Punkte-Weine

Weine mit 17 Punkten oder mehr versprechen ein besonderes Trinkerlebnis. Neben den oben schon erwähnten Kreszenzen schafften dreizehn(!) weitere Probanden diese Hürde. Darunter finden sich überwiegend bekannte Namen, aber auch Betriebe, die neu in diese Punkteregion vorgestoßen sind. „Die Amtmann“ zum Beispiel ist ein Hof im Besitz von Franziska und Markus Skoff auf dem Kranachberg bei Gamlitz. Markus ist der Bruder von Peter Skoff.

Sollte es eines Beweises bedürfen, dass in der Weststeiermark nicht nur formidabler Schilcher gemacht wird, liefert ihn diese Verkostung. Stefan Langmann aus St. Stefan ob Stainz und seine Tochter Verena haben mit dem 2022er Ried Greisdorf Himmelreich einen bemerkenswerten Wein ins Rennen geschickt. Nur knapp dahinter konnten sie den „konventionellen“ Ried Greisdorf platzieren. Das Weingut Haring vulgo Pichlippi aus Eibiswald bestätigte mit dem Sauvignon Blanc Ried Rettenberg Reserve aus dem Jahr 2023 seine aufsteigende Form.

Viel Wein fürs Geld

In Zeiten wie diesen ist ein Blick auf die Liste der Best Buy Weine bis 15 Euro durchaus zu empfehlen. Heuer ist die Anzahl der Weine, bei denen man für dieses Geld mindestens 16 Punkte bekommt, besonders umfangreich. Gleich drei davon haben in dieser Disziplin vier Sterne erreicht. An der Spitze steht der Ortswein von Maitz Urbanikeller aus dem südsteirischen Ratsch, gefolgt vom Weingut Seyfried aus Kaltenbrunn im Vulkanland Steiermark und Sternat aus Leutschach. 

Niederösterreicher Pröll mit Preis-Leistungs-Ansage

Die Familie Pröll aus dem niederösterreichischen Radlbrunn (Weinviertel) liefert um 7,50 Euro einen Riedenwein, der der Jury 16,3 Punkte wert war. Das ist eine Ansage!

ZUR VERKOSTUNG: Am Start waren rund 200 Weine. Zum Einsatz kamen Zalto Universal Gläser derDenk´Art Serie. Für Vinaria im perfekten Ambiente des Freigutes Thallern bei Gumpoldskirchen blind verkostet haben im Rahmen einer Vorrunde, eines Finales und eines Minifinales Karl Kohl, Peter Schleimer, Adi Schmid, Vanessa Tasser, Martin Tasser und Wolfgang Wachter. Dem Team vom Freigut Thallern sei an dieser Stelle für die Unterstützung herzlich gedankt.

 

Topliste Sauvignon Blanc Österreich

18,1Weingut Maitz Wolfgang2021 Große STK Ried Hochstermetzberg
17,7Weingut Skoff Original2023 Royal Ried Hochsulz
17,6Weingut Peter Skoff2020 Ried Hoch Kranachberg
17,5Weingut Pfeifer2022 Ried Schemming
17,5Weingut Potzinger2024 Ried Sulz JOSEPH
17,3Weingut Domaine 11962024 Ried Hoch Sernau
17,3Weingut Lex Langmann2022 Ried Greisdorf Himmelreich
17,3Weingut Muster.Gamlitz2023 Ried Grubthal
17,1Weingut Haring Pichlippi2023 Ried Rettenberg Reserve
17,1Weingut Lex Langmann2022 Ried Greisdorf
17,1Weingut Muster.Gamlitz2021 Ried Grubthal
17,1Weingut Erwin Sabathi2021 Ried Pössnitzberger Kapelle
17,1Weingut Bernd Stelzl2021 Ried Hiritschberg Reserve
17,0Weingut Die Amtmann2024 Sauvignon Blanc Gamlitz
17,0Weingut Kodolitsch2024 Ried Rosengarten
17,0Weingut Platzer2024 Ried Aunberg Privat
17,0Weingut Bernd Stelzl2023 Charlotte Ried Hiritschberg
16,9Weingut Maitz Wolfgang2022 Erste STK Ried Schusterberg
16,9Weingut OberGuess2022 Ried Am Walts Reserve
16,9Weingut Hannes Sabathi2022 Ried Kranachberg Kreuz
16,8Weingut Seyfreid Wein-Atelier2022 Ried Hohenberg
16,8Weingut Skoff Original2022 Ried Grassnitzberg Stani

 

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Konzentrierter Daniel Pfeifer in seinem Weinkeller © Weingut Pfeifer
Stefan Potzinger inspiziert Reben in frühem Stadium © Weingut Potzinger
Souveräner Sieger der großen Vinaria Verkostung Sauvignon Blanc aus Österreich: Topwinzer Wolfgang Maitz mit seinem Hochstermetzberg. © Weingut Maitz
Reinhard Muster zeichnet für die Weißweine der Domaine 1196 verantwortlich. © Anna Stöcher
Stefan Langmann angesichts seiner Erfolge sehr entspannt © Weingut Langmann
Walter Skoff © Chris Rogl
Doris und Josef Haring-Haring aus Eibiswald überzeugten © Weingut Haring
Eine vollreife, gesunde Sauvignon Blanc-Beere aus der Steiermark bei der letzten Qualitätskontrolle vor der Lese. © Weingut Potzinger
Patrizia und Erwin Sabathi erneut im Spitzenfeld © Weingut Sabathi
Birgit und Bernd Stelzl: Der Herkunft verpflichtet © Weingut Stelzl
„Die Amtmann“ der Familie Skoff - Antonia, Cäcilia, Markus, Franziska, Nepomuk und Pauline Skoff © Weingut Die Amtmann
Peter Skoff © Gregor Schiefer
Mario Weber vom Weingut Kodolitsch ist immer für Spitzenplätze gut © Weingut Kodolitsch
Robert und Gabriela Platzer © Weingut Platzer
Querdenker Christian Krampl vom Weingut oberGuess © Weingut oberGuess
Maria Seyfried, die erfolgreiche Frau hinter tollen Weinen © C. Strobl
Hannes Sabathi dort, wo er am liebsten ist © Weingut Sabathi