Ins Finale geht der Verkaufsprozess für das unfertige Hotelprojekt Der Förthof in Krems an der Donau, am Tor zur Wachau. Wie berichtet, hat der Besitzer die Fertigstellung das weit fortgeschrittenen Objekts gestoppt und steht in Endverhandlungen mit mehreren Interessenten.

Christoph Rauch führt die Verkaufsverhandlungen: „Den Zuschlag erhält, wer das höchste Angebot legt.“ © SAN Group, Marius Höfinger

Still ist es geworden um das ambitionierte Hotel- und Restaurantprojekt Der Förthof in Krems am Tor zur Wachau: nach Investitionen von rund 24 Millionen Euro steht der unfertige Bau still, die längst geplante Eröffnung ist in weite Ferne gerückt.

Besitzer ist der Multimillionär Erich Erber (73), der mit dem Verkauf seiner Biotech-Gruppe Erber AG (u.a. Biomin Tierfutter-Ergänzungsmittel) ein gewaltiges Vermögen gemacht hatte. Sein Herzensprojekt, ein modernes Hotel und Restaurant am westlichen Ende der Stadt Krems am Tor zur Wachau, kam schon während der Genehmigungs- und Bauphase trotz der hohen Investitionen nicht im Zeitplan vom Fleck.

Nun möchte sich Erber, der seinen Lebensmittelpunkt nach Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) verlagert hat, vom Hotelprojekt Der Förthof – benannt nach dem gleichnamigen Ortsteil – trennen. Als Projektleiter dafür ist Christoph Rauch an Bord, der seit Jahresbeginn diverse Kontakte vorantrieb. „Der Bieterprozess läuft auf Hochtouren, ist weit fortgeschritten“, sagt Rauch. 

Investor trennt sich von einem Herzensprojekt, kein Notverkauf

Ein Notverkauf ist der angestrebte Deal keinesfalls, verfügen doch die Förthof-Gesellschaften über eine mehr als solide Eigenkapitalausstattung (durch Eigentümer Erich Erber). Laut Bilanz zum 30. September 2025 verfügt die Förthof Errichtungs GmbH über ein Eigenkapital von 15,1 Mio. Euro, die Förthof Holding GmbH über ein Eigenkapital von 27,7 Mio. Euro. In den aktuellen Bilanzen ist darüber hinaus keine Bankenfinanzierung ersichtlich.

Aus einer Reihe von Interessenten blieb eine Handvoll übrig, mit denen man in Endgesprächen stehe. Die Angebote bewegen sich logischerweise deutlich unter den bisher investierten Summen, verschleudern wolle man das Objekt aber sicher nicht. Präferenzen für einen Käufer gebe es keine, den Zuschlag erhalte, wer das höchste Angebot legt. Ein Käufer müsste danach nochmals tief in die Tasche greifen, sind doch zur Fertigstellung von Hotel und Restaurant weitere rund sieben Millionen Euro vonnöten.

Hotelinvestor, Bank, Versicherung, Universität unter den Bietern

Während sich Christoph Rauch zu Details bedeckt hält, führen Vinaria Recherchen zu möglichen Interessenten, darunter ein versierter Hotelinvestor, eine Bank, eine Versicherung und die Danube Private University (DPU) der Familie Wagner-Pischel, die in Krems die höchst erfolgreiche private Universität für Zahnmedizin mit 2500 Studierenden aus der halben Welt betreibt. Die DPU ist unmittelbarer Nachbar des Projekts Der Förthof.

Das an den Hotelbau angrenzende Weingut Förthof gehört ebenfalls Erich Erber, der es im Zuge der Übernahme eines alteingesessenen Kremser Weinguts erwarb; samt einigen Hektar bester Weinbergslagen. Das Weingut soll weiterhin in der Förthof-Gruppe verbleiben, wird unter der bewährten Führung von Winzerin Annika Hoffmann aktiv weiterentwickelt und ist nicht Teil des Verkaufsprozesses.