Ein bitterer Jahresstart für das 3-Sterne-Restaurant Quattro Passi in Massa Lubrense (Kalabrien, Italien). Dem Restaurant der Familie Mellino droht der Totalabriss, weil landwirtschaftliche Widmungen grob missachtet und große Teile ohne Baubewilligung errichtet wurden. 

Eine Naturkulisse wie eine Fototapete: Terrasse des Quattro Passi über der Bucht von Ieranto. © Gambero Rosso

Neben den 3 Michelin Sternen führt Quattro Passi auch 3 Gabeln im wichtigen italienischen Restaurantführer von Gambero Rosso. Wie die lokale Presse berichtete, hat die Gemeinde wegen missbräuchlicher Nutzung des riesigen Grundstücks (Restaurant, Luxussuiten, Wohnhäusern, Weinkeller, Tunnel, Pool) und schwerer Baumängel inklusiver massiver Kubaturen einen Abbruchbescheid ausgestellt, der spätestens nach 90 Tagen vollzogen werden soll.

Wird der Abbruch nicht fristgerecht durchgeführt, kann die Gemeinde Massa Lubrense nahe der Amalfiküste das gesamte Areal beschlagnahmen. Die strittigen Objekte stehen sämtlich auf landwirtschaftlichen Grund, der sich noch dazu in einer besonderen Schutzzone rund um die Bucht von Bucht von Ieranto. Der einmalige Blick über die Bucht zum Meer sind ein besonders beeindruckendes Merkmal von Quatro Passi.

Die Besitzer pochen auf die „internationale Bedeutung des Restaurants oder des gastronomischen Prestiges für die ganze Region“, wie diese auch von den Testern des Michelin unterstrichen wird. Die Gemeinde wiederum sieht darin keine rechtliche Grundlage für die Umgehung der Gesetze zum territorialen Schutzes und möchte hart bleiben. Die Familie Mellino kann den Abbruchbescheid beim Regionalen Verwaltungsgericht und beim Präsidenten der Republik anfechten, gemäß den Bestimmungen des italienischen Verwaltungsrechts.