Mit einer Vorpremiere für internationales Fachpublikum begann der Auftakt zur Markteinführung der VDP.GROSSEN GEWÄCHSE® des Jahrgangs 2025 und der roten des Jahrgangs 2024, die am 1. September 2026 startet.

Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) sind rund 200 der besten Weinbaubetriebe Deutschlands vertreten. Die Spitze des deutschen Weinbaus sozusagen. Die Großen Gewächse sind die besten Riedenweine und kommen jeweils am 1. Sepember des auf die Lese folgenden Jahres (Weißweine) beziehungsweise des übernächsten Jahres (Rotsweine) auf den Markt.

Daher steht nun die Markteinführung der Jahrgänge 2025 (weiß) und 2024 (rot) an. Von den 594 klassifizierten Großen Gewächsen sind diesmal 331 Rieslinge und 131 Spätburgunder. Die Rieslinge stellen somit weiterhin mehr als die Hälfte der VDP.GG.

Von diesen 594 Lagenweinen wurden Ende August knapp 400 einem internationalen Fachpublikum zur Vorpremiere gereicht. Daraus ergibt sich für die Winzer ein erster Eindruck, wie die Experten die neuen Jashrgänge bewerten. Die Veranstaltung in Wiesbaden (Deutschland) ist ein Fixpunkt im internationalen Weinkalender.

Nur rund 5 Prozent der Produktion der VDP.Weingüter werden in der höchsten Klassifikationsstufe als GG  abgefüllt. Zu ihr gehören aber neben den trockenen GG auch die Prädikatsweine aus diesen Lagen.

Der Weißweinjahrgang 2025 für GG in Deutschland 

Nach einem zügigen Vegetationsstart blieb der massive Spätfrost, der das Vorjahr vielerorts geprägt hatte, weitgehend aus. Warme und sonnige Phasen brachten die Entwicklung früh voran. Regional sorgten Regenperioden im Sommer für zusätzliches Wachstum, verlangten zugleich jedoch eine aufmerksame Laubarbeit und genaue Kontrolle der Traubengesundheit.

Vor allem die Reife entwickelte sich schnell. Erste Partien wurden mancherorts bereits im August gelesen. Aus dem langen, von Unterbrechungen geprägten Herbst 2024 wurde ein Jahr später vielerorts ein ausgesprochen kompaktes Lesefenster.

Die Mengen fallen regional unterschiedlich aus, vielerorts sind sie begrenzt. Gleichzeitig berichten die VDP.Betriebe von konzentrierten, klaren Weinen mit reifer Frucht, Zug und einer präzisen Säurestruktur. 

Der Rotweinjahrgang 2024 für GG in Deutschland

2024 begann mit einem milden Winter und frühem Austrieb. Im April folgte eine Frostwelle, die zahlreiche Regionen traf und örtlich erhebliche Schäden verursachte. Manche Weinberge erholten sich durch einen zweiten Austrieb, andernorts blieben die Verluste groß.

Nach dem Frost folgten Wärme und hohe Feuchtigkeit. Der Krankheitsdruck nahm zu, die Arbeit in den Weinbergen wurde entsprechend intensiv. Gleichzeitig führte der unterschiedliche Austrieb dazu, dass auch die Reife innerhalb einzelner Regionen und Betriebe weit auseinanderlag.

So entstand jener „unendliche Herbst", von dem viele VDP.Winzer nach der Ernte

berichteten. Während erste Partien bereits Ende August gelesen wurden, dauerte die Ernte andernorts bis weit in den Oktober. Statt eines klaren Lesefensters gab es Warten, Prüfen, erneutes Selektieren – und immer wieder die Entscheidung, welche Trauben tatsächlich den gewünschten Zustand erreicht hatten.

Besonders beim Spätburgunder richtet sich der Blick dabei weniger auf vordergründige Kraft als auf Balance, Präzision und jene innere Spannung, die große Rotweine über viele Jahre tragen kann.