In den vergangenen Wochen erreichte die Diskussion um die Neugestaltung der Staatlichen Prüfnummer aufgrund einer medialen Inszenierung ihren Höhepunkt. Vor allem der Zeitpunkt kurz vor Start der wichtigsten Weinmesse VieVinum sorgte für Empörung unter der Winzerschaft. Vinaria berichtete mehrfach.

Zentraler Aufreger ist und war ein Blaufränkisch-Wein, der vom US-Weinkritiker James Suckling mit 100 Punkten bewertet wurde, aber Monate später zweimal keine Staatliche Prüfnummer erhalten hat.

Zur Diskussion um die staatliche Prüfnummer nimmt nun auch die Vereinigung der Renommierten Weingüter Burgenland (RWB) Stellung. Andi Kollwentz, Präsident der RWB, nimmt sich kein Blatt vor den Mund:

„Wir als RWB stehen hinter der Staatlichen Prüfnummer als verlässliches Instrument der organoleptischen und analytischen Weinkontrolle, die wesentlichen Anteil am Aufschwung des Österreichischen Weines nach 1985 hatte und noch immer hat. Zweifelsohne sollte man die Prüfnummernkost reformieren, indem man etwa ein kleines Team geschulter Fachleute einsetzt. Eine Reform der Prüfnummernverkostung darf aber niemals eine Zweiteilung des Qualitätsanspruchs bedeuten, bei der unterschiedlich hohe Messlatten zur Erlangung ein und derselben Staatlichen Prüfnummer führen. Auch wir als RWB machen Weine, die außer Schwefeldioxid keine Zusätze haben. Trotzdem sind wir gegen eine Teilung in „Industrieweine“ und sogenannten „Low Intervention Wines“, da wir eine Spaltung der Weinwirtschaft generell als denkbar schlechtestes Zeichen nach Außen empfinden.“

Anmerkung: Andi Kollwentz führt mit seiner Familie das international bekannte und vielfach ausgezeichnete Weingut Kollwentz in Großhöflein bei Eisenstadt (Burgenland). Bereits sein verstorbener Vater Anton Kollwentz - Vinaria Lebenswerk Preisträger - galt über die Grenzen hinaus auch als Blaufränkisch-Pionier und Qualitätsfanatiker. Zusammen mit Größen wie den Weingütern Ernst Triebaumer (Rust), Prieler (Schützen), Gesellmann (Deutschkreutz) und anderen.