Die frostigen Temperaturen Ende der vergangenen Woche haben weite Teile der Wachauer Marillenernte bereits zerstört. Einige Winzer und Marillenbauern kämpften teils verzweifelt mit Frostkerzen gegen die Minusgrade an.

In der östlichen Wachau rund um Krems blühen die Marillen immer zuerst, etwa ein bis eineinhalb Wochen später folgt die westliche Wachau. Das offizielle Anbaugebote der (gesetzlich geschützten) echten Wachauer Marillen erstreckt sich auch auf einige Gemeinden neben der Wachau, etwa rund um den Göttweiger Berg und die Orte östlich von Krems, etwa Rohrendorf. Mittlerweile ist die Marillenblüte in der Wachau weitgehend beendet.

Hier gedeihen tausende Bäume, an denen die echten Wachauer Marillen reifen. Diese Region war neben der unteren Wachau von den Morgenfrösten bis zu minus sechs Grad am stärksten betroffen. Etwa hunderte Marillenbäume des Winzerhofs Dockner in Höbenbach und am Kremser Frauengrund im südlichen Kremstal, wo minus vier Grad gemessen wurden. Oder daneben in Krustetten, wo unter anderem am Weingut Müller um die Marillen gekämpft wurde.

Winzer Sepp Dockner entzündete in den frühen Morgenstunden des vergangenen Freitags mit Familie und Mitarbeiten hunderte Frostkerzen, unter jedem Baum eine. Durch die von den Kerzen aufsteigende Wärme werden die Temperaturen in den Baumkronen mit den empfindlichen Knospen, Blüten und Trieben für kurze Zeit um einige Grad Celsius erwärmt.

Das reicht in der Regel für wenige Stunden, um die Austriebe zu schützen. Die heikelste Zeit ist in den frühen Morgenstunden, in denen die Nachttemperaturen am niedrigsten sind, bis kurz nach Sonnenaufgang.

Eine mühevolle Arbeit jedenfalls, die sich meist nur lohnt, wenn die Produktionskette der Marillen weitgehend im eigenen Haus verbleibt, also nicht die Marillen oder die Maische verkauft werden, sondern die Produkte daraus selbst erzeugt werden.

In Krems und rund um die Stadt Mautern am südlichen Donauufer hat der Frost zahlreiche Marillengärten schwer geschädigt. Ein erheblicher Teil der kommenden Ernte ist bereits Geschichte. Bereits im Vorjahr (2020) gab es in der Wachau frostbedingt einen Totalausfall der Marillenernte.

Sepp Dockner beim Anzünden der Frostkerzen in dunkler Nacht. © Winzerhof Dockner / Robert Herbst
So schön, so empfindlich: Blüten der Marille. © Winzerhof Dockner / Robert Herbst
Ein Lichtermeer unter hunderten Marillenbäumen des Winzerhofs Dockner. © Winzerhof Dockner / Robert Herbst