Schwere Troubles rund um das Kärntner Vorzeigeweingut Domäne Lilienberg in Tainach (Bezirk Völkermarkt): eine Bank möchte Schulden über 3,8 Mio. Euro mittels Zwangsversteigerung eintreibe und die stolze Liegenschaft versteigern. Ob Winzerin Mirjam Orasch noch etwas retten kann, wird sich zeigen.

Das investigative Kärntner Onlineportal mediapartizan.at berichtet dazu: Die Grundbuchinformationen sind taufrisch. Die Tagebuchzahl trägt das Jahr 2026. Die Aktenzahl ist 8 E 3/26h. Dahinter befindet sich eine für Immobilienunternehmer Franz Peter Orasch nicht sehr erbauliche Information: Im amtlichen Grundbuch ist die „Einleitung des Versteigerungsverfahrens“ für die Domäne Lilienberg in Tainach im Bezirk Völkermarkt angemerkt. Offenbar gibt es Zahlungsrückstände bei der Raiffeisenbank Radkersburg. Das legt der Grundbuchauszug nahe.

Offensichtlich geht es um die Einbringung von fast 3,8 Millionen Euro. Und zwar samt Zinsen von 4,875 Prozent. Die Domäne Lilienberg in Tainach ist nicht nur als Weingut bekannt, sondern war auch als erstklassige Speise-Adresse – „Das Lilienberg“ – namhaft. Die rund 10,3 Hektar große Liegenschaft gehört der Domäne Lilienberg Weinbau GmbH, die wiederum zu 85 Prozent der Lilihill Agro GmbH (Franz Peter Orasch) und zu 15 Prozent der MORE Investment GmbH (Mirjam Orasch) gehört.

Die Raiffeisenbank Radkersburg sitzt mit Pfandrechten im Höchstmaß von rund vier Millionen Euro im Grundbuch. Die für die Lilihill-Gruppe tätige Anwaltskanzlei Tschurtschenthaler Antolitsch wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Bei der Domäne Lilienberg selbst war telefonisch niemand erreichbar. Auch in der Lilihill-Zentrale in Klagenfurt blieb ein Anruf fruchtlos.

Einigung mit der Bank in letzter Minute? Woher soll das Geld kommen?

Unklar ist, ob die Lilihill-Gruppe rechtlich noch gegen den Versteigerungseintrag vorgehen kann oder will. Aller Voraussicht nach dürfte eine tatsächliche Versteigerung noch abwendbar sein, wenn sich Orasch mit der Bank einigt. Das Landesgericht Klagenfurt war diesbezüglich auf Anfrage nicht zu erreichen. Das Grundstück befindet sich in Simultanhaftung mit mehreren anderen Liegenschaften, auf denen das Pfandrecht der Raiffeisenbank Radkersburg lastet.

Quelle: Mediapartizan.at

Zukunft des Restaurants Das Lilienberg ist völlig offen

Das Fine-dining-Restaurant Das Lilienberg soll nach der Winterpause im Frühjahr 2026 wieder öffnen. Derzeit gibt es aber noch keinen Termin, die Gäste werden vertröstet („Wir denken an Sie“). Unklar ist auch, wer das Kommando in der Küche haben soll. Zuletzt gaben sich diverse Chefs die Klinke in die Hand. Nachdem im Herbst 2023 Haubenkoch Thomas Guggenberger mit seinem kompletten Team vom Casinorestaurant Velden (wurde geschlossen) in Das Lilienberg übersiedelt war, verließ er dieses abrupt – und wieder mit seinem ganzen Team! – Ende 2024 und wechselte an den Millstätter See. Im Vorjahr werke Angelo Rindler in der Küche.

Domäne Lilienberg
Es ist eines der beiden größten und bekanntesten Weingüter Kärntens in Tainach (slowenisch: Tinje), einer Katastralgemeinde der zweisprachigen Stadt Völkermarkt im unteren Drautal. Einige Auszeichnungen konnte Winzerin Mirjam Orasch bereits einheimsen. Derzeit werden laut eigenen Angaben 8 Weine aus Kärntner Rieden rund um die Domäne biologisch ausgebaut. 4 weitere Weine stammen aus südsteirischen Rieden. Die Rebfläche beträgt rund 10 Hektar.

Imposante Liefgenschaft: Domäne Lilienberg bei Völkermarkt in Kärnten. © Mediapartizan; Google Earth
Domäne Lilienberg in Tainach bei Völkermarkt (Kärnten). © aufgeschnappt.at