Vinaria bat erstmals Traminer aus allen namhaften Herkünften Europas gemeinsam zur Degustation. Sortenvertreter aus Österreich, Südtirol, Elsass und Deutschland waren bei der spannenden Verkostung der trocken und halbtrocken ausgebauten Weine vertreten. 

Der Traminer gehört zu den ältesten Rebsorten Europas. In Österreich hat er eine kleine, eingeschworene Fangemeinde. Vinaria hat erstmals Gewächse grenzüberschreitend im Rahmen einer Blindverkostung gegeneinander antreten lassen. Die Rebsorte stellte ihre große Bandbreite und Wandlungsfähigkeit unter Beweis.

Die Vinaria Verkostung wurde mit Unterstützung von Vulkanland, Südtirol Wein, Vins Alsace und VDP (deutsche Prädikatsweingüter) ausgeschrieben, und zwar für trockene und halbtrockene Weine der Jahrgänge 2017 bis 2024. Es waren alle Sorten-Spielarten zugelassen. 

Jahrgänge 2017 bis 2024, trocken & halbtrocken

Die Verkostung war für die Kategorien „trocken“ (Restzucker bis neun Gramm pro Liter ohne Berücksichtigung der Säurewerte) und „halbtrocken“ (Restzucker bis 18 Gramm pro Liter) ausgeschrieben. Verkostet wurde nach aufsteigendem Alkohol, bei gleichen Alkoholwerten nach zunehmendem Restzuckergehalt. 

In je zwei Vorrunden und Finalis im Freigut Thallern bei Gumpoldskirchen blind verkostet haben Erwin Goldfuss, Peter Schleimer, Adi Schmid und Wolfgang Wachter. Dem Team im Freigut Thallern sei herzlich für die perfekten Bedingungen gedankt. Zum Einsatz kamen Gläser der Serie Zalto Denk´Art. Es waren sieben Weine aus Deutschland am Start, 42 aus Frankreich, 31 aus Südtirol sowie 69 aus Österreich.

Kellerei Tramin vor Kellerei St. Michael-Eppan und Weingut Gschaar

Die drei Podestplätze gingen an Südtirol und Österreich, alle in der Kategorie „trocken“. Sie waren zudem fünf Sterne wert. Zuoberst steht der 2021er Gewürztraminer Nussbaumer der Kellerei Tramin. Dieser Wein genießt höchste Reputation in Italien, die drei Gläser im Gambero Rosso hat er gleichsam abonniert. 

Mit 0,5 Punkten Abstand hat sich der perfekt abgestimmte Sanct Valentin der Kellerei St. Michael-Eppan, Jahrgang 2024, den zweiten Platz gesichert. Der Linie Sanct Valentin widmet Kellermeister Jakob Gasser viel Augenmerk. 

Nur um Haaresbreite dahinter hat sich das Weingut Gschaar aus dem Vulkanland Steiermark mit dem kühlen und überaus präzisen Gewürztraminer Ried Hochwarth aus 2022 positioniert. Auch der 2024er Ortswein Klöch hat sich im Finale bewährt. Tramin und Gschaar holten sich damit auch die jeweiligen Länderwertungen.

Weingut Albert Mann holt sich die Elsass-Wertung

Gleich 16 trockene Weine brachten es auf vier Sterne, was 16,5 bis 17,4 Punkten entspricht. Angeführt wird diese Phalanx vom 2022er Gewürztraminer Lafòa der für ihre Qualität weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Kellerei Schreckbichl. 17,3 Punkte teilen sich das Weingut Radl aus Klöch und das kleine, bekannte Weingut Zimmerling aus Dresden. 

Viermal 17,1 gab es für trockene Weine aus Südtirol, alles bekannte Namen wie die Kellereien Bozen, Kurtatsch, Nals Margreid und Weingut Rottensteiner. Das Feld zwischen 16,5 und 17,0 Punkten wird von zwei Klöcher Betrieben angeführt, nämlich vom Domittner-Klöcherhof und vom Weingut Tomaschitz. Den besten trockenen Traminer aus dem Elsass lieferte das Weingut Albert Mann ab. In dieser Gruppe finden sich weitere Vertreter aus Österreich, Südtirol und dem Elsass.

Traminer halbtrocken: genialer Gratwandel

In der Kategorie „halbtrocken“ bewegen sich die Punkte für die drei besten Weine zwischen 17,0 und 17,3. Zuoberst steht der einladende und mit superben Gerbstoffen ausgestattete Pillnitzer Königlicher Weinberg vom Weingut Klaus Zimmerling aus Dresden (Deutschland). Das Weingut Gießauf-Nell aus Klöch ist ihm mit der Selection Fass 25 aus dem Jahr 2020 knapp auf den Fersen. Der dritte Platz in dieser Gruppe geht an das Weingut Wolfberger aus Eguisheim. Der sensible Einsatz von Gerbstoffen stellt einen genialen und gekonnten Gratwandel dar.

Mit jeweils 16,9 Punkten zeigten Koller und Repolusk, dass in der Südsteiermark glockenklare und trinkanimierende Traminer möglich sind. Abgerundet wird diese Gruppe durch den gediegenen und angenehm dezenten Grand Cru Moenchberg von Gresser sowie durch die Weine des Traminer Spezialisten Frühwirth und des Weinguts Lamprecht, beide aus Klöch. 

Das Traminer Ländermatch

Diese Verkostung wurde als eine Art Ländermatch ausgetragen. In der Gruppe der Traminer bis neun Gramm Restzucker sicherte sich Südtirol klar den Sieg. Die Mannschaft aus Österreich schlug sich wacker und erreichte verdient den zweiten Platz.

Obwohl mit einer Mini-Truppe angetreten, sorgte Deutschland für Aufsehen. In der Liga „halbtrocken“ stellte dieses Land den Sieger. Keine große Überraschung ist das gute Abschneiden des Teams Elsass in dieser Kategorie. Aber auch hier musste sich die Mannschaft aus Österreich nicht verstecken.

Viel Wein fürs Geld: die Preiswertesten der Besten

Diese Verkostung zeigte darüber hinaus, dass wirklich guter Traminer nicht teuer sein muss. Ein Wein, der haarscharf an den fünf Sternen vorbeischrammte, war der 2024er Gewürztraminer belle saison des Weingutes Wolfberger aus dem Elsass; um 8,90 Euro ist er ein veritables Schnäppchen. Auch die Weingüter Koller aus Kitzeck und Radl aus Klöch zeigen, dass sehr gute Traminer nicht viel kosten müssen. Mit Lamprecht, Gschaar und Tomaschitz aus der Steiermark kamen weitere preisgünstige Weine auf vier Sterne. Das gilt auch für Earl Aimé Stentz et fils aus dem Elsass.

 

Topliste trocken gesamt

18,1Kellerei Tramin, Tramin2021 Nussbaumer Gewürztraminer
17,6Kellerei St. Michael-Eppan, Eppan2024 Sanct Valentin Gewürztraminer
17,5Weingut Gschaar, Klöch2022 Gewürztrainer Ried Hochwarth
17,4Kellerei Schreckbichl, Eppan2022 Gewürztraminer Lafòa
17,3Weingut Radl, Klöch2023 Gelber Traminer
17,3Weingut Zimmerling, Dresden2021 VDP Große Lage Pillnitzer Königlicher Weinberg
17,1Kellerei Bozen, Bozen2024 Gewürztraminer Ceslar
17,1Kellerei Kurtatsch, Kurtatsch2022 Brenntal Gewürztraminer
17,1Kellerei Nals Margreid, Nals2024 Lyra Gewürztraminer 
17,1Weingut Rottensteiner, Bozen2024 Gewürztraminer Cancenai
17,0Domittner-Klöcherhof, Klöch2023 Traminer XERO
17,0Weinhof Tomaschitz, Klöch2021 Gelber Traminer Klöch
16,9Albert Mann, Wettoldsheim2024 Alsace Gewurztraminer 
16,9Kellerei Tramin, Tramin2023 Nussbaumer Gewürztraminer

 

Topliste halbtrocken gesamt

17,3Weingut Zimmerling, Dresden2020 VDP Große Lage Pillnitzer Königlicher Weinberg
17,2Weingut Gießauf-Nell, Klöch2020 Gewürztraminer Selection Fass 25
17,0Wolfberger, Eguisheim2024 Gewurztraminer belle saison
16,9Weingut Koller, Kitzeck2024 Traminer Blattspiel
16,9Weingut Repolusk, Glanz2020 Roter Traminer
16,8Domaine Gresser, Andlau2022 Moenchberg Grand Cru Gewurztraminer
16,7Weingut Frühwirth, Klöch2019 Klöch Gelber Traminer
16,6Lamprecht, Klöch Halbenrain2019 Gewürztraminer Tradition
16,5Lamprecht, Klöch Halbenrain2024 Gewürztraminer Tradition

 

 

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Architektonischer Blickfang Kellerei Bozen © Kellerei St. Bozen
Herkunft großartiger Traminer: Klöch im Vulkanland Steiermark © OEWM WSNA
Legendärer Kellermeister Willi Stürz von der Kellerei Tramin in Südtirol: er holte den Sieg bei den trocken ausgebauten Traminern mit seinem Paradewein Nussbaumer. © Florian Andergassen
Günther Domittner aus Klöch trittsicher unterwegs © Weingut Domittner
Antoine Barthelmé, ist Besitzer und Önologe der Domaine Albert Mann im Elsass (Frankreich). © Pascal Bastien
Barriquekeller in der renommierten Kellerei Schreckbichl © Kellerei Schreckbichl
Burgruine Klöch am Rande von Weingärten © OEWM WSNA
Hält die österreichische Fahnen hoch am Siegerpodest der großen Vinaria Verkostung Traminer International: Jungwinzer Georg Gschaar aus Klöch im Vulkanland Steiermark. © Margit Kundigraber
Katharina und Lukas Radl aus Klöch glänzen mit vier Sternen © Rene Knabl
Lese für Prädikatsweine auf dem Weingut Wolfberger in Eguisheim © Weingut Eguisheim
Renommierte Lage des Weingutes Freiherr von und zu Franckenstein in Berghaupten © Weingut Freiherr von und zu Franckenstein
Familie Aldrian vom Weingut Koller punktet mit Qualität und Preis © Weingut Koller
Klaus Zimmerling aus Dresden in Deutschland sicherte sich mit seinem kleinen Weingut die Kategorie Traminer halbtrocken in der großen Vinaria Verkostung. Das Weingut zählt zum Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). © Weingut Zimmerling
Frauenpower am Weingut der Familie Lamprecht © Weingut Lamprecht