Die Carnuntiner Winzerin Christina Netzl brachte das Kunststück zustande, mit ihrem „Christina Rosé“ in zwei Jahrgängen hintereinander die große Vinaria Roséverkostung zu gewinnen. Im Interview über die Idee dahinter, die Kombination aus Direktpressung & Saftabzug, die Vinifikation und die Vorlieben ihrer Kunden.

2025 Christina Rosé handmade & unfiltered WL © Weingut Franz Netzl

Vinaria: Wie im vergangenen Jahr war Ihr Christina Rosé handmade wieder im Spitzenfeld. Wie entstand die Idee zu diesem Wein, seit wann gibt es ihn?

Christina Netzl: Die Grundidee der Christina Weine ist es, Wein so naturnah und unverfälscht wie möglich, aber mit einem klassischen Aromaprofil zu produzieren. Der erste Jahrgang war 2018 und seither gibt es den Wein jedes Jahr.

Vinaria: Aus welchen Lagen stammen die Trauben für diesen Wein?

Christina Netzl: Christina Rosé kommt aus mehreren Weingärten und aus zwei Produktionsmethoden. Vom Jahrgang 2025 wurden 40 Prozent direkt gepresst, 60 Prozent entstanden durch Saftabzug von Rotweintanks – diese Anteile variieren je nach Jahrgang.

Vinaria: Wie erfolgt die Weinwerdung?

Christina Netzl: Die Lese erfolgt zu 100 Prozent per Hand, die Vergärung im Edelstahltank. Anschließend bleibt der Rosé sehr lange auf der Vollhefe liegen, bis er beginnt, sich von selbst zu klären. Wenn er „sauber“ genug ist, wird einmal mit ein wenig Feinhefe abgezogen und mit minimaler Schwefelgabe ohne Filtration auf Flaschen gefüllt.

Vinaria: Wie wichtig ist Rosé in Ihrem Betrieb, wie die saisonale Nachfrage?

Christina Netzl: Es stimmt, die Nachfrage nach Rosé hat in den letzten Jahren eindeutig zugenommen, was für uns als Rotweinwinzer eine gute Ergänzung für die Sommermonate ist. Leider ist der Verkauf von Rosé wirklich sehr saisonabhängig – er konzentriert sich auf Frühling und Sommer. Im Winter gibt es hier kaum Nachfrage – zumindest bei uns. Das macht die Planung der Produktionsmengen sehr schwierig.

Vinaria: Sprechen Ihre beiden Rosés unterschiedliche Kundengruppen an?

Christina Netzl: Der Christina Rosé ist vom Aromenprofil sehr „klassisch“ unterwegs und überrascht daher viele klassische Weintrinker. Die feine Hefe in der Flasche ist aber natürlich merkbar. Sie dämpft die Fruchtaromatik ein wenig, bringt aber auf der anderen Seite Textur in den Wein, was ihn wieder etwas spannender macht. Generell sprechen die Christina Weine und die traditionellen Netzl Weine zwei unterschiedliche Konsumentengruppen an.

Vinaria: Chistina Rosé handmade ist nicht so kräftig wie der Vorgänger. Zu welchen Gelegenheiten ist er am besten zu genießen?

Christina Netzl: Der Jahrgang 2025 präsentiert sich auf jeden Fall etwas leichtfüßiger und auch die Säure zeigt sich spritziger, das ist jahrgangsbedingt und lasse ich auch gerne zu. Dennoch gibt die vorhandene Feinhefe dem Wein etwas Textur und macht ihn somit zu einem tollen Speisenbegleiter für Sommersalate, Meeresfrüchte oder zur Quiche. Als Apero und Terrassenwein passt er aber natürlich auch perfekt.

 

Topliste Roséweine aus dem Jahrgang 2025

16,8  Weingut Franz Netzl 2025 Christina Rosé handmade & unfiltered WL
16,5Weingut Greilinger 2025 Rosé Cuvée (PN, CS) NÖ
16,3Weingut Familie Proidl2025 Mercaz Rosé Senftenberg NÖ
16,3Niki Windisch 2025 Wolf im Rosa Schafspelz (BF, CS, ZW) NÖ
16,2Weingut Markowitsch 2025 Mardonna Rosé Ö
16,2Weingut Steininger 2025 Cabernet Sauvignon Rosé NÖ
16,2Weingut Strehn        2025 Pia und die starken Männer BG
16,0Weingut Strehn        2025 Elefant im Porzellanladen BG
15,9Weingut Prieler     2025 Rosé vom Stein Blaufränkisch BG
15,8Weingärtnerei Uhler2025 Rosé Monia (PN, ZW, BB) WI
15,7Weingut Familie Schuster2025 Rosé vom Zweigelt WG
15,7Weingut Jürgen Horvath  2025 Rosé Eleni (PN, BF) BG
15,7Weingut Kollerhof Familie Lieleg2025 Zweigelt Rosé ST
15,6Hundschupfenkellerei Hagn2025 Rosé Zweigelt NÖ
15,5Weingut Fichtenbauer-Mold2025 Cuvée Rosé (ZW, SL) NÖ
15,5Weingut Strehn   2025 Seerosé BG
15,4Weingut Josef Pimpel2025 Rosé (BF, ZW, SL) Ö
15,4Weingut Steininger2025 Merlot Rosé NÖ
15,4Winzer Krems2025 Rosé Zweigelt Sommelier NÖ

 

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