Gereifte Weine zählen zweifellos zu den faszinierendsten Gaumenerlebnissen für Weinliebhaber. Aktuell widmete sich Vinaria reifen Weinjuwelen aus dem Burgenland in Weiß, Rot und Süß. Großes Staunen an der Spitze!

Als klassische Weinherkunft kann das Burgenland auf hervorragende Bedingungen für Rebbau verweisen: Der Einfluss des pannonischen Klimas sorgt für viel Wärme und Sonnenstunden im Überfluss, dazu gibt es Böden unterschiedlichster geologischer Zusammensetzungen und verschiedenartige Landschaftsformen. Kaum verwunderlich, dass man in diesem Bundesland hervorragende Weine in vielen Farbvarianten und Stilistiken findet. Besonders berühmt ist das Burgenland für seine kraftvollen, vollmundigen Rotweine und seine konzentrierten Prädikate, doch auch im Bereich der trockenen Weißweine gibt es zahlreiche ausgezeichnete Vertreter.

Burgenländer mit Reifeprüfung

Mit seiner aus Weiß, Rot und Süß bestehenden vinophilen Dreifaltigkeit aus überwiegend vollreifen Weinen bietet sich das Burgenland für ein Reife-Weine-Thema geradezu an. Dieser Tatsache ist man sich in Pannonien wohl bewusst, und so konnte Vinaria mit kräftiger Unterstützung der Wein Burgenland mit Geschäftsführer Georg Schweitzer eine Verkostung gereifter Juwelen aus dem Burgenland zusammenstellen, die Jahrgänge von 2012 bis 1967 umfasste.

In Sachen Farbe bildeten wenig überraschend Rotwein die größte Gruppe, gefolgt von den ebenfalls in starker Besetzung auftretenden Prädikatsweinen und schließlich einer kleinen Gruppe Weißweine. In Letzterer fanden wir ein paar sehr gute Weine aus heißen, superreifen Jahren, wie 2011er Pinot Blanc von Esterházy oder Mörbisch weiß 2006 vom Grenzhof Fiedler, doch kam das Niveau nicht an jenes der anderen Kategorien heran.

Dominanter und ausgezeichneter Jahrgang 2011

Bei den Rotweinen wurde das Geschehen wenig überraschend von dem dicht besetzten Jahrgang 2011 beherrscht, der in Österreich zu den größten Rotweinjahren überhaupt zählt, und der sich gegen seinen ähnlich heißen und trockenen Nachfolger 2012 eindrucksvoll durchsetzen konnte.

In der Spitzengruppe der 2011er gab es einen richtigen Sortenmix: Die absolute Spitze wurde erfreulicherweise von der pannonischen Sorte Blaufränkisch gestellt – in Gestalt der Ried Plachen vom Ruster Günter Triebaumer sowie der V-Max Reserve von K+K Kirnbauer aus Deutschkreutz. Dahinter platzierte sich Harald Schindler aus Mörbisch mit Syrah sowie Robert Goldenits mit seinem bemerkenswerten Zweigelt aus Tadten; nicht weit dahinter mit Weingut Stiegelmar aus Gols ein weiterer Zweigelt 2011.

Das Ruster Weingut Ernst Triebaumer überzeugte dafür mit Cabernet Merlot. Auch in der 2012er-Gruppe war Robert Goldenits erfolgreich und stellte mit der Cuvée Mephisto den Jahrgangsbesten, auch im Spitzenfeld fand sich Ludwig Follner mit Freude Pur aus Blaufränkisch.

Von den älteren Jahrgängen blitzte zumindest teilweise der sehr dichte, dunkle, strukturierte 2009er auf, wobei Harald Schindler mit Zweigelt und Lenz Moser mit dem Carpe Diem besonders erfolgreich waren. Der etwas klassischere Jahrgang 2008 zeigte noch gute Frische, und mit Jalits gab’s auch einen Vertreter in der Toplist.

Edelsüße Juwelen

Im Rennen waren tolle Vertreter aus Top-Süßweinjahren der ersten Dekade wie 2010, 2009, 2007, 2006, 2005 und 2001. Grandios die superkonzentrierte Sämling-TBA 2006 vom Angerhof Tschida in Illmitz, von dem auch eine ziselierte Beerenauslese Chardonnay 2008 sowie eine reichhaltige Sämling TBA 2010 stammte. Sogar noch beeindruckender präsentierte sich die TBA aus demselben Jahrgang und Sorte des Weinguts Haider in Illmitz.

Das Potenzial des tollen 2007er-Jahrs in Kombination mit 2008 demonstrierte Schreiner mit dem Ruster Ausbruch Extrem. Hohe Eleganz und pure Frucht verstrahlten auch die beiden Prädikate von Just aus Rust: 2004 Ruster Ausbruch sowie die pikante Beerenauslese 2001 aus derselben Sorte.

Den Top-Wein überhaupt lieferte das Weingut Ernst Triebaumer mit der riesenhaften, tiefgründigen Ausbruch Essenz 1999, der sich mit zunehmend Luft fast zur Perfektion hocharbeitete. Hervorragend ebenso die TBA von Fiedler aus dem hochkonzentrierten Botrytis-Jahrgang 1981. Altwein-Juwelen der besonderen Art stellten die zwei von Farbe und Duft an Madeira gemahnenden TBA aus den Top-Jahren 1967 bzw. 1973 dar, die erst 25 beziehungsweise 40 Jahre nach der Ernte in Flasche gefüllt wurden – bemerkenswert!

 

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Topliste: Die besten Rotweine unter Burgenlands gereiften Schätzen (Auszug)

18,2
G+R Triebaumer/2011 Ried PLACHEN Blaufränkisch

17,7
K+K Kirnbauer/2011 V-Max Mittelburgenland DAC Reserve

17,6
Harald Schindler/2011 SYRAH MMXI

17,5
Robert & Birgit Goldenits/2011 Zweigelt 65 Neusiedlersee DAC Reserve

17,4
Ernst Triebaumer/2011 Cabernet Merlot

17,3
Weingut Umathum/2004 Blaufränkisch Joiser Kirschgarten

17,2
Weingut Stiegelmar/2011 Zweigelt Ried Ungerberg

17,2
Harald Schindler/2009 Zweigelt MMIX

17,1
G+R Triebaumer/2011 Blaufränkisch Reserve

17,0
Robert & Birgit Goldenits/2012 Mephisto Cuvée

16,9
Heribert Bayer In Signo Leonis/2011 In Signo Leonis

16,7
Weingut Gesellmann/2011 Blaufränkisch hochberc

16,7
Weinkellerei Lenz Moser/2009 Lenz Moser Carpe Diem Mariage

16,6
Weingut Jalits/2008 Eisenberg DAC Reserve Blaufränkisch Diabas

16,5
Weinmanufaktur Follne/2012 Freude pur 100% Blaufränkisch Bio

16,5
Weingut Umathum/2000 Vom Stein, Sankt Laurent

16,4
Weingut Stiegelmar/2011 Blaufränkisch Ried Altenberg

16,4
Harald Schindler/2009 Syrah MMIX

16,3
Rotweinhof Amminger/2012 Mittelburgenland DAC Blaufränkisch Ried Dürrau

16,3
Weingut Hans Igler/2012 Mittelburgenland DAC Reserve Blaufränkisch Biiri

16,3
Harald Schindler/2012 Zweigelt MMXII

 

Topliste: Die besten Süßweine unter Burgenlands gereiften Schätzen (Auszug)

19,0
Ernst Triebaumer Rust/1999 Ruster Ausbruch HT Essenz

18,2
Weingut Angerhof Tschida/2006 Sämling 88 Trockenbeerenauslese

17,7
Weingut Haider/2010 Sämling 88 Trockenbeerenauslese

17,6
Weinbau Franz Huditsch                 1973 Trockenbeerenauslese (40 J. Fass)

17,4
Weingut Grenzhof-Fiedler/1981 Welschriesling Trockenbeerenauslese

17,3
Weingut Angerhof Tschida/2008 Chardonnay Beerenauslese

17,1
Weingut Angerhof Tschida/2010 Sämling 88 Trockenbeerenauslese

17,1
Weingut Gerhard Just/2001 Beerenauslese Bouvier

17,0 
Schreiner. Bioweingut./2007/2008 Ruster Ausbruch Extrem III

16,9
Weinbau Franz Huditsch/1967 Trockenbeerenauslese (25 J. Fass)

16,9
Weingut Gerhard Just/2004 Ruster Ausbruch Bouvier

16,5
Weingut Angerhof Tschida/2012 Gelber Muskateller Eiswein

16,3
Weingut Gruber/2006 Ruster Ausbruch Riesling

16,3
BioWeingut Günter Fink/2000 Welschriesling Trockenbeerenauslese

16,3
Weingut Helmut Lang/2008 Gelber Muskateller Eiswein

 

Topliste: Die besten Weißweine unter Burgenlands gereiften Schätzen (Auszug)

15,8
Weingut Grenzhof-Fiedler/2006 Mörbisch weiß

15,8
Weingut Esterhazy/2011 Leithaberg DAC Pinot Blanc Ried Tatschler

15,5
WEINHOF F.X. LEHNER/2010 Furmint

Josef Umathum © Franz Helmreich
Gerhard, Maria und Daria Just © Weingut Gerhard Just
Robert und Robert Goldenits © Bioweingut Robert & Birgit Goldenits
Markus Kirnbauer © Maria Pirchner Fotografie
Franz Huditsch © Bernhard Rauchbauer
Bernhard Fiedler © Weingut Grenzhof-Fiedler
Gernot und Victoria Schreiner aus Rust © Martin Fülöp
Harald und Alexandra Schindler © Winzerhof Harald Schindler
Gerhard & Theresa Haider © Virgil Florea
Günter und Regina Triebaumer © Steve Haider
Hans Tschida © Robert Herbst
Herbert (re) und Gerhard, die Söhne des legendären Ernst „E.T.“Triebaumer, stellten den Wein mit der insgesamt höchsten Wertnote (19,0) der Verkostung Schätze aus dem Burgenland. © Mang Stefan