Es ist nicht die erste Verkostung, die Topwinzer Wolfgang Maitz gewonnen hat und auch nicht die erste seines Weines Hochstermetzberg. Im Word Rap über Besonderheiten und Lagen, Terroir und Vinifikation, längere Lagerung und den „kühlen Bruder“ vom Schusterberg.

2021 Große STK Ried Hochstermetzberg © Weingut Maitz

Vinaria: Wie umschreiben Sie die Besonderheiten Ihres 2021er Ried Hochstermetzberg? Ist es die Lage, ist es die Vinifikation?

Wolfgang Maitz: Es ist immer die Summe aller Einflüsse. Der Hochstermetzberg ist die Südflanke einer Kessellage. Dadurch ist die Reife der Trauben immer außergewöhnlich hoch. Reife Tannine sind für langlebige Weine enorm wichtig. Gleichzeitig ist die große Herausforderung, die Balance zwischen Zuckerreife, Gerbstoff und Säure zu erlangen. Zur Geologie: Eine Schotterablagerung am Kamm, darunter grau-brauner Kalkmergel oder Opok. Karge Bedingungen am Steilhang lassen die Reben tief wurzeln, um kleine und konzentrierte Trauben wachsen zu lassen. Die alte Anlage wurde 1987 von meinem Vater gepflanzt. Die Setzlinge wurden aus alten steirischen Sauvignon Blanc Reben nach der Methode der Selection Massale gewonnen, also Auslesen von den allerbesten Stöcken eines Weingartens.

Vinaria: Und im Keller?

Wolfgang Maitz: Im Keller arbeiten wir sehr puristisch, aber mit viel Zeit. Ganztraubenpressung, Vergärung mit viel Fruchtfleisch und Naturhefen in großen Holzfässern mit anschließender zweijähriger Lagerung ohne Schwefelzugabe und ohne Battonage. Danach Vermählung im Stahltank, Lagerung für ein weiteres Jahr, damit der Wein seinen Punkt findet, bevor er mit einer kleinen Schwefelgabe auf die Flasche gezogen wird.

Vinaria: Sie bringen Ihre Riedenweine immer spät, insbesondere diesen Wein. Warum?

Wolfgang Maitz: Die Zeit ermöglicht dem Wein, alle seine Prozesse in Ruhe und ohne Zwang abzuwickeln. Hier geht es vor allem um subtile Oxidationsprozesse in den ersten zwei Jahren. Wenn diese abgeschlossen sind, ist der Wein fest, präzise und erwachsen – sozusagen bereit, das Weingut zu verlassen.

Vinaria: Der Wein wirkt ausgesprochen ruhig und souverän. Was ist der Grund für diese Charakteristik?

Wolfgang Maitz: Einerseits reife Trauben durch die warme Lage. Daneben bringt der lange Ausbau Gelassenheit in den Wein, der jugendliche Stress ist verflogen.

Vinaria: Der 2022er aus der Ried Schusterberg war ebenfalls im Finale. Was unterscheidet die beiden Weine?

Wolfgang Maitz: Sie sind Brüder am selben Ort. Es ist jedoch wie mit Kindern, deren Charaktere sich unterschiedlich entwickeln. Zum Teil liegt der Schusterberg im Schatten des Hochstermetzbergs und ist damit kühler mit puristisch-straffem Ausdruck. Der Schatten ist kein Nachteil, vielmehr ermöglicht er eine eigenständige Position im brüderlichen Zusammenspiel. Übrigens: beide Rieden finden sich als Team im Ortswein Ehrenhausen Sauvignon Blanc wieder. 

Topliste Sauvignon Blanc Österreich

18,1Weingut Maitz Wolfgang2021 Große STK Ried Hochstermetzberg
17,7Weingut Skoff Original2023 Royal Ried Hochsulz
17,6Weingut Peter Skoff2020 Ried Hoch Kranachberg
17,5Weingut Pfeifer2022 Ried Schemming
17,5Weingut Potzinger2024 Ried Sulz JOSEPH
17,3Weingut Domaine 11962024 Ried Hoch Sernau
17,3Weingut Lex Langmann2022 Ried Greisdorf Himmelreich
17,3Weingut Muster.Gamlitz2023 Ried Grubthal
17,1Weingut Haring Pichlippi2023 Ried Rettenberg Reserve
17,1Weingut Lex Langmann2022 Ried Greisdorf
17,1Weingut Muster.Gamlitz2021 Ried Grubthal
17,1Weingut Erwin Sabathi2021 Ried Pössnitzberger Kapelle
17,1Weingut Bernd Stelzl2021 Ried Hiritschberg Reserve
17,0Weingut Die Amtmann2024 Sauvignon Blanc Gamlitz
17,0Weingut Kodolitsch2024 Ried Rosengarten
17,0Weingut Platzer2024 Ried Aunberg Privat
17,0Weingut Bernd Stelzl2023 Charlotte Ried Hiritschberg
16,9Weingut Maitz Wolfgang2022 Erste STK Ried Schusterberg
16,9Weingut OberGuess2022 Ried Am Walts Reserve
16,9Weingut Hannes Sabathi2022 Ried Kranachberg Kreuz
16,8Weingut Seyfreid Wein-Atelier2022 Ried Hohenberg
16,8Weingut Skoff Original2022 Ried Grassnitzberg Stani

 

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