Für Aufsehen sorgte Investor Hans Kilger in der Südsteiermark und im Südburgenland schon oft. Dieses Aufsehen hätte er sich wohl gerne erspart: über Gläubigerantrag wurde ein Konkursverfahren über seine Domaines Kilger eröffnet. Die Überschuldung beläuft sich auf mindestens 26 Mio. Euro.

In den vergangenen zehn Jahren sorgte der Münchner Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Hans Kilger durch zahlreiche Aufkäufe von Weinbergen, Hotels und Wirtshäusern, landwirtschaftlichen und touristischen Betrieben und Assets für Aufsehen. Einheimische Winzer etwa in der Südsteiermark konnten kaum mehr Rebflächen erwerben, weil Kilger die Preise in die höhe trieb.

Damit ist schon lange Schluss. Weil ein Gläubiger (oder mehrere?) die Geduld verloren und beim zuständigen Firmengericht einen Antrag auf Konkursverfahren stellten, wurde dieses prompt eröffnet. Ob eine Fortführung möglich ist oder überhaupt angestrebt wird, scheint derzeit unklar. 

Die Rede ist vom Weingut Domaines Kilger GmbH & CO KG mit Sitz in Gamlitz, Südsteiermark. Über das Vermögen wurde laut Creditreform und Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) unter dem Aktenzeichen 25 S 51/26a ein Konkursverfahren eröffnet. Laut Creditreform liegen noch keine belastbaren Daten zum Verfahren und den Schulden vor.

"Das Unternehmen mit Sitz in 8462 Gamlitz, Eckberger Weinstraße 32 beschäftigt sich mit der Erzeugung sowie dem Vertrieb hochwertiger Lebensmittel, insbesondere mit dem Großhandel mit Wein und Spirituosen. Weiters werden Ferienhäuser vermietet", so der AKV. "Das Unternehmen hält diverse Beteiligungen im Bereich Wein- und Spirituosenerzeugung bzw. Lebensmittel bzw. Vermietung."

Fettes Ding: über 80 Millionen Euro Schulden!

Im Firmenbuch wurde zuletzt für die Domaines Kilger GmbH & CO KG ein Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 eingetragen. Darin wird der Verlust mit 26,67 Millionen Euro beziffert und die Verbindlichkeiten mit 80,65 Millionen Euro. Das negative Eigenkapital wurde mit 18,56 Millionen Euro beziffert. Die Sachanlagen wurden mit 37,97 Millionen Euro und die Finanzanlagen mit 10,83 Millionen Euro ausgewiesen.

Firmenleichen pflastern Weg: Steirerwein, Schiefer & Domaines Kilger, Domäne Müller

Kilger investierte seit 2015 in der Südsteiermark und im Südburgenland. Zum Unternehmen gehören unter anderem das Weingut Kilger, das Schloss Gamlitz (auf Jahrzehnte gepachtet) sowie mehrere Restaurants und Hotels wie „Am Ratschen“ am Eisenberg im Südburgenland. Kurze Zeit war Kilger sogar (auf Pump) Eigentümer des Loisium Hotels in Ehrenhausen in der Südsteiermark.

Mehrere Pleiten in Kilgers Umfeld sorgten schon in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen. Darunter waren Steirerwein (mit Christian Reiterer) und die Domäne Müller (mit Yves-Michel Müller) 2022 sowie die Schiefer & Domaines Kilger 2024 (mit Uwe Schiefer). Hans Kilger kündigte laut mehreren Zeitungsberichten an, eine Sanierung zu prüfen. Ziel sei es, den Betrieb weiterzuführen und mit den Gläubigern zu Einigungen zu kommen.

In der Steiermark fürchtet man nun Folgewirkungen der Kilger-Pleite, die andere Betriebe mitreißen könnten, etwa Lieferanten.

Schon im Vorjahr Probleme mit 20 Mio. Euro-Anleihe

Schon im April 2025 gab die deutsche Holding der Domaines Kilger in einer Pressemitteilung bekannt, dass auch sie offenbar Finanzprobleme hat. Eine fällige Anleihe in Höhe von 20 Millionen Euro könne nicht zurückgezahlt werden, sondern müsse umstrukturiert werden. Die Laufzeit wurde laut Nachrichten der Börse Frankfurt um drei Jahre verlängert, die aufgelaufenen Zinsen sollen zudem erst am Fälligkeitstag ausgezahlt werden. Die deutsche Holdinggesellschaft Domaines Kilger GmbH & Co. KGaA hält eine wesentliche Beteiligung an der Domaines Kilger GmbH & Co. in der Steiermark.

Quellen: AKV, Redaktion, wein.plus.de