In den kommenden Monaten steht die kroatische Adria-Halbinsel ganz im Zeichen ihres größten kulinarischen Schatzes, der weißen Trüffel aus dem Mirnatal - genussvoll gefeiert in Gourmetrestaurants, Landgasthäusern und bei zahlreichen Volksfesten.

Der bekannteste Trüffelort in Istrien ist das historische Burgstädtchen Motovun. © ART Redaktionsteam, Günter Standl

Wie ein Adlerhorst klebt das Jahrhunderte alte Burgenstädtchen Motovun über dem Mirnatal. Weingärten klettern die Hänge empor, während in den dichten Eichenwäldern des Tales schon im frühen Morgengrauen Gebell zu hören ist. Dort sind die speziell ausgebildeten Hunde der Tartufai, der Trüffelsucher, am Weg, um die kostbare weiße Trüffel „Tuber Magnatum pico“ zu erschnuppern.

Nur eine begrenzte Zahl von Einheimischen hat die Lizenz für die Suche nach der begehrten Knolle, die mittlerweile nicht nur in den Spitzenrestaurants von Deutschland, Österreich und Italien Einzug gehalten hat. Ihr intensives Aroma macht die Adria-Halbinsel im Herbst zum Treffpunkt für internationale Feinschmecker.

Überall wird getrüffelt. Ob stilvoll gehobelt im kreativen Spitzenrestaurant oder geraspelt in urigen Konobas (Landgasthäuser), wo viele Speisen nach alter Tradition noch am offenen Feuer mitten im Lokal zubereitet werden. Die Auswahl an Trüffelgerichten ist dabei groß und verfeinert unzählige Speisen wie etwa Risotti, Polenta, Eierspeisen, Röstbrot, Nudeln, rohe oder gedünstete Fische, Steaks und sogar Desserts. Bis in den November hinein prägen zahlreiche Trüffelfeste die istrischen Wochenenden.

Professionelle Tartufai nehmen auch Gäste mit zur Trüffelsuche

Einige lizensierte Tartufai, in deren meist ländlichen Betrieben man auch einkehren oder sogar wohnen kann, nehmen Gäste mit zur Trüffeljagd. Die Preise richten sich dabei nach der Dauer der Waldtour und liegen bei rund 30 Euro pro Person. Was den Trüffelherbst in Istrien aber außergewöhnlich und einzigartig macht, sind die geografischen Gegebenheiten. Untertags streift man entlang von Olivenöl- und Weinstraßen, genießt hausgemachte Pasta und Wildgerichte mit Trüffel, um - nur wenige Kilometer entfernt - abends bei Fischspezialitäten und Winzersekt atemberaubende Sonnenuntergänge am Meer zu erleben.

 

Trüffeltage in Istrien 2026:

Oktober
Motovun, 17-18/10: Teran und Trüffel Festival
Livade, 24-25/10: Tuber (Food) Fest

Oktober - November 
Livade, 03/10 - 01/11 (samstags und sonntags): Zigante Truffle Days

November
Buzet, 07-08/11: Istrische Trüffelfestival

 

Das sind Istriens 4 Trüffelsorten

Tuber magnatum pico – Herbsttrüffel
Die Königin der Trüffel, auch Alba- oder Piemont-Trüffel genannt, ist nur in Istrien und Norditalien zu finden. Sie wird ausschließlich roh über Gerichte gehobelt oder gerieben und hat durch ihre ausgeprägte Duftnote Weltruhm erlangt. Haut: glatt, zart ockerfarben; Gleba: weiß bis intensiv rosa.

Tuber melanosporum – Wintertrüffel
Dieser Würzpilz gilt vor allem in Frankreich als Star unter den schwarzen Trüffeln, weshalb man ihn generell unter der Bezeichnung Périgord-Trüffel kennt. Haut: braun-schwarz, zarte Warzen; Gleba: grau braun bis rötlich-violett-schwarz marmoriert.

Tuber aestivum Vitt. – Sommertrüffel
Diese weit verbreitete Trüffelsorte verströmt einen an genehm-aromatischen, leicht erdigen Duft und hat ihre Hauptsaison von April bis August. Sie wird grundsätzlich im Gericht verkocht. Haut: ausgeprägte, pyramidenförmige Warzen; Gleba: hell, rosa bis hellbraun, durchzogen von weißen Adern.

Tuber brumale Vitt. – Wintertrüffel
Die runde, mild-aromatische Trüffel mit Muskatnussnote kann sowohl im Gericht verkocht, als auch roh über Speisen gerieben werden. Haut: gut erkennbare abgeflachte Warzen, dunkel eisenfarbig bis schwarz; Gleba: dunkelbraun oder schwarzgrau , von breiten weißen Adern durchzogen.

Quelle: Istrien News / ART Team