Hitze und Trockenheit haben den Start der Weinlese in weiten Teilen Europas deutlich vorgezogen. Viele Regionen melden 2026 die frühesten Termine seit Beginn der Aufzeichnungen. 

Oft handelt es sich nur um einzelne warme Lagen und früh reifende Parzellen – oft mit Chardonnay, Muskat oder Trauben für die Schaumweinproduktion. In Frankreich wurden am 15. Juli 2026 in Fitou im Département Aude erste Muskattrauben gelesen. Es war der früheste dokumentierte Lesestart des Landes. Das Roussillon folgte am 23. Juli. Am 6. August begann die Ernte auch auf einer Chardonnay-Parzelle in Montgueux in der Champagne – elf Tage vor dem bisherigen Rekord von 2020. Zeitgleich startete Bordeaux mit Trauben für Crémant, knapp zwei Wochen früher als 2025.

Trauben für Crémant werden im Bordelais bereits gelesen

In Spanien startete Lanzarote die Lese sogar bereits in der ersten Juliwoche. Im Penedès begann Gramona am 22. Juli so früh wie nie zuvor, die DO La Mancha folgte am 24. Juli – rund zwei Wochen zuvor als 2025. Somontano begann zwölf Tage früher als im Vorjahr. Rioja Oriental meldete am 6. August ebenfalls den frühesten Auftakt seiner Geschichte.

Auch Italien verzeichnet Rekorde: Im Oltrepò Pavese wurden am 28. Juli erste Trauben für Schaumwein-Grundweine geerntet, rund zehn bis 14 Tage früher als üblich. Die Franciacorta begann am 30. Juli erstmals überhaupt mit der Lese im Juli. In den Langhe (Piemont) starteten die Winzer Anfang August und in Apulien am 5. August mit der Ernte. Auch in der Toskana sind die Trauben rund zwei Wochen früher reif als in den vergangenen Jahren.

Aus Portugal und Griechenland liegen ebenfalls erste Betriebsmeldungen vor. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die Lese zwar noch nicht regulär begonnen, doch auch dort wird ein früher Start erwartet. Die Wärme beschleunigt die Zuckerreife, während Trockenheit die Beeren klein hält und die Reife mancherorts sogar blockiert. Die Unterschiede zwischen Sorten, Höhenlagen und Parzellen bleiben daher groß.

Quelle: wein.plus.de