Der Ex-aequo-Sieger der großen Vinaria Wagram Verkostung ist ein besonders feiner Riesling, der allen Annahmen zum Trotz nicht am kargen Hang gedeiht, sondern in einer fetten Lösslage in der Ebene. Gregor Nimmervoll im Interview über Vinifikation, Name und anderes.

2023 Riesling Ried Rabengassl © Weingut Nimmervoll

Vinaria: Dass ein Riesling vom Wagram so durchstartet, hat die Jury in der Verkostung überrascht.

Gregor Nimmervoll: Das ist auch ein besonderer Riesling, der 2023 Ried Rabengassl aus Engelmannsbrunn. Es ist vielleicht ungewöhnlich, aber die Reben stehen auf einer lupenreinen südlich ausgerichteten Lösslage in der Ebene, gleich hinterm Ort.

Vinaria: ... und trotzdem eine kühle Riede?

Gregor Nimmervoll: Kühl und spät reifend. Wir haben dort geringen Ertrag, lesen meist einmal durch und die finale Selektion möglichst spät, die Trauben sollen so lange wie sinnvoll am Stock hängen. Wir vermeiden Botrytis, verarbeiten nur kerngesunde Trauben.

Vinaria: Wie erfolgt die Verarbeitung?

Gregor Nimmervoll: Die ganzen Trauben werden schonend gequetscht und bleiben über Nacht, rund 12 Stunden, auf der Maische. Das gibt dem Riesling Struktur, Feingliedrigkeit und Fruchttiefe. Vergoren wird im Stahltank, einen biologischen Säureabbau haben wir mit dem 2023er – übrigens nach wie vor der aktuelle Jahrgang – nicht gemacht.

Vinaria: Welchen Stellenwert hat Riesling in Ihrem Betrieb?

Gregor Nimmervoll: Von der Menge her sind es nur acht Prozent, aber ich finde die Sorte spannend, vor allem als Wagram DAC Riedenwein. Im Rabengassl erkennt man die Wagramer Herkunft schon beim Hineinriechen. Hauptsorten bei uns sind natürlich Roter und Grüner Veltliner.

Vinaria: Ihr 2016 Weißburgunder „Engilmar“ Reserve hat ebenfalls toll performt. Warum haben Sie gerade den 2016er eingereicht?

Weil 2016 ein super Jahr am Wagram war, für mich neben 2013 überhaupt das beste Jahr seit sehr langer Zeit. Wir hatten davor 2015 schwere Hagelschäden und daher 2016 zur tollen Qualität auch hohe Erträge. Wir mussten wahnsinnig viel selektionieren, hatten schon im Sommer begonnen, zu reduzieren.

Vinaria: Die Vinifikation?

Gregor Nimmervoll: Maischestandzeit teilweise gerebelt, teilweise mit Kämmen, danach spontan vergoren im Stahl und nur mit Gefälle in französische und slawonische Eiche gezogen, in 500 Liter-Fässer. Dort blieb der Wein dann 16 Monate auf der Hefe.

Vinaria: Warum der Name „Engilmar“?

Gregor Nimmervoll: Das ist der alte keltische Name für Engelmannsbrunn, frei übersetzt ‚Von den Engeln geliebt‘. Der Name ist keine Ried, sondern eine Marke. Hier steht eindeutig Handschrift über Lage.

Vinaria: Wo trinken Sie und Ihre Frau Claudia Ihre Weine am liebsten?

Gregor Nimmervoll: Dort, wo es gutes Essen gibt!

 

Topliste Wagram gesamt

18,0Weingut Schuster2023 Grüner Veltliner Ried Eisenhut 1ÖTW
18,0Weingut Nimmervoll2023 Riesling Ried Rabengassl
17,9Weingut Wimmer Wagramkeller2023 Grüner Veltliner Reserve Ried Scheiben
17,8Weinhof Thomas Stopfer2023 Grüner Veltliner Steinberg
17,7Weingut Greil2023 Grüner Veltliner Ried Schloßberg
17,7Weingut Nimmervoll2016 Weißburgunder Engilmar
17,6Weinhof Grill 2024 Grüner Veltliner Ried Brunnthal
17,6Urbanihof2023 Grüner Veltliner Alte Reben Wagram DAC Ried Dorner
17,6Weingut Stefan Bauer2022 Weißburgunder Hutzler
17,5Weingut Florian Bauer2021 Weißburgunder Weisser Saphir
17,5Weingut Ecker-Eckhof2024 Roter Veltliner Ried Steinberg
17,5Weingut Ernst2024 Roter Veltliner Steinberg Reserve
17,5Weingut Fritz2023 Roter Veltliner Mordthal 1ÖTW
17,3Weingut Nimmervoll2024 Roter Veltliner Ried Eisenhut
17,2Weingut Ubl-Doschek2023 Grüner Veltliner gr. Reserve Ried Hofstatte
17,2Urbanihof2023 Grüner Veltliner Wagramer Selektion Wagram DAC Ried Brunnthal
17,1Weingut Kolkmann2023 Ried Scheiben Roter Veltliner Reserve
17,0Weingut Stefan und Gabi Bauer2024 Grüner Veltliner Ried Goldberg
17,0Hubert Blauensteiner2024 Grüner Veltliner Halterberg
17,0Weingut Mehofer2024 Roter Veltliner Ried Wadenthal
17,0Weinhof Thomas Stopfer2024 Roter Veltliner Mordthal
17,0Weingut Stefan Bauer2023 Roter Veltliner Ried Hochrain

 

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