Die Fußstapfen, in die Julia Zotter (38) tritt, sind nicht nur groß, sondern vor allem bunt. Ihr Vater, Schokoladenpionier Josef Zotter, hat mit seinen fair gehandelten und ungewöhnlichen Schokoladenkreationen eines der bekanntesten Unternehmen des Landes aufgebaut. Nun übernimmt die Tochter.

Josef Zotter hat mit seinen stets unterschiedlichen Schuhen und markanten Auftritten selbst viel zum Markenimage seines Hauses beigetragen. Nun hat sich der exzentrische Chocolatier in den Ruhestand verabschiedet. Tochter Julia hat die Geschäftsführung übernommen. Sie hat an der berühmten Pariser Cordon-Bleu-Akademie das Handwerk gelernt und ist seit Jahren im Betrieb aktiv – wie auch ihr Bruder Michael, der für die IT zuständig ist. Das Vorrücken in die erste Reihe sei daher ein reibungsloser Prozess gewesen. 

Das steirische Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über 40 Millionen Euro erzielt (plus 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Im oststeirischen Riegersburg werden jährlich rund 1.000 Tonnen Schokolade verarbeitet, und die Produktionsstätte besuchen fast 300.000 Interessierte – eines der Erfolgsrezepte der Familie.

Die ­eigensinnigen Geschmacksrichtungen, die ungewöhnlichen Verpackungen und die kreativen Namen widersprechen vielen klassischen Marketingregeln. Im sogenannten Schokoladentheater in der Gemeinde Riegersburg können die Besucher deshalb den gesamten Herstellungsprozess erleben. „Wer bei uns im Schokoladentheater war, erinnert sich daran. Das ist unser stärkstes Tool.“ 

Neben dem Onlineshop vertreiben rund 4.000 Verkaufsstellen die Schokolade weltweit. Seit 2014 gibt es außerdem einen nicht produzierenden Standort im chinesischen Shanghai, das Schokoladenmuseum, der Julia ­Zotter jahrelang geführt hat. Zotter verortet künftige Wachstumsmärkte aber deutlich stärker im D-A-CH-Raum, vor allem in Deutschland und der Schweiz.

Quelle: trend