Auf der extrem bekannten und exklusiven Hospiz Alm in St. Christoph am Arlberg (Tirol) dürfte es ziemlich rundgehen. Die Hospiz am Arlberg Holding GmbH gehört zum Soravia Konzern und dieser warf den Geschäftsführer nach einer Kontrolle hinaus. Es dürfte um schwere Unregelmäßigkeiten gehen.

Alexander Pale war Geschäftsführer der Hospiz Alm GmbH, wurde sofort entlassen. © LinkedIn

Konkret wurde der Geschäftsführer der Hospiz Alm Restaurant Gesellschaft m.b.H., Alexander Pale, infolge einer umfassenden Kontrolle des Unternehmens seines Jobs enthoben und mit Hausverbot belegt. „Herr Alexander Pale nicht mehr für die Hospiz Alm tätig“, schrieb dazu der oberste Eigentümervertreter, Erwin Soravia, persönlich an die Shareholder seines Unternehmens. Derart gravierend dürften die Verfehlungen und Mißstände in der Hospiz Alm sein, dass sich Soravia genötigt sah, seine Kapitalgeber und Mitgesellschafter am Gesamtkonzern mittels Rundschreiben an die Investoren über die Vorfälle in der Hospiz Alm zu informieren!

Gravierende Verfehlungen machen Information an Soravia-Investoren nötig

Das Schreiben liegt Vinaria vor und kann im Anhang dieses Beitrages eingesehen werden (PDF). Es seien „in den vergangenen Wochen Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu dieser Entscheidung veranlasst haben“, schreibt Erwin Soravia weiter. Er verweist auf funktionierende Kontrollmaßahmen und ein effektives Controlling, die „auffällige Sachverhalte (in der Gebarung der Hospiz Alm) frühzeitig erkennen ließen“. Es gehe um „im Wesentlichen um operative und Governance-Themen, einschließlich Trinkgeldbuchungen und Inventur.“

Soravia versichert seine Investoren auch, dass alle Sachverhalte und Verfehlungen rasch, lückenlos und transparent aufgeklärt werden. Zudem, so Erwin Soravia, hätten „die Vorfälle keine Auswirkungen auf die Bewertung oder die Ertragslage der Hospiz Alm Restaurant Gesellschaft m.b.H. sowie der verbundenen Gesellschaften.“ Im Klartext: die Hospiz Alm ist durch die Machenschaften nicht in wirtschaftliche Schieflage geraten.

Falschbuchungen und schwere Mängel bei Inventur aufgedeckt

Konkret geht es um schwere Vorwürfe beim Aufbuchen von Umsätzen und Trinkgeldern, beim „Eigenverbrauch“ und vor allem auch dem Schwund an Waren (= hochwertigste und teure bis exorbitant teure Weine) sowie beim mittels Inventur ermittelten Lagerbestand und dessen Fehlmengen. Ins Gerede war in Insiderkreisen die Hospiz Alm deswegen schon lange gekommen, Vieles wurde hinter vorgehaltener Hand gemunkelt. Angeblich gehörten nennenswerte Fehlbestände in den weitläufigen Weinlagern zur Tradition der Hospiz Alm. Zu hinterfragen wird auch sein, wie dies über alle die Jahre verschleiert wurde und verschleiert werden konnte.

Immer wieder sollen sündhaft teure Weine in Privatbesitz aufgetaucht sein, konnten offenbar gegen Cash gekauft werden, standen aber weiter in der Inventur der Hospiz Alm.

Auch Karl-Heinz Pale dienstfrei gestellt

Ob den jungen Geschäftsführer die Alleinschuld trifft, darf bezweifelt werden. Als operativer Boss der GmbH ist er jedenfalls verantwortlich. Dem Vernehmen nach wurde auch Alexander Pales Vater, das seit Jahrzehnten weithin bekannte „Gesicht“ der Hospiz Alm, Karl-Heinz Pale, in einem Aufwaschen mit seinem Sohn dienstfrei gestellt. Ob dies nur dem verwandtschaftlichen Verhältnis geschuldet ist, werden die Ermittlungen zeigen.

Erwin Soravia ist jedenfalls entschlossen – schon im Sinne seiner Investoren – reinen Tisch zu machen und allfällige Sachverhalte bei Polizei und Staatsanwaltschaft zur Anzeige zu bringen. Derzeit gilt im Sinne des Gesetzes für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

In der aktuellen Übergangsphase übernimmt Paul Soravia interimistisch die Geschäftsführung der Hospiz Alm Restaurant Gesellschaft m.b.H., bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist.

Die Hospiz Alm ist natürlich uneingeschränkt geöffnet, auch wenn die unliebsamen Personalias mitten in die Hauptsaison platzen. Geöffnet ist auch das mit 3 Hauben von Gault&Millau ausgezeichnete Restaurant der Hospiz Alm.

Bewacht von den Gipfeln des Arlbergs lagert im gotischen Weinkeller unter der Hospiz Alm die größte Großflaschensammlung der Welt. 7.000 exquisite Big Bottles und legendäre Bordeaux. Dieser Schatz wurde von Adi Werner, dem unbestrittenen Grandseigneur des Hospiz, im Verlauf seiner langjährigen Tätigkeit als Gastgeber des Hospiz liebevoll kuratiert.

Quelle: Homepage Hospiz Alm

Ausschnitt aus dem Wine Dome der Hospiz Alm, der viel mehr ist als nur ein Lagerraum. Es ist die Inszierung der Großflaschen. © 2023 Hospiz Alm Wine Dome Alexander Kellas Creative Direction
Karl-Heinz Pale ist das „Gesicht“ der Hospiz Alm seit Jahrzehnten, wurde im Gault&Millau 2025 mit dem Service Award ausgezeichnet. © Jürgen Schmücking