Immobilie und Liegenschaft des renommierten Hotels Steigenberger in Krems an der Donau stehen nach der Pleite der Besitzgesellschaft Ponte zum Verkauf: Mittels Gutachten belegt der Masseverwalter den geforderten Kaufpreis von 30,5 Millionen Euro. Steigenberger ist als Pächter nicht von der Pleite betroffen.

Professor Rudolf Öhlinger ist Geschäftsführer der insolventen Ponte-Gesellschaften, die seiner Ponte Privatstiftung gehören. © Ponte

Seit Jahrzehnten führt Steigenberger das Vorzeigehotel in Krems in der Tourismusregion Wachau und hat mit der Insolvenz nichts zu tun. Auf einem ehemaligen Weinberghang gelegen (Am Goldberg 2) wurde das Haus seinerzeit von einer Tochterfirma der Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien errichtet und vom ersten Tag weg an Steigenberger verpachtet. Die Kette führt das Haus unter der Bezeichnung Steigenberger Hotel & Spa Krems.

Als die Immobilie die ersten Abschreibungsjahre hinter sich gebracht hatte, wurde das Objekt an einen privaten Investor verkauft: Professor Rudolf Öhlinger (74) erwarb die Perle aus dem Raiffeisenkonzern um kolportierte 20 Millionen Euro. Später wurde ein kleiner zweistelliger Millionenbetrag in Um- und Ausbau (Suitentrakt, Spa, Außenanlagen, Technik) investiert, der Pachtvertrag mit Steigenberger verlängert.

Öhlinger gründete seinerzeit zum Erwerb die Ponte Immobilien Entwicklungs- und Verwertungs GmbH mit Sitz in 1010 Wien. Finanziert wurde der Deal offenbar durch die Raiffeisen Landesbank, zu deren Gunsten im Grundbuch nach wie vor Pfandrechte über fast 28 Millionen Euro eingetragen sind. Ponte hält 100 Prozent der Anteile an der Ponte Krems Immobilienverwertung GmbH. Öhlinger war Mitbegründer und lange Jahre Geschäftsführer der SeneCura-Gruppe, die Altenwohn- und Pflegeheime betreibt.

Die Ponte-Muttergesellschaft musste im Juli 2025 Insolvenz anmelden und besitzt als einzig werthaltiges Vermögen die Anteile an der Ponte Krems mit dem an Steigenberger verpachteten Hotel. Eigentümer (über die Ponte Privatstiftung) und Geschäftsführer der Gesellschaften ist Professor Rudolf Öhlinger. Das Ponte-Konstrukt ist nunmehr pleite und Masseverwalter Lukas Peichl von der Kanzlei Engelhart in Wien machte sich an die Verwertung von Immobilie und Liegenschaft in Krems.

Sachverständiger Wolfgang Dornhecker ermittelte in seinem Gutachten einen Verkehrswert des Objekts in Höhe von 30,5 Millionen Euro, den der Masseverwalter zu erlösen versucht. Hauptasset dabei ist der Vertrag mit Steigenberger, der einen jährlichen Pachtzins von 2,3 Millionen Euro netto festschreibt. Die Restnutzungsdauer des Objekts wird mit 25 Jahren angenommen. Die Grundstücksgröße beträgt 12.540 Quadratmeter und ist zu rund zwei Drittel bebaut.

Über die Zahl der Interessenten ist nichts bekannt, die erste Bieterrunde endete am 20. Februar 2026. Nach Sichtung der Angebote dürften nunmehr mit den Finalisten Detailverhandlungen geführt werden. Der Masseverwalter möchte den Deal so rasch als möglich unter Dach und Fach bringen.

 

Steigenberger als Pächter & Betreiber nicht betroffen, Hotelbetrieb ungestört

Nochmals sei darauf hingewiesen, dass Steigenberger und der laufende Hotelbetrieb von der Pleite der Immo-Gesellschaft nicht betroffen sind. Das 4-Sterne-Plus-Hotel & Spa ist wie gehabt geöffnet und erfreut sich bei Gästen großer Beliebtheit.