Österreich baut seine internationale Vorreiterrolle im umweltbewussten Weinbau weiter aus: Bereits 12.324 Hektar Rebfläche werden nach dem umfassenden, unabhängig kontrollierten Nachhaltigkeitsprogramm „Nachhaltig Austria“ bewirtschaftet. 

Status quo bei „Nachhaltig Austria“. 700 Weinbaubetriebe sind bereits zertifiziert. © ÖWM

Das entspricht 28 Prozent der gesamten österreichischen Weinbaufläche – so viel wie noch nie. Auch beim biologischen Weinbau ist Österreich weiterhin Weltspitze: 25 Prozent der Gesamtrebfläche sind biozertifiziert. Insgesamt sind aktuell mehr als 700 Weinbaubetriebe „Nachhaltig Austria“-zertifiziert. Sie bewirtschaften über 12.000 Hektar Rebfläche und damit mehr als ein Viertel der gesamten österreichischen Weingartenfläche.

700 Weinbaubetriebe „Nachhaltig Austria“-zertifiziert

Seit 2019 ist die zertifizierte Fläche um mehr als das Dreifache gewachsen. Parallel dazu sind auch andere Umweltzertifizierungen stark verbreitet: 25 Prozent der Rebfläche sind biologisch zertifiziert, womit Österreich weltweit die Nummer eins ist. Mehr als jeder zehnte biologische Weingarten wird zudem biodynamisch bewirtschaftet. Die Zahlen unterstreichen den hohen Stellenwert von umweltbewusstem Weinbau in Österreich.

Exportmärkte verlangen nach Umweltzertifizierung

„,Nachhaltig Austria‘ ist ein international anerkanntes Gütesiegel im Weinbau. Es steht für klar messbare nachhaltige Praktiken in allen Wirtschaftsbereichen eines Weinguts“, sagt Chris Yorke, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM). „Das hat auch ganz konkrete wirtschaftliche Vorteile, denn in einigen unserer wichtigsten Exportmärkte, wie Skandinavien oder Kanada, spielen glaubwürdige Umweltzertifizierungen eine immer wichtigere Rolle bei Kaufentscheidungen.“
 
Die Zertifizierung „Nachhaltig Austria“ wurde vom Österreichischen Weinbauverband in mehrjähriger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern entwickelt und 2015 eingeführt. Für die Zertifizierung werden rund 400 Maßnahmen eines Weinguts hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit bewertet – vom Weingarten über die Kellerarbeit bis hin zu sozialen und wirtschaftlichen Aspekten. Die Erfassung der Maßnahmen erfolgt über ein digitales Tool, das Transparenz und eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht. Die Zertifizierung selbst wird von unabhängigen externen Kontrollstellen durchgeführt.

Messbare Erfolge entlang der Wertschöpfungskette

Die Auswertung aller gesammelten Daten zeigt deutliche, messbare Effekte. Auf 84 % der zertifizierten Rebfläche wird – zusätzlich zum generellen Glyphosatverbot – vollständig auf Herbizide verzichtet, 80 % der Flächen kommen ohne Insektizide aus. Gleichzeitig decken erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik, Biomasse oder Ökostrom bereits fast 80 % des Energieverbrauchs ab – ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Jahren. 38 Weingüter arbeiten vollständig energieautark.
 

Quelle: ÖWM

Begrünter Weingarten mit Mohnblumen auf gesundem Boden. © ÖWM, POV